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Zusammenhang zwischen Tempo, Tonalität der Reports und Aktienrenditen

Eine Untersuchung von NN IP belegt einen engen Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit der Veröffentlichung von Jahres- und Quartalsberichten, ihrer Tonalität und künftigen Aktienrenditen. Dieses Phänomen existiert Branchen- und Regionen-übergreifend.

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Karim Bannouh (Bild), Senior Portfoliomanager im europäischen Aktienteam von NN IP
© NN IP

In Kooperation mit Bas Peeters, Gastdozent an der Vrije Universiteit Amsterdam, hat das europäische Aktienteam von NN Investment Partners (NN IP) untersucht, wie die Tonlage der Unternehmensberichterstattung mit zukünftigen Aktienrenditen in Zusammenhang stehen könnte. Mit Hilfe von Natural Language Processing (NLP) ermittelten sie die Tonlage von Berichtstexten und die Veränderungen zwischen aufeinanderfolgenden Quartals- und Jahresberichten desselben Unternehmens.

Wer beim Reporting mehr Zeit braucht, berichtet Schlechteres und performt schlechter
Die Untersuchung zeigt, dass eine langsamere Veröffentlichung von Berichten einerseits mit mehr negativen Formulierungen in den entsprechenden Berichten einhergeht und andererseits mit einer größeren Abweichung gegenüber vorherigen Berichten. Darüber hinaus zeigt sich, dass sich Aktien von Unternehmen mit langsamerer Berichterstattung schlechter entwickeln als Aktien von Unternehmen mit schnellerer Berichterstattung.

Breit abgesichertes Phänomen
Außerdem ergaben die Untersuchungen, dass dieses Phänomen branchen- und regionenübergreifend existiert und nicht dadurch zu erklären ist, dass große Unternehmen ihre Berichte schneller vorlegen als kleine Unternehmen. „Wir wurden häufig mit der Annahme konfrontiert, dass unsere Ergebnisse auf eine gewisse Unternehmensgröße und entsprechende Reporting-Ressourcen zurückzuführen sein könnten", erklärt Derek Geng, Datenwissenschaftler bei NN IP. „Aber auch wenn wir große und kleine Unternehmen getrennt voneinander analysieren, stellen wir fest, dass Firmen, die ihre Berichte schneller vorlegen, deutlich höhere Aktienrenditen erzielen als Unternehmen, die bei der Veröffentlichung hinterherhinken."

Mehrere mögliche Gründe für diesen Zusammenhang
„Änderungen an einem Bericht benötigen Zeit", meint Karim Bannouh, Senior Portfoliomanager im europäischen Aktienteam von NN IP. „Besonders wenn ein Unternehmen versucht, die Eigendarstellung zu manipulieren oder bestimmte Aspekte hervorzuheben. Ein weiterer möglicher Grund ist, dass Unternehmen, die ihre Berichte schneller vorlegen, Informationen schneller und effizienter verarbeiten können, was sich auch positiv auf das gesamte Geschäft auswirkt. Die Geschwindigkeit der Veröffentlichung könnte ein Indikator für die Effizienz des Unternehmens sein. In Unternehmen, die Informationen schneller verarbeiten können, gibt es weniger Engpässe."

Nutzung dieser Erkenntnisse
Das europäische Aktienteam von NN IP nutzt diese Erkenntnisse bereits im Rahmen des Investmentprozesses für seine European-Equity- und Euro-Equity-Strategien. NN IP ist überzeugt, dass diese Studienergebnisse auf weitere neue Möglichkeiten schließen lassen, Stimmungsanalysen und NLP künftig in Anlageentscheidungen einzubeziehen. NLP-Techniken sind besonders hilfreich für Investmentansätze, die z. B. Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) berücksichtigen. Denn diese Bereiche sind subjektiver und schwieriger zu quantifizieren. NN IP ist der Ansicht, dass Asset Manager, die sich mit diesen neuen Informationsquellen beschäftigen, von versteckten Alpha-Chancen profitieren können. „Da diese Chancen immer offensichtlicher werden, wird der Einsatz von natürlicher Sprachverarbeitung und alternativen Datensätzen in den kommenden Jahren zunehmen", so Bannouh. (kb)

 

 

 

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