Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Theorie

| Märkte
twitterlinkedInXING

Ungewöhnliche Stärke der Stärksten im S&P: Wo soll das noch hinführen?

Der US-Aktienmarkt wird so stark wie selten zuvor von einigen Schwergewichten getrieben. Das kann nicht ewig währen, doch derzeit spricht vieles für die Großen, stellen die Experten der DWS Group fest. In der Zwischenzeit nimmt die Indexkonzentration weiter zu.

8.jpg
© eyetronic

Die großen US-Werte, insbesondere aus den Sektoren Technologie und Kommunikation, sind ihrer Favoritenrolle bei vielen Investoren auch dieses Jahr wieder gerecht geworden. Gerade im Markteinbruch haben sie sich deutlich besser als der S&P 500 Index gehalten. Dieser hat seit Jahresanfang 10,8 Prozent verloren. Zieht man lediglich die fünf größten Gewinner - gemessen am absoluten Marktwertzuwachs - ab, hätte der Einbruch ganze 14 Prozent betragem, so die Experten der DWS.

Top 5-Anteil heute höher als in der Tech-Blase 2000
In etwas anderer Form zeigt der folgende Chart das gleiche Phänomen. Er bildet die relative Performance des S&P 500 gegenüber dem gleichgewichteten S&P 500  - hier fließt jeder Titel mit dem gleichen Gewicht von 0,2 Prozent ein - ab, zeigt also, in welchen Phasen der Index vor allem von den größten Werten getrieben wird. So stark wie dieses Jahr übertraf der Index zuletzt 1999 seinen "egalitären" Schwesterindex. Die Bedeutung der Schwergewichte zeigt sich auch darin, dass allein die fünf größten über ein Fünftel der Index-Marktkapitalisierung auf sich vereinen. Dieser Wert wurde selbst in der Technologieblase im Jahr 2000 nicht erreicht.

S&P 500 versus S&P 500 Equal Weigth Index

Wie lange kann dies noch so weitergehen?
Viele Investoren kennen die These der "Mean-Reversion", wonach im Zeitablauf jeder Trend wieder zu seinem Mittelwert zurückfindet. Schließlich kann eine Sektor-Outperformance nicht ewig währen, da der Sektor sonst irgendwann den gesamten Index besetzen würde. Früher oder später dürften also auch die Technologiewerte wieder underperformen. Momentan sieht alles eher nach "später" aus. Gerade die jetzige Coronavirus-Krise verdeutliche, dass es sich beim Siegeszug der Technologiewerte nicht nur um ein zyklisches Phänomen handelt.

Große Tech-Titel sind heute auch bilanzstark
Es sei denn, dieser darf sich über mehr als ein Jahrzehnt erstrecken. Was den großen Technologiewerten dieser Tage auch zugutekommt, ist ihre Bilanzstärke. Über letztere verfügen auch viele Werte aus dem Gesundheitssektor, dessen defensive Qualitäten gerade in dieser Krise zur Geltung kommen sollten. Auch wenn beide Sektoren derzeit zu den Favoriten der DWS zählen, sei dies relativ zum gesamten US-Aktienmarkt zu sehen. Diesen sehen die Experten zumindest kurzfristig etwas kritisch, da die Bewertung nach der Erholungsrallye ihres Erachtens zu stark von der Geldpolitik der Fed und zu wenig durch den wirtschaftlichen Ausblick getragen wird. (kb)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren