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Studie: Wie halten es alpenländische Corporates mit der bAV?

Die meisten österreichischen Firmen würden ihren Mitarbeitern gerne eine betriebliche Altersversorgung gewähren. Ohne „Zuckerl“ läuft in der Alpenrepublik jedoch nichts, zeigt eine von der Valida in Auftrag gegebene Umfrage unter Österreichs Unternehmenslenkern.

Martin Sardelic, CEO der Valida Holding
Mag. Martin Sardelic, CEO der Valida Holding und (im Hintergrund) Mag. Christian Baumann, Research Experte des Marktforschungsinstituts Spectra, stellten in Wien die Ergebnisse einer umfangreichen Umfrage unter Österreichs Arbeitgebern zum Thema betriebliche Altersvorsorge vor.
 
© Valida

„Wir versuchen das Thema betriebliche Altersvorsorge bewusst in die Breite zu bringen“, erklärte Martin Sardelic, Vorstandsvorsitzender (CEO) der Valida Holding, anlässlich der Präsentation einer vom Marktforschungsinstitut Spectra erstellten Studie, in der 550 österreichische Firmenchefs zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) befragt wurde. Die von der Valida beauftragte Umfrage zeichnet sich dadurch aus, dass dabei nicht Arbeitnehmer, sondern eben jene Repräsentanten der Kapitalseite um ihre Einschätzungen gebeten wurden, die grundsätzlich über eine betriebliche Altersvorsorge in ihrem Unternehmen entscheiden. Über alle Unternehmensgrößen hinweg zeigt die Studie, dass Pensionsvorsorge für die befragten Arbeitgeber ein sehr wichtiges Thema ist. Mehr als 80 Prozent bestätigen diese Aussage. Trotzdem schaut es mit dem Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge gerade bei kleineren Unternehmen in Österreich trist aus.

Staatliche Pension wird mager ausfallen
Als Gründe für die große Bedeutung der finanziellen Pensionsvorsorge geben 70 Prozent der Unternehmensvertreter an, dass eine finanzielle Absicherung für die Pension benötigt wird, die staatliche Pension im Alter zu gering ausfalle oder überhaupt nicht gesichert sei. „In diesem Punkt sind sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber absolut einig, wie wir aus einer im vergangenen Jahr durchgeführten Studie unter Arbeitnehmern wissen. Politisches Handeln zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge ist daher unabdingbar“, sagte Sardelic, um folgende Forderung an die Politik zu stellen: „Beiträge für Mitarbeiter, insbesondere für Kleinverdiener, sollten steuerlich gefördert werden!“ Diese mangelnde steuerliche Förderung hat Auswirkungen auf Bekanntheit und Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge in Österreich.

Drei-Säulen-Modell wenig bekannt
Wie die Studie zeigt, ist das Drei-Säulen-Modell der Pensionsvorsorge in Österreich, welches auf staatlicher, betrieblicher sowie privater Altersvorsorge fußt, bei klein- und mittelständischen Unternehmen noch nicht besonders bekannt. Während Unternehmen mit ein bis neun Mitarbeitern zu 39 Prozent dieses Modell kennen, sind es bei den größeren Unternehmen um die 50 Prozent. Sardelic bedauerte bei der Studienvorstellung, dass „wirtschaftlich eigentlich kompetente Personen“ das Drei-Säulen-Modell nicht alle kennen würden.

Laut Sardelic ist das Ergebnis bei den großen Firmen wenig überraschend, da die Durchdringung der betrieblichen Altersvorsorge bei großen internationalen Konzernen und ihren Tochterunternehmen bei 90 Prozent liegt. „Nachdem Österreich ein Land der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist, gilt es genau hier anzusetzen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie betriebliche Altersvorsorge auch dort die staatliche Pension ergänzt und so weitaus mehr Menschen zur Verfügung gestellt werden kann“, so Sardelic weiter.

„Steuerzuckerl“ würde zweiter Säule helfen
Dass heimische Unternehmen großes Interesse an einem Ausbau der zweiten Säule haben, geht ebenfalls klar aus der Studie hervor. Knapp drei Viertel der befragten Mehrpersonenunternehmen (73 Prozent) geben an, großes Interesse an höheren Beiträgen für die Altersvorsorge der Mitarbeiter zu haben, vorausgesetzt, diese werden staatlich gefördert. Mit 87 Prozent ist dieser Wunsch bei KMU (50-249 Mitarbeiter) am höchsten.

bAV hat in Österreich noch viel Potential
Wie die Studie darüber hinaus zeigt, hat erst ein Drittel der befragten Unternehmen für ihre Mitarbeiter eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen (32 Prozent). Falls dieser Schritt jedoch einmal gesetzt wurde, ist die Zufriedenheit hoch: In Summe zeigt sich der Großteil der heimischen Unternehmen mit der von ihnen abgeschlossenen Form der betrieblichen Altersvorsorge zufrieden (74 Prozent). 65 Prozent der Unternehmen, welche eine betriebliche Altersvorsorgelösung abgeschlossen haben, haben sich laut Studie für eine Pensionskassenlösung entschieden.

Berechtigte Forderungen
Am Ende der Präsentation betonte Sardelic, dass die Altersarmutrisiken durch das Setzen auf mehrere Arten der Altersvorsorge reduziert werden sollte. „Für eine stabile Pensionszukunft soll eine starke betriebliche Altersvorsorge die gesetzliche Altersvorsorge ergänzen.“ Der Valida-Chef hofft auf die Neuwahl im Herbst und eine neue Regierung, die endlich den Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge in Österreich fördere. (aa)

 

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