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Schroders-Studie: Nachhaltig Investieren ist hindernisreich

Eine Umfrage unter rund 500 Großanlegern zeigt, dass Investieren auf Basis eines Nachhaltigkeitsansatzes selbst für Profiinvestoren eine beträchtliche Herausforderung darstellt, da diese einige entscheidende Hindernisse sehen – beispielsweise bei Rendite und Transparenz.

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Jessica Ground, Global Head of Stewardship bei Schroders: „Es zeigt sich immer deutlicher, dass nachhaltiges Anlegen langfristig zu besseren Ergebnissen für institutionelle Investoren führt.“
© Schroders

Auch wenn die Mehrheit der in der Schroders-Studie befragten institutionellen Anleger davon ausgeht, dass Nachhaltigkeitsinvestments in den kommenden fünf Jahren weiter an Bedeutung gewinnen, stellen Nachhaltige Kapitalanlagen selbst für Profianleger eine „beträchtliche Herausforderung“ dar. Das ist das Kurzresümee der Schroders Institutional Investor Study (SIIS), für die weltweit 500 institutionelle Anleger befragt wurden.

Wie die Umfrage zeigt, sind Bedenken hinsichtlich Wertentwicklung, Transparenz und Risiko im Bereich nachhaltiger Investitionen weiterhin die größten Hindernisse für Investoren. Im Rahmen der Studie wurde der Begriff „Nachhaltigkeit“ als zukunftsorientiertes, ganzheitliches Anlagekonzept definiert, das eine vollständige Integration, bestimmte Ausschlusskriterien und Best-in-Class-Investing beinhaltet.

Eindeutige Aussage
Mehr als drei Viertel (77 Prozent) aller Anleger – darunter Pensions- und Staatsfonds sowie Stiftungen – gaben an, dass nachhaltiges Anlegen für sie nach wie vor eine Herausforderung darstellt. Demgegenüber sind nur 23 Prozent der Investoren der Auffassung, nachhaltige Anlagestrategien seien unkompliziert.

Die Herausforderungen sind offenbar vor allem in Asien hoch: Hier berichteten 82 Prozent der Anleger von Schwierigkeiten, während es in den USA nur 68 Prozent waren.

Bedenken hinsichtlich Rendite…
Fast die Hälfte (44 Prozent) aller Investoren weltweit bezeichnete „Bedenken bei der erwarteten Wertentwicklung“ als Hinderungsgrund für nachhaltige Investments. Viele zeigten sich von den langfristigen Renditeaussichten des Anlagekonzepts nicht überzeugt.

… und Transparenz
Auf einen „Mangel an Transparenz und Berichtsdaten“ beriefen sich 41 Prozent der Investoren, während 28 Prozent „Schwierigkeiten bei der Risikobewertung und -steuerung“ als ein Hindernis bezeichneten, das langfristigen Investments im Wege stehe.

Redaktionelle Anmerkung: Mehr Details zu dieser Umfrage finden Sie in zwei Grafiken, die wir in einer kleinen Bildergalerie zusammengefasst haben.

Laut Jessica Ground, Global Head of Stewardship bei Schroders, kommt es deshalb besonders darauf an, dass Investoren so wenige Herausforderungen wie möglich zu bewältigen haben, wenn sie sich für einen Nachhaltigkeitsansatz entscheiden. „Am besten ist es natürlich, wenn ihnen überhaupt keine begegnen.“

Ground meint des Weiteren, dass Risikobedenken bei nachhaltigen Anlagestrategien eigentlich kein Hindernis darstellen sollten, da diese zukunftsorientierten Herangehensweisen signifikante Risiken wie den Klimawandel berücksichtigen, die von herkömmlichen Risikobemessungsmethoden schlichtweg nicht abgebildet werden. „Im Bereich Wertentwicklung der Anlagen zeigen die von uns ermittelten Daten, dass nachhaltigere Unternehmen länger eine stabile Rendite erzielen, was sie für Investoren zu interessanten Anlagemöglichkeiten macht.“

Unterschiedliche Ansichten
Trotz dieser Bedenken waren laut Studie 67 Prozent der Investoren weltweit der Überzeugung, dass nachhaltige Anlagen in den kommenden fünf Jahren an Bedeutung gewinnen werden. In Lateinamerika waren sogar 85 Prozent dieser Meinung, während in Asien weniger als zwei Drittel (59 Prozent) diese Ansicht teilten.

Bemerkenswert ist, dass weltweit 20 Prozent der Investoren bislang nicht von nachhaltigen Anlagekonzepten überzeugt sind. In Lateinamerika liegt dieser Anteil sogar bei 29 Prozent, während in Europa die Skepsis mit nur 15 Prozent am geringsten ausgeprägt ist.

„Es ist ermutigend, dass Anlegern die wichtige Rolle nachhaltiger Investitionen zunehmend bewusst wird. Klar ist aber auch, dass noch mehr getan werden muss, damit mehr Investoren auf der ganzen Welt dieses Konzept für sich übernehmen“, erklärte Ground abschließend. (aa)

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