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Studie zeigt: Pandemie ist Goldenes Zeitalter für Milliardäre

Der Anteil an Vermögenswerten weltweit, der sich in der Hand von Milliardären befindet, ist laut einer Studie während der Covid-19-Krise auf einen Rekordwert gestiegen. Etwa 2.750 Milliardäre kontrollieren 3,5 Prozent des Weltvermögens, teilte das in Paris ansässige "Global Inequality Lab" mit.

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Studienautor Lucas Chancel
© Bloomberg / Bloomberg News

Während also heute alle Milliardäre zusammen 3,5 Prozent des weltweiten Vermögens besitzen, lag deren Anteil 1995 noch bei einem Prozent. Die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung - also etwa vier Milliarden Menschen - besitzen zusammengenommen nur etwa zwei Prozent  des gesamten Vermögens der Welt.

Steigende Ungleichheit
Noch stärker als die Industriestaaten traf Corona die Entwicklungsländer, da es diesen an Impfstoffen genauso wie an finanziellen Mitteln zur Abfederung der Auswirkungen der Pandemie mangelt. Doch auch in den reichen Teilen der Welt hat sich die Kluft zwischen einzelnen Ländern vergrößert, da die Finanz- und Immobilienmärkte seit dem tiefen Einbruch im vergangenen Jahr in die Höhe geschnellt sind. 

Vermögensdisparität
Anteil des Top-Prozents aller Haushalte am Vermögen der jeweiligen Region

“Schon vor der Pandemie war die Welt sehr ungleich”, sagte Lucas Chancel, Co-Autor der Studie, gegenüber Bloomberg News. Hintergrund sei eine Politik, die oft auf die Wirtschaftselite zugeschnitten gewesen sei in der Hoffnung, dass dies letztlich auch den Menschen weiter unten zugute kommen würde. Während der Coronakrise hätten die Milliardäre 3,6 Billionen Euro an zusätzlichem Reichtum angehäuft, während nach Schätzungen der Weltbank etwa 100 Millionen Menschen in extreme Armut abgerutscht sind.

Starke regionale Unterschiede in der Vermögenskonzentration
In den meisten Teilen der Welt kontrollieren die reichsten zehn Prozent der Menschen etwa 60 bis 80 Prozent des Vermögens. Der Bericht zeigt jedoch klare regionale Unterschiede. Lateinamerika und der Nahe Osten sind die ungleichsten Regionen des Globus. Hier sind mehr als 75 Prozent des Reichtums in den Händen der obersten zehn Prozent. Russland und die afrikanischen Länder südlich der Sahara liegen nicht weit dahinter. Andere Schwellenländer wie Indien litten noch immer unter einer fehlenden Mittelschicht, so Chancel. “Die koloniale Ungleichheit ist durch die Ungleichheit des Marktes ersetzt worden.”

Europa hat am wenigsten Vermögensungleichheit
Europa ist gemessen an Einkommen und Vermögen dem Bericht zufolge die gerechteste Region. Hier entfallen 19 Prozent des Gesamteinkommens auf die ärmste Bevölkerungshälfte. In der Pandemie dürften Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld und die Arbeitslosenunterstützung dazu beigetragen haben, dass sich die Kluft nicht weiter vergrößert hat. “Die Covid-Krise hat die Ungleichheiten zwischen den sehr Wohlhabenden und dem Rest der Bevölkerung verschärft”, so Chancel weiter im Talk mit Bloomberg. “Doch in den reichen Ländern haben die staatlichen Eingriffe einen massiven Anstieg der Armut verhindert.”

Der World Inequality Report 2022 basiert auf der Arbeit von mehr als 100 Forschern aus aller Welt unter der Leitung von Ökonomen der Paris School of Economics und der University of California in Berkeley. Erstmals wurde er 2018 veröffentlicht. (kb)

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