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QC Partners: Volatilität ist zwar lästig, aber auch eine gute Rendite!

Volatilitätsindizes wie der VDAX NEW, der VSTOXX oder der VIX standen im Juli historisch tief. Im Interview mit Institutional Money erklärt Thomas Altmann, Leiter des Portfolio Managements von QC Partners, warum niedrige Volatilitäten keineswegs mit einem risikolosen Marktumfeld gleichzusetzen sind.

Thomas Altmann, QC Partners
Thomas Altmann, Leiter des Portfolio Managements, QC Partners: "Volatilitätsstrategien können sich von adversen Aktienmarktbewegungen abkoppeln.“
 
© QC Partners

Wenn die Kursschwankungen an den weltweiten Aktienmärkten ansteigen, dann spielen Volatilitätsstrategien ihre Stärken aus. So zumindest lautet die allgemeine Überzeugung. Empirisch betrachtet, stimmt das auch. Allerdings lassen sich auch in volatilen Seitwärtsmärkten und Phasen fallender Volatilitäten mit entsprechenden Strategien attraktive Prämien vereinnahmen. Wie das geht, erklärt Thomas Altmann, Leiter des Portfolio Managements von QC Partners, der im Gespräch mit der Redaktion auf Funktionsweise sowie Chancen und Risiken von Volatilitätsstrategien im aktuellen Marktumfeld eingeht.

Spin-Off von Kepler Capital Markets
QC Partners ist eine eigentümergeführte Asset Management-Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt. Als Spezialist für alternative Investmentstrategien ging das Unternehmen 2013 als Management-Buy-Out aus der Asset Management Sparte von Kepler Capital Markets hervor. Mit dabei war nicht nur das heutige Management, sondern auch die beiden österreichischen Gesellschaften C-Quadrat und Q-Advisers-Group. Insgesamt verwaltet QC Partners ein Anlagevolumen von rund 1,1 Milliarden Euro, 100 Millionen Euro davon in drei hauseigenen Publikumsfonds.

Aufgrund der geringen Abhängigkeit ihrer Volatilitätsstrategien zu anderen Assetklassen verzeichnet QC Partners aktuell ein steigendes Investoreninteresse, insbesondere von institutionellen Anlegern und Family Offices und damit einhergehend ein starkes Wachstum der verwalteten Assets. Die Ergebnisse der entsprechenden Fonds geben Investoren Recht: Einige der Volatilitätsfonds von QC Partners kletterten zuletzt auf ein Allzeithoch. Das ist Grund genug, genauer nachzufragen:

Herr Altmann, zahlreiche Volatilitätsindizes haben zuletzt sehr niedrig notiert. Gleichzeitig nehmen ökonomische und weltpolitische Unsicherheiten immer mehr zu. Wie passt das zusammen?
Thomas Altmann: Lange Zeit hatten die Anleger ein sehr stark ausgeprägtes Vertrauen, dass Politik und Zentralbanken große Themen, wie beispielsweise den Brexit, lösen werden und die Konjunktur damit am Laufen halten. Das erklärt die lange Zeit geringer Kursschwankungen. Aktuell sehen wir wieder einmal eindrucksvoll, wie schnell die Stimmung am Kapitalmarkt drehen kann. Unmittelbar vor den großen Einschlägen im ersten und vierten Quartal vergangenen Jahres standen die Volatilitätsindizes übrigens ähnlich niedrig wie noch vor wenigen Wochen. Das unterstreicht, dass niedrige Volatilitäten eben nicht mit einem risikolosen Marktumfeld gleichzusetzen sind.

Einige graue Wolken scheinen aufzuziehen, was sich unter anderem an der Positionierung der Zentralbanken, schwächelnden Geschäftsklima- und Einkaufsmanagerindizes sowie Fragezeichen bezüglich künftiger Unternehmensgewinne ablesen lässt. Wie schätzen Sie die aktuelle Stimmung ein?
Altmann: Daran, dass der aktuelle Konjunkturzyklus seinen Höhepunkt überschritten hat, gibt es keinen Zweifel mehr. Für die Börsen ist jetzt entscheidend, ob wir uns nur in einem moderaten Abschwung oder möglicherweise am Beginn einer Rezession befinden. Eine Rezession ist in den aktuellen Kursen definitiv nicht eingepreist. Von daher ist die Stimmung an den Börsen aktuell eher besser als in der Realwirtschaft.

Nach einem schwachen Dezember 2018 verbuchten die wesentlichen Aktienindizes steigende Kurse im ersten Quartal 2019, gefolgt von einigen Rücksetzern im zweiten Quartal. Sie sagen, mittels Volatilitätsstrategien lassen sich Marktchancen in allen Phasen nutzen. Können Sie uns die Funktionsweise erklären – wo kommt die Rendite her?
Altmann: Unsere Renditequelle ist die Volatilität. Um aus Volatilität Performance zu erzielen, verkaufen wir sehr defensive Put-Optionen auf Aktienindizes weltweit. Dafür erhalten wir Optionsprämien. Diese fallen umso höher aus, je höher die Volatilitäten sind. Anschließend spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Je kürzer die verbleibende Laufzeit der Optionen wird, desto niedriger wird die Optionsprämie. Bleiben Faktoren wie Aktienkurse und Volatilitäten konstant, verdienen wir bereits - nur durch das Vergehen von Zeit - Geld für unsere Kunden.

Sicherlich gibt es auch Risiken. Wie gehen Sie damit um?
Altmann: Viele Risiken werden bereits durch das defensive Set-Up der Strategien begrenzt. Unser Portfolio besteht zu jedem Zeitpunkt aus Optionen auf etwa zehn Indizes der Regionen Europa, Asien und Amerika. Beim Eingehen sind die Basispreise der Optionen signifikant weit vom jeweiligen Indexstand entfernt, bei unserer Volatility-Income-Strategie liegt dieser Sicherheitspuffer beispielsweise zwischen 15 und 30 Prozent.

Hinzu kommt, dass wir in herausfordernden Marktphasen, wie etwa im vierten Quartal 2018, frühzeitig eingreifen, um die Risiken im Portfolio weiter zu reduzieren. Vor dem großen Einbruch am Aktienmarkt lagen die Basispreise der DAX-Optionen im Portfolio zwischen 8.200 und 10.200 Punkten. Während des Einbruches wurden die Basispreise auf 6.600 bis 8.400 Punkte reduziert. Trotz dieser Risikoreduzierung wurden bei den Transaktionen zusätzliche Optionsprämien und damit zusätzliches Performancepotential vereinnahmt.

Können Sie das anhand einiger konkreter Zahlen Ihrer Fondsstrategie veranschaulichen?
Altmann: Besonders deutlich wird das an der Bewegung des Fondspreises relativ zum Aktienmarkt. Durch die frühzeitig defensive Positionierung hat der QCP Funds – Volatility Income (WKN: A2DW0Z) bereits Mitte Januar ein neues Allzeithoch erreicht. Zum Vergleich: Der Dax-Index hat sein Allzeithoch aus dem letzten Jahr bis heute nicht wieder erreicht. Ein weiteres, schönes Beispiel ist der Mai des laufenden Jahres: Hier beläuft sich das Minus beim Dax auf 5,5 Prozent, wohingegen der QCP Funds – Volatility Income gerade mal 0,8 Prozent abgegeben hat. Beide Beispiele zeigen, wie sehr sich Volatilitätsstrategien von adversen Marktbewegungen abkoppeln können. In diesem Jahr beläuft sich das Plus des QCP Funds – Volatility Income bereits auf circa 14 Prozent.

Wie wichtig ist das Timing des Einstiegszeitpunkts für die Investoren?
Altmann: Für den Anleger ist das Timing von untergeordneter Bedeutung. Das Timing übernehmen wir bereits im Rahmen der Fondssteuerung. Sind Volatilitäten und Optionsprämien hoch, sprich es gibt mehr zu verdienen, wird der Investitionsgrad der Portfolios schrittweise erhöht. Sinkt die Attraktivität, wird auch der Investitionsgrad unserer Portfolios gesenkt. So wurde der Investitionsgrad während der Börsenschwäche im Mai von 90 Prozent auf 120 Prozent des historischen Durchschnittes erhöht. Mit den niedrigen Volatilitäten im Frühsommer reduzierten wir im Rahmen des aktiven Managements den Investitionsgrad dagegen auf bis zu 76 Prozent. Aktuell sind wir mit etwa 100 Prozent wieder im neutralen Bereich angekommen.

Vielen Dank für das Gespräch. (hh)

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