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Was zählt beim Dollar im Dezember mehr? Trump oder die Saisonalität?

Allokieren ist alles andere als leicht: Die US-Konjunktur schwächt sich ab, Trump und Xi befinden sich im Handelskrieg, Unsicherheiten bestehen über die Entwicklung des Welthandels. Dazu kommen der Brexit als Never-Ending Story, der italienische Budgetstreit und die Spannungen Russland-Ukraine.

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Das österreichisch-deutsche Fintech seasonax hat sich dem Thema Saisonallität verschrieben und ein interessantes Muster zwischen US-Dollar und Euro im Jahresverlauf über mehr als vier Jahrzehnte ausführlich analysiert.
© askaja / stock.adobe.com

Trotz all dieser Widrigkeiten geht der Dollar schon geraume Zeit fest gegenüber dem Euro, doch wie geht es weiter? Wird sich die Rallye des Greenbacks fortsetzen oder klinkt sich das Saisonalitätsmuster ein, das eine Dollar-Abschwächung bis zum Jahresende erwarten lässt?

Typischerweise  gibt es nämlich eine Euro-Rallye zum Jahresende hin, ehe der Euro im Neuen Jahr gleich wieder schwächer geht. Der folgende Chart zeigt diesen erstaunlichen Saisonalitätsverlauf, indem er die Kalendermonate auf der x-Achse und die prozentuelle Veränderung der USD/EUR-Währungsrelation indexiert auf 100 zu Jahresbeginn über mehr als 43 Jahre abträgt. Dabiei wird ersichtlich, dass der US-Dollar im Durchschnitt über Jahrzehnte ab 27. November/ Anfang Dezember schwächelt - und der Euro im Gegenzug saisonale Stärke unter Beweis stellt. Der durchschnittliche Euro-Gewinn in den letzten fünf Jahreswochen beträgt im Mittel 1,24 Prozent und stellt keine zu vernachlässigende Grüße dar.

Interessantes saisonales Verhalten von Euro zu US-Dollar über fast 44 Jahre

Retourgang im Januar
Nach dem Jahreswechsel ändert sich das Bild im Schnitt: Dann geht der Euro typischerweise schwächer. Der Wendepunkt findet exakt zur Jahreswende statt. 

Wie hoch fälllt der Euro-Gewinn gegenüber den Dollar über vier Dekaden aus?
Das illustriert der folgende Balkenchart, der die jeweilige Performance zwischen 27.11. und 31.12. jedes Kalenderjahres seit 1975 abträgt. Hier zeigen sich doch eine deutliche Streuung und teilweise negative Renditen. 

 

Die positiven Jahresend-Erträge im Euro sind in der Mehrzahl der Fälle gegeben und fallen im Schnitt auch höher als die Verluste aus. Es handelt sich also keinesfalls nur um ein paar Ausreißer nach oben, die den Durchschnitt in positives Terrain hieven. 

Woher kommt die saisonale Euro-Stärke gegen Jahresende?
Hauptgründe sind bilanzielle Effekte (Bilanzstichtag) in Verbindung mit den US-Steuergesetzen, meint man bei seasonax. Viele US-Firmen sind in der Lage, ihre Steuerverbindlichkeiten zu verringern, wenn sie bestimmte Bilanzpositionen zum 31.12. so gering wie nur möglich darstellen.

Seasonax-Gründer und Geschäftsführer Dimitri Speck (Bidl links) dazu: "Da kann es beispielsweise Sinn machen, Mittel auf Konten von ausländischen Tochterfirmen zu transferieren, was die Nachfrage nach dem Euro erhöht und entsprechende wechselkursunterstützende  Auswirkungen hat. Nach dem Bilanzstichtag finden die umgekehrten Operationen statt und sorgen für eine erhöhte US-Dollar-Nachfrage, die sich wiederum in einem Erstarken des Greenbacks niederschlägt. Diese Bewegungen sind also das Resultat von Steuervermeidungsstrategien von US-Unternehmen."

Gibt es auch andere auffällige saisonale Muster bei Währungspaaren?
Wer hier mehr wissen möchte, sei an die via Thomson Reuters oder Bloomberg abonnierbare  Seasonax Web App verwiesen, mit deren Hilfe man saisonale Muster von 12.000 Assets untersucht kann. Via app.seasonax.com können einige Saisonalitätsmuster gratis getestet werden. (kb)

 

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