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Studie: Das sind die größten Hindernisse bei der ESG-Implementierung

Laut einer Capital Group-Umfrage sieht die Hälfte der Investoren einen Mangel an zuverlässigen Daten als größtes Hindernis für die Einführung von ESG im Investmentprozess. Aber auch eine bessere Vergleichbarkeit der Daten wie auch mehr Strenge bei deren Bewertung werden gefordert.

Henning Busch, Capital Group
Henning Busch, Capital Group
© Capital Group

Was viele institutionelle Investoren schon länger beklagen, hat die Capital Group mit einer neuen Studie bestätigt. Für ihre ESG Global Study 2021 ließ Capital Group 1040 globale institutionelle und Wholesale-Anleger befragen, darunter Pensionsfonds, Family Offices und Versicherungsgesellschaften sowie Dachfonds, Privatkunden, Banken und Finanzberater in 16 verschiedenen Ländern. Ziel der Studie war es, die wichtigsten Faktoren zu ermitteln, die dafür verantwortlich sind, wie diese professionellen Anleger ESG in ihre Geschäftsmodelle integrieren und wo die Herausforderungen liegen. Die unabhängige Studie wurde im Juni 2021 von CoreData Research durchgeführt.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie lautet: Etwa die Hälfte der institutionellen Investoren und Wholesale-Anleger weltweit gibt an, dass ein Mangel an aussagekräftigen Daten die weitere Einführung von ESG in ihren Organisationen stört.

Viele Wege führen zum Ziel
Die globale Studie ergab darüber hinaus, dass 75 Prozent der Befragten aktive Anlageentscheidungen treffen, um sicherzustellen, dass ESG-Faktoren in ihre Fonds integriert werden. Dabei geben 67 Prozent an, dass Integration die bevorzugte ESG-Umsetzungsstrategie ist. Wenn es darum geht, wie Vermögensverwalter sich am effektivsten in die Unternehmen, in die sie investieren, in Bezug auf ESG einbringen können, nennt fast die Hälfte der Befragten die Ausübung von Stimmrechten sowie die Überwachung und Berichterstattung zur Bewertung der Ergebnisse (jeweils 45 %) als wichtigste Instrumente. Etwas mehr (46 %) geben an, dass regelmäßige Treffen mit den Führungskräften der Unternehmen, in die investiert wird, wichtig sind.

53 Prozent der Befragten geben an, dass die mangelnde Konsistenz der ESG-Bewertungen von Rating-Firmen ein Hindernis bei der Einbeziehung von Forschungsdaten in ihren Anlageentscheidungsprozess darstellt. In Deutschland sind sogar 72 Prozent der Befragten dieser Meinung.

Wunsch nach mehr Strenge
“ESG ist ein Bereich, der für professionelle Anleger weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Anleger wissen die Bedeutung der ESG-Integration - und der qualitativen Analyse und des Engagements aktiver Fondsmanager – zu schätzen“, sagt Henning Busch, Managing Director für institutionelle Kunden bei Capital Group: „Allerdings berichten sie auch, dass der Mangel an robusten und konsistenten Daten die größte Herausforderung bei ESG-Investitionen darstellt. Es ist verständlich, dass mit der zunehmenden Bedeutung von ESG für diese Anleger auch der Wunsch nach einer strengeren Bewertung von ESG wächst."

Deutsche wollen bessere Vergleichbarkeit
Gerade in Deutschland ist der Wunsch nach vergleichbaren Daten besonders hoch, sagt Matthias Mohr, Managing Director Financial Intermediaries bei Capital Group. „Weltweit wünschen sich 49 Prozent der Anleger größere Transparenz und Konsistenz in der ESG-Berichterstattung der Fonds. In Deutschland sind sogar 64 Prozent dieser Ansicht.“
Bei der Frage, wie diese Herausforderungen gemeistert werden können, geben 43 Prozent an, dass eine konsistente Berichterstattung der wichtigste Faktor für eine bessere ESG-Analyse und -Umsetzung ist. Dicht gefolgt von einer stärkeren branchenübergreifenden Analyse von ESG-Faktoren in Portfolios- Mehr als ein Drittel der Investoren (37 Prozent bzw. 34 Prozent) würden dabei automatisierte Analysetools wie künstliche Intelligenz begrüßen. (aa)

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