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Versicherer lassen immer mehr Vermögen extern managen

Die ausgelagerten Kapitalanlagen von Versicherern sind laut dem „2026 Insurance Investment Outsourcing Report“ auf 5,5 Billionen US-Dollar gestiegen. Vor allem Private Markets und das überproportionale Wachstum in Europa verändern die Struktur des Marktes.

Steve Doire, Clearwater Analytics: "Externe Vermögensverwaltung ist das neue Standardmodell, mit dem Versicherer weltweit ihr Kapital anlegen."
Steve Doire, Clearwater Analytics: "Externe Vermögensverwaltung ist das neue Standardmodell, mit dem Versicherer weltweit ihr Kapital anlegen."© Clearwater Analytics

Eckpunkte:

  • Ausgelagertes Versicherungsvermögen wächst um 23 Prozent
  • Anteil Europas nimmt zu und macht 38 Prozent des Marktes aus
  • Starker Zuwachs von privaten Anlageklassen

Das Volumen ausgelagerter Kapitalanlagen von Versicherern hat weltweit erneut stark zugenommen. Laut dem „2026 Insurance Investment Outsourcing Report“ von Clearwater Analytics und DCS Financial Consulting verwalten externe Asset Manager inzwischen 96 Vermögensverwalter 5,5 Billionen US-Dollar für Versicherer. Das entspricht einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 65 Prozent seit 2021. Hinzu kommen 1,8 Billionen US-Dollar an beratenem Vermögen bei zwölf Anlageberatungsgesellschaften.

"Externe Vermögensverwaltung ist das neue Standardmodell, mit dem Versicherer weltweit ihr Kapital anlegen", erklärt Steve Doire, Inhaber von DCS Financial Consulting und Strategic Advisor von Clearwater Analytics. „Die nahezu Verdopplung der von Anlageberatungsgesellschaften betreuten Vermögen innerhalb von zwei Jahren belegt, dass Versicherer gezielt externe Experten einbinden, um zunehmend diversifizierte und komplexe strategische Anlageprogramme zu konzipieren und zu steuern."

Europa baut Marktanteil aus
Europa und Großbritannien haben ihren Anteil am Markt für ausgelagerte Versicherungsanlagen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Die dort verwalteten Volumina stiegen laut Bericht binnen Jahresfrist um 32 Prozent auf 2,1 Billionen US-Dollar. Damit entfallen inzwischen 38 Prozent des weltweit ausgelagerten Versicherungsvermögens auf die Region. 2021 lag der Wert noch bei rund einer Billion US-Dollar.

„Der Markt hat sich klar von der Vorherrschaft Nordamerikas gelöst“, so Doire. Vermögensverwalter müssten heute sowohl regionale Präsenz als auch globale Reichweite bieten, um im Wettbewerb um Mandate bestehen zu können. Auch die APAC-Region und Offshore-Märkte legten prozentual stärker zu als Nordamerika, das ein Wachstum von zwölf Prozent verzeichnete.

Private Markets gewinnen weiter an Gewicht
Zunehmend investieren Versicherer über externe Manager auch in private Anlageklassen. Die in Private Markets verwalteten Versicherungsvermögen haben sich seit 2021 mehr als verdoppelt und erreichten zuletzt 947 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit börsennotierten Anlagen machen sie inzwischen knapp ein Drittel der ausgelagerten Versicherungsallokationen aus.

Der Fokus liegt dabei unter anderem auf Mittelstandsfinanzierungen, Infrastrukturkrediten und strukturierten Kreditprodukten. Rund zwei Drittel der teilnehmenden Vermögensverwalter bieten inzwischen Strategien für private festverzinsliche Anlagen an.

„Private Markets haben eine neue Größenordnung erreicht, Europa hat das Kräfteverhältnis verschoben“, sagt Clearwater-CEO Sandeep Sahai. Gleichzeitig nehme die Komplexität des Kapitalanlagemanagements über Regionen und Anlageklassen hinweg weiter zu.

Der Bericht verweist zudem auf eine breitere Anbieterlandschaft. Während die zehn größten Vermögensverwalter vor zehn Jahren noch rund 70 Prozent der ausgelagerten Versicherungsvermögen kontrollierten, liegt ihr Anteil inzwischen bei 59 Prozent. Spezialisierte und mittelgroße Anbieter gewinnen Marktanteile hinzu. (dv)

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