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Studie: Dynamische Asset Allocation auf dem Vormarsch

Eine weltweite Umfrage unter rund 160 Altersvorsorgeeinrichtungen zeigt, dass die dynamische Asset Allocation (DAA) an Bedeutung gewinnt. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, wie eine gemeinsame Studie von CREATE-Research und Amundi zeigt.

© Alexander Limbach / stock.adobe.com

Die konservative Bewertung von Assets ist weit verbreitet und steigert das Interesse an der dynamischen Vermögensallokation (DAA), die die Zusammensetzung eines Portfolios regelmäßig anpasst. Laut einer Studie von CREATE-Research und dem größten europäischen Vermögensverwalter Amundi gewinnt die DAA gegenüber der strategischen Vermögensallokation (SAA) an Boden. Letztere stützt sich auf feste Gewichtungen für verschiedene Anlageklassen über längere Zeiträume hinweg.

Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 158 Altersvorsorgeeinrichtungen weltweit, die Vermögenswerte in Höhe von 2,9 Billionen Euro verwalten. Sie gibt Aufschluss über die treibenden Kräfte hinter der zunehmenden Nutzung von der DAA, die geplanten Ansätze sowie die neuen Auswahlkriterien bei der Auswahl externer Vermögensverwalter.

Neue Phase kontrollierter Unordnung
Monica Defend, Leiterin des Amundi Investment Institute, erläutert: „Die diesjährige Umfrage hat gezeigt, dass Investoren von Altersvorsorgeeinrichtungen in eine neue Phase kontrollierter Unordnung eingetreten sind. Portfolios beinhalten potenziell Chancen, sind aber eben auch Risiken ausgesetzt, produktivitätssteigernde Innovationen bringen gleichzeitig Gewinner und Verlierer hervor.“

Die DAA wird von den Befragten als pragmatische Reaktion auf sich verändernde makroökonomische Rahmenbedingungen angesehen. Zu den wichtigsten Markttreibern, die die DAA begünstigen, gehören die Verwerfungen durch die jüngste US-Politik (83 %), die Befürchtung, dass die zunehmenden Handelsspannungen die Inflation wieder anheizen könnten (62 %), und die Sorge, dass die steigende Staatsverschuldung die Zinsen in die Höhe treiben und das Wachstum beeinträchtigen könnte (56 %). Für die Zukunft sagen 84 Prozent der Befragten voraus, dass die Marktaussichten die Rolle von DAA stärken werden. 75 Prozent erwarten, dass sie diese in den nächsten drei Jahren implementieren werden.

Es ist jedoch keine Entweder-oder-Entscheidung zwischen DAA und SAA, da sich die beiden Ansätze – zumindest derzeit – größtenteils ergänzen. Ein Befragter erklärte: „Die Rolle von DAA besteht darin, in Zeiten hoher Volatilität für Stabilität im Portfolio zu sorgen, und nicht darin, SAA zu ersetzen.“

Erwartungshaltung an DAA oftmals erfüllt
73 Prozent der Befragten nutzen die DAA inzwischen – in unterschiedlichem Umfang –, um ihre Anlageziele zu erreichen. Über die Hälfte (63 %) gab an, dass es ihre Erwartungen erfüllt habe, 37 Prozent gaben an, dass dies nicht der Fall sei.

Die Erwartungen konzentrieren sich eher auf den Schutz vor Verlusten als auf die Rendite: 58 Prozent nannten die Risikominimierung als vorrangiges Ziel. Ein Befragter drückt dies so aus: „Da die Marktpreise vom fairen Wert abgekoppelt sind, ist unsere Priorität der Schutz vor Verlusten, gefolgt von Renditen.“

Was die Aufwärtsentwicklung betrifft, so sind die wichtigsten Ziele die Verbesserung der risikobereinigten Renditen (39 %), die Maximierung der Performance (34 %) und die Nutzung vorübergehender konservativer Bewertungen an den Märkten (30 %). Anpassungen der Asset Allocation sind entscheidend, um Inflationsrisiken zu mindern.

Einsatzmöglichkeiten der DAA
Die Befragten planen, DAA mittels einer Vielzahl von Strategien umzusetzen. Innerhalb des Kernportfolios sind die beliebtesten Strategien Faktorbasiertes Investieren (58 %) und passive Fonds (53 %).

Bei Satelliten-Investments wird der Einsatz von Derivate-Overlays für mehr als die Hälfte (57 %) entscheidend sein. Altersvorsorgeeinrichtungen nennen zwei Hauptgründe für den Einsatz von Overlays: Kostensenkung und die Suche nach opportunistischen Engagements.

Was bestimmte Anlageklassen angeht, werden aktive Aktienstrategien aus Industrieländern von 52 Prozent der Befragten als am besten für die DAA geeignet angesehen, gefolgt von passiven Strategien für Industrieländer-Aktien (42 %), aktiven Anleihestrategien aus Schwellenländern (39 %) und aktiven Schwellenländer-Aktien-Strategien (37 %).

Außerhalb der traditionellen Anlageklassen Aktien und Anleihen ist das Interesse für die DAA gering. Nur 24 Prozent der Befragten bevorzugen Private-Market-Secondaries. Dies ist nicht überraschend, da Investitionen in Private Markets ein langfristiges Buy-and-Hold-Geschäft sind, das sich nicht ohne Weiteres für die DAA eignet.

Amin Rajan, Projektleiter bei CREATE-Research, sagt: „Die SAA ist zunehmend Achterbahnfahrten ausgesetzt, die Pensionspläne erschüttern. Es ist keine Überraschung, dass Anlageklassen, die ein höheres Risiko darstellen oder längere Haltedauern erfordern, als weniger günstig angesehen werden.“ (aa)

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