Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Theorie

| Theorie
twitterlinkedInXING

Studie: So denken Versicherungen über Alternative Investments

Eine aktuelle Studie unter Versicherungsunternehmen im Auftrag von Natixis Investment Managers zeigt, wie diese Anlegergruppe auf alternative Anlagen setzen und welche Hindernisse dabei überwunden werden müssen.

Sebastian Römer, Natixis IM
Sebastian Römer, Natixis IM
© Christoph Hemmerich / Institutional Money

“Versicherer sind traditionell stark in Renten investiert und stehen nun vor dem Problem, zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten höhere Renditen erzielen und ihre Portfolios gleichzeitig gegen Wertverluste absichern zu müssen”, erklärt Sebastian Römer, Leiter von Natixis Investment Managers für Zentral- und Osteuropa. “Alternative Investmentstrategien wie zum Beispiel Private Debt oder Private Equity erfahren vor diesem Hintergrund eine immer größere Nachfrage.”

Das ist für Versicherungen aber alles andere als leicht, wie eine Anfang dieser Woche von Natixis Investment Managers veröffentlichte Studie unter Versicherungen weltweit zeigt. Hierfür wurden im Juli dieses Jahres 200 Chief Investment Officers und Mitglieder von Investmentteams in Europa, Nordamerika und Asien befragt – davon 30 in Deutschland.

Steigende Bedeutung
Eine Dekade nach der Finanzkrise sehen sich Versicherungsunternehmen in der Kapitalanlage nach wie vor mit erheblichen Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld konfrontiert. Bei der Suche nach höheren Renditen sind viele bereit, ein höheres Liquiditätsrisiko einzugehen. 75 Prozent der Befragten halten hierbei alternative Assetklassen für unverzichtbar. 53 Prozent gaben an, Alternative Investments verstärkt als Ersatz für Rentenstrategien einzusetzen.

Regulierung blockiert Investoren
Die große Mehrheit der Versicherungen sieht sich im Bereich der Alternativen Investments allerdings durch die Regulierung ausgebremst. 89 Prozent der Befragten sagten, dass regulatorische Bestimmungen einer stärkeren Nutzung alternativer Strategien im Wege stünden.

Als besonderes Problem wurde dabei die Kapitalunterlegung alternativer Investments angesehen. Diese führe im Ergebnis oftmals zu einer Ausrichtung der Portfolios an schwach rentierlichen Fixed Income-Anlagen. Zum Vergleich: Vor Inkrafttreten von Solvency II hatten Versicherungsunternehmen die Regulierung weniger stark als Hindernis betrachtet. In der Umfrage von 2015 lag die Zahl derjenigen, die sich durch die Regulierung behindert fühlten, nur bei rund 50 Prozent.

Die fünf größten Herausforderungen
Mit Blick auf regulatorische Vorschriften benannten Versicherungsinvestoren folgende Punkte als die größten Herausforderungen für ihr Unternehmen:

Versicherer stellen sich auf Regulierung besser ein
Dennoch sagen laut Studie fast alle Versicherer (93%), dass sie gut auf das sich ändernde regulatorische Umfeld vorbereitet seien - eine wesentliche Verbesserung gegenüber der Umfrage von 2015, als zwei Drittel der europäischen und US-amerikanischen Versicherer angaben, dass sie nicht bereit für regulatorische Änderungen waren.

Outscouring an Dritt-Manager gewinnt an Bedeutung
Herausgefordert fühlen sich die für die Kapitalanlage bei Versicherungen Verantwortlichen vor allem durch:

  • erhöhte Komplexität (51 %)
  • interne Restriktionen (42 %)
  • Gebühren (42 %)
  • regulatorische Einschränkungen (41 %)
  • Liquiditätsüberlegungen (37 %)
     

Vor diesem Hintergrund suchen Versicherer laut Studie zunehmend die Hilfe spezialisierter Asset Manager von außerhalb ihres Unternehmens. 62 Prozent gaben an, alternative Strategien in ihren Portfolios teilweise von Dritten verwalten zu lassen (siehe Grafik unten). Zehn Prozent tun dies in vollem Umfang.

Im Durchschnitt werden alternative Investmentstrategien zu 48 Prozent im Wege des Outscourcing verwaltet

Spezialisten gefragt
“Angesichts der vielfältigen Herausforderungen in der Kapitalanlage ist es ist nicht überraschend, dass eine Mehrheit der Befragten die Unterstützung durch externe Spezialisten sucht”, erklärt Römer. “Bereits jetzt sind viele Investmentteams überlastet und haben kaum Zeit, sich aus eigener Kraft auf neue Aufgaben vorzubereiten.” (aa)
 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren