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Scope-Studie zeigt, dass ETFs 2018 die besseren Investments waren

Traditionell gemanagte Fonds konnten 2018 nur selten ihren Vergleichsindex übertreffen, berichten die Fondsbeobachter von Scope. Sie sehen darin eine Rückkehr zur Normalität: 2017 hatten aktive Fonds noch deutlich besser abgeschnitten – aus Sicht der Analysten war das allerdings eine Ausnahme.

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© Rawpixel.com / stock.adobe.com

Was sich bereits vor einigen Wochen andeutete, ist nun Gewissheit geworden: Die meisten aktiven Fonds haben 2018 enttäuscht, Renditesucher wären in den meisten relevanten Anlagekategorien mit Indexfonds besser beraten gewesen. Zu diesem Ergebnis kommen die Fondsanalysten von Scope.

Im Vorjahr hatten aktive Fonds noch deutlich besser abgeschnitten, aus Sicht der Fondsanalysten war das allerdings eine rühmliche Ausnahme. "Das Jahr 2017 war ein außergewöhnlich gutes Jahr für aktive Fondsmanager", sagt Martin Fechtner, Lead Analyst bei Scope Analysis. "In einem gewissen Ausmaß stellt 2018 daher eine Normalisierung der Outperformance-Ratio dar."

2017 hatten Manager aktiv gesteuerter Fonds ihre Leistungsstärke eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In zahlreichen Anlagekategorien lieferten herkömmlich gemanagte Fonds bessere Investmentresultate ab als der jeweilige Peergroup-Index. Im Jahr 2018 ist dies laut Scope nicht gelungen. In keiner der betrachteten 15 Peergroups lag die Outperformance-Ratio über 50 Prozent. Heißt im Klartext: Anleger mussten schon ein sehr glückliches Händchen haben, um einen aktiven Fonds zu erwischen, der die Benchmark schlägt.

Aktive Aktienfonds schwach...
Die Outperformance-Ratio der knapp 2.000 betrachteten Aktienfonds betrug im abgelaufenen Jahr durchschnittlich gerade einmal 24 Prozent. Damit hat noch nicht einmal jeder vierte aktiv gesteuerte Fonds seinen Vergleichsmaßstab geschlagen. Zum Vergleich: 2017 betrug die Outperformance-Ratio der untersuchten Aktienportfolios noch 53 Prozent – ein herber Rückschlag.

In allen acht Aktienfonds-Peergroups fiel die Outperformance-Ratio 2018 schlechter aus als 2017. Den stärksten Einbruch erlebten die Fonds der Peergroup "Aktien Deutschland". Konnten 2017 noch 87 Prozent der Fonds den Vergleichsindex schlagen, gelang dies 2018 lediglich 25 Prozent. Ähnlich deutlich knickte die Outperformance-Ratio in der Peergroup "Aktien Japan" ein – von 74 Prozent auf 15 Prozent. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: Nur rund jedem siebten der 124 aktiv gemanagten Japan-Fonds gelang es 2018, den MSCI Japan zu übertreffen. "Japan gilt als einer der effizientesten Aktienmärkte weltweit – was es aktiven Fondsmanagern erschwert, Outperformance zu generieren", schiebt Scope-Fachmann Fechtner als Begründung hinterher.

Was die wenig vorzeigenswerte 2018er Bilanz weltweit investierender Aktienfonds betrifft, deren Outperformance-Ratio im Vorjahresvergleich um immerhin 34 Prozentpunkte auf rund 22 Prozent zusammenschnurrte, hat Fechtner ebenfalls einen Erklärungsansatz parat: "Zahlreiche Fondsmanager hatten sich 2018 mit einer Übergewichtung europäischer und Untergewichtung von US-Titeln aufgestellt – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Performance. Darüber hinaus haben zahlreiche Fondsmanager in Europa und Deutschland zyklische Exportunternehmen hoch gewichtet. Sie litten unter der Eskalation des Handelskonflikts jedoch am stärksten." 

Auch auf einem anderen Fuß wurden viele Fondsverantwortliche falsch erwischt. "Korrekturen fallen häufig in den Bereichen am stärksten aus, die zuvor am besten performt haben", erklärt Fechtner. In der Tat habe es in zahlreichen Märkten 2018 Trendwechsel gegeben. "Bei deutschen Aktien zum Beispiel waren viele Fondsmanager in Nebenwerten übergewichtet. Für Nebenwerte fiel die Korrektur vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2018 jedoch überproportional stark aus im Vergleich zu Blue Chips."

...aktive Rentenfonds noch schwächer
Doch es geht noch schlimmer: Die Outperformance-Ratio der rund 1.000 betrachteten Rentenfonds lag im Jahr 2018 sogar noch tiefer, bei durchschnittlich nur 16 Prozent. Zum Vergleich: 2017 war es immerhin der Hälfte der aktiv gemanagten Fonds gelungen, ihre jeweiligen Peergroup-Indizes zu schlagen.

Die höchste Outperformance-Ratio zeigte im Jahr 2018 die Peergroup "Renten EURO Corp. High Yield". Immerhin 29 Prozent der 76 Fonds konnten den Vergleichsindex schlagen. Dies ist zugleich die einzige der betrachteten Peergroups mit einer Verbesserung der Outperformance-Ratio im Vergleich zu 2017. Den niedrigsten Anteil von Fonds mit einer Outperformance weist 2018 hingegen die Vergleichsgruppe "Renten Europäische Währungen" auf. Nur sieben Prozent der Fonds konnten die Benchmark schlagen. Im Jahr zuvor waren es noch 30 Prozent gewesen.

Auch hier hat Scope-Experte Fechtner Ursachenforschung betrieben. "Im Anleihesegment wurde der langjährige Aufwärtstrend von Emerging Markets Bonds gegenüber Anleihen aus entwickelten Märkten gebrochen." Viele Fondsmanager hätten Schuldtitel aus Schwellenländern nicht zuletzt wegen des positiven Spreads zu Anleihen aus Industriestaaten übergewichtet. Ein weiterer Grund sei der hohe Anteil italienischer Anleihen in diversen Bondportfolios gewesen. "Italienische Bonds kamen wegen des Budgetstreits zwischen der neuen populistischen Regierung und der EU Kommission deutlich unter Druck", so Fechtner. (fp/ps)

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