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M&G: So funktioniert Nachhaltigkeit bei Leveraged Loans

Die Fondsmanagerin des M&G Investments Sustainable Loan Fund erläutert, warum Sustainable Leveraged Loans an Bedeutung gewinnen und auf was es aus Investorensicht ankommt

Fiona Hagdrup, Fondsmanagerin im Bereich Leveraged Finance bei M&G Investments
Fiona Hagdrup, M&G
© M&G

Die Emissionsvolumina nachhaltiger Schuldtitel stellen immer wieder neue Rekorde auf: Allein im Jahr 2021 wurden mehr als 800 Milliarden US-Dollar an grünen, sozialen, nachhaltigen und nachhaltigkeitsbezogenen Krediten und Anleihen aufgenommen – das zeigen Berechnungen der Bloomberg NEF. Damit ist der Markt auf ein Gesamtvolumen von etwa drei Billionen US-Dollar gestiegen, merkt Fiona Hagdrup, Fondsmanagerin des M&G Investments Sustainable Loan Fund, in einem „Institutional Money“ exklusiv vorliegenden Beitrag an.

Steigende Bedeutung
Nachhaltigkeit ist laut Hagdrup für Unternehmen, die sich Kapital beschaffen wollen, zunehmend ein wichtiger Faktor geworden. Private-Equity-Sponsoren haben einen großen Teil der in diesem Jahr ausgegebenen Leveraged Loans durch ein nachhaltiges Element in den LBO-Darlehen ergänzt. Die Frage sei Hagdrup zufolge, ob diese Entwicklungen wirklich ein Zeichen für ein breiteres Engagement der Kreditnehmer oder der Private-Equity-Sponsoren in Bezug auf die Offenlegung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten (ESG) und Nachhaltigkeitsthemen ist.

Zur Erinnerung: Ein nachhaltigkeitsbezogenes Darlehen, sogenannte Sustainability-Linked Loan oder kurz SLL, ist ein Darlehen, dessen Erlöse für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden können. Die Marge ist jedoch abhängig davon, ob ein Unternehmen eine im Voraus festgelegte ESG-Kennzahl oder ein Nachhaltigkeitsziel und einen damit verbundenen Leistungsindikator erfüllt. „Als Anlageklasse werden SLLs immer beliebter. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie gegenüber öffentlich gehandelten festverzinslichen Wertpapieren den Vorteil einer umfassenderen Due-Diligence-Prüfung haben – auch in Bezug auf ESG-Risikofaktoren“, merkt Hagdrup an. „Nachhaltigkeitskriterien finden auch in Leveraged-Loan-Strukturen häufiger ihren Platz, weil der Kreditmarkt allmählich bessere Zielvorgaben und die Offenlegung von ESG-Kriterien integriert.“

Mehr Offenlegung
Private Darlehen haben zwar ein großes Potenzial, nachhaltige Praktiken zu beeinflussen und zu fördern, aber es gibt in dieser Anlageklasse weit weniger Transparenz als bei öffentlichen Anleihen, hält Hagdrup  fest. Um den Wandel hier zu beschleunigen, sei die Zusammenarbeit von Anlegern mit Fachverbänden, Klima- und ESG-Organisationen entscheidend. Dazu kommen das aktive Engagement und die Lobbyarbeit für eine stärkere Offenlegung von ESG-Risikofaktoren sowie Nachhaltigkeitsverpflichtungen durch Unternehmen und Sponsoren.

Die Assetklasse Darlehen eignet sich Hagdrup zufolge gut für die Zusammenarbeit mit Darlehensnehmern und Sponsoren, da deren direkter, privater Charakter einen regelmäßigen bilateralen Austausch ermöglicht.

Regulierungen, wie die EU-Offenlegungsverordnung nachhaltiger Finanzprodukte, tragen dazu bei, mehr Bewusstsein der Marktteilnehmer zu schaffen. „Darüber hinaus hat die Zunahme der SLL-Emissionen bei Unternehmen dafür gesorgt, dass sie ihre Nachhaltigkeitsstandards selbst überprüfen. Die European Leveraged Finance Association (ELFA) und die Loan Market Association (LMA) fordern, dass die ESG-Ziele für nachhaltigkeitsgebundene Krediten angemessen ehrgeizig und erreichbar sein müssen“, merkt Hagdrup.

Mit drei Stufen zu mehr Nachhaltigkeit
Durch eine positive Ausrichtung der Investitionen und ein aktives Engagement bei den Unternehmen, in die investiert wird, kann ein Fonds über die reine ESG-Integration hinausgehen, indem er beispielsweise robuste ESG-Bewertungsschwellen vorsieht. Dazu eignet sich Hagdrup zufolge „am besten“ nachfolgender dreistufige Ansatz:

  • Ausschluss: Keine Unternehmen, die gegen international anerkannte Standards und Normen verstoßen oder Einnahmen aus bestimmten Geschäften und Sektoren erzielen, die nicht nachhaltig sind.
  • Engagement: Strenge Einbindung durch bilaterale und kollektive Maßnahmen
  • Aufwertung: Favorisierung von Unternehmen, die unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten eine hohe Punktzahl erreichen, und Konzentration auf Nachhaltigkeitssiegel

Frage nach der Motivation
Angesichts der hohen Emissionsvolumina von Darlehen mit Nachhaltigkeitsbezug im letzten Jahr gab es immer wieder Stimmen, die die Motivation der Private-Equity-Sponsoren in Frage stellten, merkt Hagdrup an. Dabei wurden auch Beispiele für Transaktionen genannt, bei denen der Markt die Einbeziehung von ESG-bezogenen Vertragsklauseln als wenig ambitioniert kritisierte.

Bei aller Kritik sollte Hagdrup zufolge bedacht werden, dass nicht börsennotierte Unternehmen in vielen Fällen weit mehr tun, als öffentlich oder systematisch berichtet wird. „Institutionelle Anleger in nachhaltigkeitsbezogene Kredite sollten darauf achten, dass ihr Vermögensverwalter eine enge Beziehung zu den investierten Unternehmen und deren Managementteams pflegt. Er muss diese genau kennen, damit er ihre Nachhaltigkeitsleistungen mit denen ihrer börsennotierten Konkurrenten vergleichen kann“, betont Hagdrup.

Auch wenn der Leverage-Finance-Markt bereits erhebliche Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit gemacht hat, gäbe es noch viel zu tun. „Dafür müssen Fremdkapitalinvestoren, Konsortialbanken, Private-Equity-Sponsoren und natürlich die Emittenten selbst an einem Strang ziehen, um die Anforderungen der Regulierungsbehörden und aller Interessengruppen erfüllen zu können – einschließlich die der Anleger“, erklärt Hagdrup abschließend. (aa)

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