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Wirtschaftsnobelpreisträger 2018 sind US-Ökonomen Nordhaus und Romer

William Nordhaus und Paul Romer teilen sich den diesjährigen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Sie haben Innovation und Klima in Wirtschaftswachstumsmodelle integriert, sagte die Jury in ihrer Begründung. Die Verleihung findet am 10. Dezember 2018 in Stockholm statt.

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Stockholm
© Fotolia

William Nordhaus (Bild links) ist Professor an der Yale University, während Paul Romer (Bild rechts), ehemals  Weltbank-Chefökonom, nun an der Stern School of Business der New York University Professor ist. Beide hätten in ihrer wissenschaftlichen Arbeit einige der grundlegenden und drängendsten Fragen unserer Zeit angesprochen, nämlich wie man langfristiges und nachhaltiges Wachstum generieren könne, so die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften. 

Beide hätten den Umfang der ökonomischen Analyse signifikant erweitert, in dem sie Modelle konstruierten, die erklärten, wie die Märkte mit Natur und Wissen interagieren würden. 

Beide galten seit einigen Jahren als potentielle Preisträger
Der 77-jährige Nordhaus wurde speziell dafür geehrt, dass er den Klimawandel in die langfristige makroökonomische Analyse integrierte, während der 62-jährige Romer technologische Innovationen ​in die langfristige makroökonomische Analyse miteinbezog. Sie werden sich das Preisgeld von 9 Millionen Schweden-Kronen teilen.

Integriertes ökonomisches Klimawandelmodell geschaffen
William Nordhaus kann sich die ökonomische Untersuchung des Klimawandels und marktorientierter Instrumente der Klimapolitik als Schwerpunkt seiner Arbeit zugute halten. In seinen Überlegungen Ende der 70er-Jahre argumentierte er, dass man bei Kosten-Nutzen-Analysen zur Begrenzung der Erderwärmung vom natürlichen Schwankungsbereich des Klimas ausgehen sollte. Bei einer Erwärmung um zwei bis drei Grad werde ein Zustand des Weltklimas erreicht, den es seit 100.000 Jahren nicht gegeben habe. Damit steht er am Ausgangspunkt der Formulierung des Ziels, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken.

Zudem legte er 1979 eines der ersten Integrated Assessment Modelle (IAM; Modell zur integrierten Folgenabschätzung) zur Untersuchung des Climate Change vor, das sie Wechselwirkungen zwischen Markt, Ressourceneinsatz und Klimakosten beinhaltet. 

Paul Romers "Charter City"-Vorschlag zu Armutbekämpfung in Entwicklungsländern
Romers - durchaus kontrovers diskutiertes - Konzept der Charter City aus 2009 hat zum Gegenstand, dass eine Regierung eine unbesiedelte Region auswählt, um sie zur Gänze quasi als Sonderzone unter die Legislative, Judikative und Exekutive einer anderer Regierung getreu dem Motto zu stellen. Dort soll dann ein Wachstumsmotor entstehen, der Auslandskapital anzieht und positive Wirkungen an das Umfeld ausstrahlt. Dabei dachte Romer explizit an das Beispiel Hongkong als Kronkolonie Großbritanniens in China. Anreiz soll dabei vor allem die Rechtssicherheit darstellen, die die ausländische Regierung in den Charter Cities garantiert. Wachstumsimpusle sind die direkte Folge einer solchen Konstruktion. 

Kritiker nennen diese Idee neoimperialistisch und weisen auf die mangelnde demokratische Legitimation dieser ausländischen Regierung hin, die die Lebensbedingungen in solchen Charter Cities definiert, sodass jenen Bewohnern, die damit nicht einverstanden sind, nur mehr ein Wegzug übrigbleibt. Romers Idee ist, dass der dort geschaffenen Wohlstand die Armutbekämpfung in Entwicklungsländern anschiebt und eine gerechtere Verteilung des Wohlstands ermöglicht. (kb)

 

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