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McKinsey: Droht bei Private Equity eine Überhitzung?

Die jüngst von McKinsey präsentierten Zahlen zu Private Equity lassen zumindest am ersten Blick die Befürchtung aufkommen, dass wie vor der Finanzkrise Übertreibungen zu konstatieren sind. Bei genauerer Analyse scheinen die Unternehme aus der Krise jedoch gelernt zu haben.

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© Egor / stock.adobe.com

Institutionelle Investoren setzen aufgrund niedrigster Zinsen im Bereich Fixed Income auf Privatmarktanlagen. Im Gegenzug wird Private Equity (PE) in Deutschland und weltweit immer wichtiger für die Finanzierung von Unternehmen. Das zeigt sich an jenen Zahlen, die McKinsey & Company jüngste im Rahmen der-Studie „Private markets come of age“ veröffentlichte.

Trend geht zu mehr „Privatbesitz“
Ende 2018 waren nach Analysen der Unternehmensberatung 8.000 Unternehmen im Besitz von Private-Equity-Firmen, was einer Verdoppelung seit 2006 entspricht. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl börsennotierter Unternehmen um 16 Prozent von 5.100 auf 4.300.

Insgesamt stecken aktuell 5,8 Billionen US-Dollar in Privatinvestments – ein Rekordwert. Das Transaktionsvolumen 2018 betrug 1,4 Billionen Dollar, auch dies ist ein Allzeithoch.

Der Zufluss an neuen Mitteln in Private Equity war 2018 allerdings geringer als im Vorjahr: 385 Milliarden Dollar gegenüber 460 Milliarden. Dies ist ein Rückgang um 16 Prozent.

Zusammen mit den anderen privaten Investitionsklassen (neben Private Equity auch Real Estate, Private Debt, Rohstoffe und Infrastruktur) betrug der Rückgang der Mittelzuflüsse elf Prozent auf nun 778 Milliarden Dollar.

In Europa flossen umgerechnet 82 Milliarden Dollar frisch in Private-Equity -Investments, was eine Abschwächung um elf Prozent bedeutet.

Lukas Schäfer (Bild links), Leiter der Private-Equity-Beratung von McKinsey in Deutschland, erklärt dazu: „Das Transaktionsvolumen der Private-Equity-Deals hat weltweit seit 2009 kontinuierlich zugenommen, allerdings stagniert die Anzahl der Deals seit 2015 auf hohem Niveau.“ Die durchschnittliche Deal-Größe betrug 2018 global 157 Millionen Dollar – zwölf Prozent mehr als im Jahr davor.

Parallelen zu früher
Die McKinsey-Experten stellen fest, dass es viele Parallelen zwischen der heutigen Situation zu der von 2007 gibt: Die Preise sind hoch, die Liquiditätsreserven steigen und jeden Tag treten neue Anbieter am Markt auf, gerade auch in Deutschland.

Dennoch bestehen wichtige Unterschiede zu früher: „Die Transaktionen sind nicht nur kleiner, sie werden auch weniger mit Fremdkapital belastet. Die Marktteilnehmer haben aus Fehlern der Vergangenheit gelernt“, beobachtet Schäfer.

Insgesamt sitzen die Investoren weltweit nach der McKinsey-Analyse auf rekordhohen Liquiditätsreserven: Das sogenannte Dry Powder betrug zuletzt 2,1 Billionen Dollar und ist damit seit 2012 um 14 Prozent pro Jahr gestiegen.

Der Ausblick für die Private-Equity-Branche ist nach Einschätzung von McKinsey robust – trotz der geringeren Mittelzuflüsse 2018. Schäfer: „Der Markt für sogenannte Secondaries, also Transaktionen zwischen Private-Equity-Gesellschaften wächst weiter sehr schnell, die zufriedenstellenden Erträge und die Flexibilität der Anlage zieht viele Investoren an.“

Nach seiner Beobachtung professionalisieren sich die Firmen am Markt zusehends und achten vermehrt auf die Effizienz auch ihrer eigenen Abläufe, um im Wettbewerb besser dazustehen, auch in Deutschland. Schäfer: „Der Markt ist endgültig erwachsen geworden.“ (aa)

Die vollständige Studie zum Download finden Sie unter https://www.mckinsey.com/industries/private-equity-and-principal-investors/our-insights/private-markets-come-of-age

 

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