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Wells Fargo AM: Sind Low-Vola-Ansätze ein Investment wert?

Ob Aktienstrategien, die den Fokus auf niedrige Volatilität (Low Volatility) legen, noch immer ein Engagement wert sind, arbeitet Dr. Brian Jacobsen, Senior Investment Strategist für Multi-Asset Solutions bei Wells Fargo Asset Management in einer Analyse heraus.

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Dr. Brian Jacobsen, Wells Fargo Asset Management: "Die Motivation hierfür ist nicht, dass stabile Aktien in der Vergangenheit höhere Erträge erzielt haben als volatile. Sie sind interessant, weil ihre Erträge meist vergleichbar hoch, aber erheblich stabiler waren.”
© Wells Fargo AM

Dr. Brian Jacobsen, Senior Investment Strategist für Multi-Asset Solutions bei Wells Fargo Asset Management, bricht in einer Analyse eine Lanze für Low Volatility-Strategien. Jacobsen erinnert daran, dass Wertpapiererträge von vielen Faktoren abhängen. Wenn man einzelne Wertpapiere zu gut diversifizierten Gruppen zusammenfasst, analog zu Assetklassen, reduzieren sich die fundamentalen Triebfedern auf einige ausgewählte Faktoren wie:

  • Wirtschaftswachstum
  • Realrenditen
  • Inflation
  • Marktstimmung

Laut Jacobson müsse mindestens einer dieser Faktor schwanken, damit die Märkte volatil werden. Vor allem die Konjunkturentwicklung wird von institutionelle Investoren mit Argusaugen beobachtet. Trotzdem diversifizieren Investoren ihre Anlagen üblicherweise nach Assetklassen – um ihre Konjunkturfaktor-Risiken zu steuern. Bei einer stabilen Konjunktur können auch die Märkte robust bleiben. Die folgende Abbildung zeigt die Korrelation von Konjunktur und Marktvolatilität im Zeitablauf:

Weniger Schwankungen gefragt
Großanleger tendieren immer öfter dazu, in Wertpapiere zu investieren, deren Erträge in der Vergangenheit weniger volatil waren als der Gesamtmarkt. “Die Motivation hierfür ist nicht, dass stabile Aktien in der Vergangenheit höhere Erträge erzielt haben als volatile. Sie sind interessant, weil ihre Erträge meist vergleichbar hoch, aber erheblich stabiler waren”, erklärt Jacobsen.

Viele Investoren meinen, dass mehr Risiko gleichbedeutend mit höheren Erträgen sei. Tatsächlich sei dem das aber nicht so, wie Harindra De Silva und Roger Clarke von Analytic Investors gezeigt haben, erklärt Jacobsen. Die erwähnte Studie ist 2010 im Journal of Portfolio Management erschienen: Über längere Zeiträume haben volatilere Aktien keinen Mehrertrag gegenüber stabileren Aktien erzielt. Angesichts dessen sollten sich Investoren fragen, ob sich das größere Risiko volatilerer Aktien auszahlt. In manchen Marktphasen mag es sich zwar lohnen, aber langfristig ist dies nicht unbedingt der Fall. Strategien, die in volatilere Aktien investieren, können in einem gut diversifizierten Portfolio ebenso wichtig sein wie die Diversifikation über das gesamte Volatilitätsspektrum.

 

Weniger Risiko macht sich meistens bezahlt
Die Analyse von Clarke und de Silva zeigt laut Jacobsen auch, dass sich volatile Aktien in der Regel bei steigenden Märkten, oder wenn Small Caps auf dem Vormarsch sind, gut entwickeln. Strategien mit niedriger Volatilität brauchen keine hohe Marktvolatilität, um erfolgreich zu sein. Manchmal muss sich die Volatilität einfach nur ändern.

Wie das mittlere Beispiel in der Abbildung oben zeigt, haben es Strategien mit niedriger Volatilität manchmal schwer, wenn der Markt unter geringen Schwankungen deutlich steigt.

Das könnte daran liegen, dass viele Aktien mit geringer Volatilität eher defensiv sind:

  • Sie sind weniger anfällig, wenn es zu einem breiten Ausverkauf am Markt kommt.
  • Sie zeichnen sich durch vergleichsweise stabile Unternehmensgewinne aus.
  • Sie sind in der Regel keine Momentum-Aktien.

Wenn sich aber die Marktbedingungen oder das Konjunkturumfeld ändern, können Strategien mit niedriger Vola attraktive Diversifikationsvorteile bieten – als Teil eines Portfolios, das auf die Ziele, die Risikobereitschaft und den Anlagehorizont des Investors zugeschnitten ist.

Was geschieht mit einem solchen Portfolio, wenn die Konjunktur schwankt und das Wachstum schwächelt? Jacobsen gibt die Antwort: “Bei jeder noch so geringen Konjunkturschwankung kann die Marktvolatilität kurzzeitig – und vielleicht auch nur wenig – steigen. Dann kann eine Strategie mit wenig Volatilität ihre Stärken ausspielen, während der Gesamtmarkt unter Schwankungen einen neuen Boden findet. Das Portfolio würde sich bei moderat steigenden Märkten vermutlich leicht überdurchschnittlich entwickeln, aber auch an starken Marktaufschwüngen partizipieren. Doch der eigentliche Vorteil eines niedrig volatilen Portfolios liegt wohl darin, dass man gewinnt, indem man weniger verliert, wenn der Gesamtmarkt wirklich einmal sehr stark fällt.” (aa)


Veranstaltungshinweis: Institutionelle Investoren mit Interesse an Low-Volatility-Strategien bzw. andern, erfolgsversprechenden Aktienanlageansätzen können sich darüber am 11. Institutional Money Kongress informieren, der von 27. bis 28. Februar 2018 im Frankfurter Congress Center stattfindet.

Wells Fargo Asset Management ist jedenfalls vor Ort vertreten und hält einen Workshop zum Thema "Multi Asset – Treiber von Rendite und Risiko" und eine Gruppengespräch zum Thema "Europäische Senior Secured Loans – hält das Wachstum weiter an?":

 

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