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Mercer-Umfrage: Wo wollen Nonprofit-Organisationen investieren?

Rund zwei Drittel der von Mercer befragten Nonprofit-Organisationen planen eine stärkere Diversifikation ihrer Portfolios und 72 Prozent wollen ihr Engagement in ESG-bezogene Investitionen in den nächsten zwei Jahren erhöhen.

Caterina Ket, Direktorin Institutionelle Kunden, Investment Solutions bei Mercer Global Investments Europe
Caterina Ket, Direktorin Institutionelle Kunden, Investment Solutions bei Mercer Global Investments Europe
© Mercer

Nonprofit-Investoren sehen in Private Markets die größten Chancen für höhere Renditen in den kommenden Jahren, lautet eines der zentralen Ergebnisse der globalen Nonprofit Investment Survey von Mercer Global Investments Europe (Mercer). Die Umfrage ergibt darüber hinaus, dass die Diversifizierung der Portfolios in alternativen Anlageklassen mit Herausforderungen verbunden ist, darunter eine höhere Komplexität, höhere Gebühren und mehr Ressourcen, die für eine effektive Auswahl von Investmentmanagern erforderlich sind.

Im Rahmen der Umfrage wurden 133 Nonprofit-Anleger in 20 Ländern zu vier Bereichen befragt: Markttrends und Vermögensallokation, Investitionen in alternative Anlageklassen, Nachhaltigkeit und ESG sowie Geschäftsstrategie und ausgelagertes Anlagemanagement.

Magerere Zeiten voraus
Die Studie zeigt, dass die meisten gemeinnützigen Organisationen (79 Prozent) zwar mit der Entwicklung ihrer Portfolios in den letzten drei und fünf Jahren zufrieden sind, die Mehrheit (59 Prozent) jedoch befürchtet, dass die Anlagerenditen in den nächsten drei Jahren niedrig sein werden. Außerdem sind 39 Prozent der Befragten unsicher, ob ihre Portfolios für einen extremen Abschwung gerüstet sind. Anmerkung: Die Umfrage wurde vor dem zweiten Quartal 2022 durchgeführt, in dem die Widerstandsfähigkeit der Portfolios getestet wurde.

Während die Anleger in den letzten zehn Jahren eine der stärksten Wachstumsperioden bei Aktien und Anleihen erlebten, sind viele gemeinnützige Organisationen (65 Prozent) der Ansicht, dass ihre größte Chance in der Diversifizierung ihrer Anlageklassen liegt, da sie für die Zukunft geringere Erträge erwarten.

Privatmarktanlagen gefragt
Eine Möglichkeit für gemeinnützige Organisationen, ihre Portfolios zu diversifizieren, ist die Aufstockung der Investitionen in Privatmarktanlagen. Private Markets umfassen alternative Anlagen, die nicht unter die traditionellen Aktien- oder Rentenmärkte fallen und zunehmend an Attraktivität gewinnen, da sie ein anderes Renditeprofil bieten können. Auf die Frage, ob ihre Organisation in private Märkte investiert, gaben 63 Prozent der Befragten an, dass sie entweder in Private Markets investieren oder dies in den nächsten 12 Monaten planen.  75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie wegen besseren Renditen und höheren Anlageerträgen auf Private Markets setzen.

Hürden zu überwinden
Für viele gemeinnützige Organisationen ist es jedoch schwierig, in Private Markets zu investieren, insbesondere für diejenigen, die über kleinere Portfolios und geringere Ressourcen verfügen. Die Umfrage zeigt, dass Organisationen mit einem Portfolio von einer Milliarde US-Dollar oder mehr mit größerer Wahrscheinlichkeit in private Märkte investieren (86 Prozent), verglichen mit Organisationen mit weniger als 250 Millionen US-Dollar (40 Prozent).

Von denjenigen, die nicht in private Märkte investieren, geben 55 Prozent an, dass ihnen die Ressourcen zur Bewertung von Anlagemöglichkeiten fehlen, 46 Prozent sagen, dass die Anlagevehikel und -instrumente zu komplex sind, 43 Prozent geben an, dass die Gebühren zu hoch sind und 41 Prozent sagen, dass der Prozess der Managerauswahl angesichts der großen Streuung der Renditen auf dem Markt zu komplex ist.

Externe Expertise sinnvoll
"Stiftungen mussten sich seit der globalen Finanzkrise mit einer enormen Zunahme der Komplexität auseinandersetzen. Während sie traditionell in Aktien und Staatsanleihen der Industrieländer investierten, haben sie in den letzten Jahren ihr Spektrum auf Vermögenswerte wie Hochzinsanleihen, sowie Aktien und Anleihen aus Schwellenländern ausgeweitet, um ausreichende Erträge für ihren Stiftungszweck zu generieren. Mit der Stiftungsreform rücken nun auch Private Markets stärker in den Investmentfokus. Erfreulicherweise zeigt sich aus der Umfrage, dass die meisten gemeinnützigen Organisationen die Barrieren in Bezug auf Zugang und Ressourcen überwinden, indem sie die Hilfe externer Dienstleister in Anspruch nehmen“, erklärt Caterina Ket, Direktorin Institutionelle Kunden, Investment Solutions bei Mercer Global Investments Europe. „Die Umfrage ergab zudem, dass 55 Prozent der Organisationen ausgelagerte Chief Investment Officers (OCIO) einsetzen, um die Komplexität der privaten Märkte zu bewältigen.“

ESG gewinnt an Bedeutung
Die Umfrage ergab auch, dass viele Nonprofit-Organisationen ESG-Aspekte bereits berücksichtigen. Einige Investoren haben jedoch immer noch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von ESG auf potenzielle Renditen. Während 72 Prozent der Befragten angaben, dass sie beabsichtigen, ihr Engagement in ESG-bezogene Investitionen in den nächsten zwei Jahren zu erhöhen, glauben 39 Prozent, dass sie dabei möglicherweise Kompromisse eingehen müssen, und von dieser Gruppe glauben 57 Prozent, dass dies Kompromisse bei den absoluten Renditen bedeutet. Dies deutet darauf hin, dass noch Aufklärungsarbeit in Bezug auf die risikoadjustierte Performance von ESG-integrierten Strategien erforderlich ist.

Auf die Frage, was bei der Auswahl eines Drittanbieters oder OCIO am wichtigsten sei, nannte die Mehrheit der Befragten (61 Prozent) eine starke Erfolgsbilanz, während 45 Prozent den Zugang zu hochqualifizierten Managern und 39 Prozent einen gut definierten Anlageprozess und Wettbewerbsvorteile nannten. (aa)

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