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| Theorie

Mercer-Studie über die Zukunft von Private Debt

Mercer stellt die neue Studie „Private Markets in Motion: Private Debt“ vor. Diese zeigt, warum sich Private Debt in den vergangenen Jahren von einem Nischeninvestment zu einer Mainstream-Assetklasse entwickelt hat und welche Herausforderungen bestehen.

René Wrenger, Segmentleiter Financial Institutions, Mercer
René Wrenger, Segmentleiter Financial Institutions, Mercer© Mercer

Private Debt etabliert sich zunehmend als zentrales Finanzierungsinstrument jenseits der Bankenwelt und hat für institutionelle Anleger eine beachtliche Entwicklung von einer Nischen- zu einer Mainstream-Anlageklasse vollzogen. Dies und vieles mehr ist das Ergebnis der Studie „Private Markets in Motion: Private Debt“ des Beratungsunternehmens Mercer, bei der im Mai 2025 weltweit 57 Asset Manager befragt wurden, um die aktuellen Entwicklungen und Perspektiven auf dem Private-Debt-Markt zu analysieren.

Große Nachfrage
Mit erwarteten Finanzierungsbedarfen von rund 90 Billionen US-Dollar in den nächsten zehn Jahren gewinnt diese Anlageklasse sowohl für Investoren als auch für Kreditnehmer zunehmend an Bedeutung.

Derzeit prognostizieren 81 Prozent der für die Studie befragten Asset Manager einen Anstieg der Zahl an General Partnern (GPs), die Private-Debt-Fonds auflegen.

Breitere Anlegerschichten
Die meisten befragten Manager rechnen sowohl mit mehr Fondsgesellschaften als auch mit einem deutlichen Zuwachs an Investoren, die Private Debt künftig in ihre Portfolios aufnehmen. Zudem nimmt die Rolle des Wealth-Managements offenbar zu: Vermögende Privatkunden und ihre Berater gelten als wichtigster Treiber der künftigen Mittelzuflüsse, gefolgt von Versicherern. Damit steigt ebenso der Bedarf an semi-liquiden Fondsstrukturen.

Schärferer Wettbewerb, sinkende Gebühren, höhere Defaults
Trotz der positiven Wachstumsaussichten sehen viele Manager einen verschärften Wettbewerb als Herausforderung. Eine Marktsättigung könnte zu einem Abwärtsdruck auf die Gebühren führen, die in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich sinken werden.

Zugleich erwartet mehr als die Hälfte der befragten Manager (65 %) einen Anstieg der Verlustquoten, was die Kreditauswahl anspruchsvoller machen sollte. Insgesamt belastbare Gründe, warum Investoren auf die Selektion geeigneter Partner achten sollten.

Private Debt bleibt trotz allem ein Kernbestandteil im Portfolio institutioneller Investoren. Die Kombination aus wachsender Nachfrage, dem relativen Rückzug traditioneller Banken sowie die Zunahme an Marktteilnehmern sind allesamt Teile einer Dynamik, die vielversprechende Aussichten auf dem Markt schafft, aber auch Herausforderungen.

„Private Debt ist nicht gleich Private Debt“
„Mit Hinsicht auf Deutschland legt die Studie nahe, dass Private Debt auch hierzulande an Bedeutung gewinnen könnte, da es ein wachsendes Interesse gibt, neue Finanzierungswege zu öffnen“, erläutert René Wrenger, Segmentleiter Financial Institutions, Mercer. „Investoren sind gut beraten, sich mit den vielen Möglichkeiten dieser Anlageklassen auseinanderzusetzen. Private Debt ist nicht gleich Private Debt.“

Für Marktteilnehmer wird es künftig besonders sinnvoll sein, mit erfahrenen Partnern zusammenzuarbeiten, die die aktuellen Trends verstehen und Risiken kompetent managen.

Der jüngst von Mercer vorgelegte Report ist die erste Veröffentlichung der neuen Reihe „Private Markets in Motion“, die künftig jedes Quartal die wichtigsten Trends und Kapitalflüsse in einer bestimmten Private-Markets-Anlageklasse beleuchten wird. (aa)

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