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Studie: Reduziert der Verkauf von CO2-Sündern wirklich Emissionen?

Fondsmanager haben mehr Einfluss auf die Klimabilanz von Unternehmen als bisher gedacht. Das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Augsburg.

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© Monster Ztudio / stock.adobe.com

Nachhaltigkeit und Klimaschutz bestimmen seit einigen Jahren nicht nur den politischen und öffentlichen Diskurs, sondern haben unter anderem auch dafür gesorgt, dass Fondsanbieter vermehrt auf die Klimabilanz ihrer Produkte achten. Das Versprechen: Wenn Klimasünder wie Kohleverarbeiter- oder Öl-Unternehmen aus dem Portfolio fliegen, wirkt sich das auch positiv auf die Umwelt aus. Kritiker, darunter etwa der US-amerikanische Multimilliardär Bill Gates, haben diese Logik in der Vergangenheit scharf kritisiert. So sagte Gates 2019 auf einer Veranstaltung der Uni Stanford, dreckige Aktien zu verkaufen habe bislang keine einzige Tonne CO2 reduziert.

Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet jetzt von einer Studie, die das Gegenteil beweist. Finanzmarktforscher der Universität Augsburg haben demnach herausgefunden, dass die massenhaften Abverkäufe "schmutziger" Titel durch Fondsanbieter nicht nur dazu führen, dass die Kurse der Unternehmen fallen, sondern dass die betroffenen Unternehmen im Schnitt tatsächlich ihre CO2-Emissionen reduzieren. In der Analyse untersuchten die Forscher mehr als 4.000 Fonds aus den USA und Europa. Unternehmen, deren Titel aufgrund ihrer schlechten Umweltbilanz abverkauft wurden, senkten ihren CO2-Ausstoß binnen vier Jahren um durchschnittlich 2,3 Prozent, berichtet die SZ. Bei anderen untersuchten Aktien stiegen die Emissionen in den meisten Fällen weiter an. 

Verkauf hat große Wirkung
Gerade in Deutschland tun sich viele Fondsgesellschaften noch schwer, Titel aus der Kohleindustrie ein für alle Mal aus dem Portfolio zu werfen. Dabei kommen die Augsburger Forscher in ihrer Studie zu dem Schluss, dass Fondsmanager keine drastischen Veränderungen einleiten müssen, um die CO2-Bilanz des Portfolios aufzubessern. 

Laut den Experten reiche es, einen einzigen "schmutzigen" Aktientitel zu verkaufen, um die CO2-Intesität des Fonds zu drücken, berichtet die SZ und führt eine Beispielrechnung an: Schmeißen Fondsmanager die schmutzigste Aktie aus ihrem Portfolio, betrifft das nur 1,5 Prozent des Fondsvolumens – senkt die CO2- Intensität des Portfolios aber um 24 Prozent. Wer bereits die fünf größten Umweltsünder-Aktien verkauft, kann die CO2-Emissionen pro Dollar investierten Geldes sogar um gut 60 Prozent drücken. (fp)

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