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ARTS-Chef Leo Willert über die Vorzüge von Momentum-Strategien

Der Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Management erläutert, warum gerade in unsicheren Marktphasen automatisierte und trendfolgende Momentum-Strategien ihre Vorteile ausspielen können und Investoren erlauben, sich entspannt zurückzulehnen.

Leo Willert, ARTS Asset Management
Mag. Leo Willert, ARTS Asset Management
© ARTS Asset Management

Angesichts der vielen Risiken und Unsicherheiten haben sich viele Anleger aus dem Aktienmarkt zurückgezogen. Viele professionelle Investoren lassen Vorsicht walten und haben ihre Cash-Positionen deutlich erhöht. Doch zu viel Pessimismus kann auch dazu führen, dass man gute Einstiegszeitpunkte oder auch Investmentchancen verpasst. "Einen Ausweg aus diesem Dilemma kann die Momentum-Strategie bieten. Dieser quantitative Handelsansatz blendet Emotionen aus Anlageentscheidungen aus und steigt in Aktien oder Fonds aus den verschiedensten Ländern und Branchen ein, wenn sich ein positiver Kurstrend manifestiert hat", schreibt Mag. Leo Willert, Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Management, in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag.

In die temporären Sieger automatisiert investieren
Zur Erinnerung: Die Momentum-Strategie basiert auf dem wissenschaftlich vielfach untersuchten und belegten Momentum-Effekt, der besagt, dass diejenigen Wertpapiere mit den stabilsten Kurssteigerungen eine mathematisch erhöhte Chance aufweisen, ihren Trend kurz- bis mittelfristig fortzusetzen. Der Amerikaner Robert A. Levy hat diese Tendenz zuerst in den 1960er bei US-amerikanischen Aktien wissenschaftlich untersucht und als Relative Stärke bezeichnet. "Der Momentum-Effekt lässt sich als mathematische Regel durch Algorithmen abbilden, die automatisiert in die stärksten Aktien oder Fonds investieren und wieder aussteigen, wenn sich ein Momentum abgeschwächt hat", betont Willert.

Grundlage für den Trendfolgeansatz ist Willert zufolge ein großer Pool an Kursdaten, der durch den Computer rund um die Uhr ausgewertet wird. Dabei sollte es keine Begrenzungen hinsichtlich der Länder und Branchen geben.

"Gerade in Krisenzeiten wie diesen gibt es nicht nur Verlierer am Aktienmarkt, sondern auch Gewinner, die von den gegenwärtigen Herausforderungen wie der Inflation und der Energieknappheit profitieren. Diese können durch die automatisierte, trendfolgende Analyse aus einem breiten Universum an Wertpapieren ermittelt werden", hält Willert fest.

Rohstoffe: Traden, nicht ewig halten
Ein Beispiel für Gewinner im aktuellen Marktumfeld sind Energieunternehmen. Durch eine aktive Handelsstrategie mit integriertem Sektor-Rotations-Prinzip können Gewinner erkannt und somit auch an der Rohstoffrally partizipiert werden. Dass sich Rohstoffe jedoch nicht für einen Buy and Hold-Ansatz eignen, lässt sich Willert zufolge an der Entwicklung des Bloomberg Commodity Index in US-Dollar verdeutlichen: Dieser hat in diesem Jahr year-to-date um rund 19,7 Prozent (Stand: 4.8.22) zugelegt.

Wenn man jedoch den Anlagehorizont auf die vergangenen zehn Jahre erweitert, sieht die Performance nicht mehr so rosig aus, merkt Willert an: hier weist der Bloomberg Commodity Index einen Wertverlust von ca. 11,8 Prozent auf. Lässt man die letzten beiden gut performenden Jahre weg, sieht die Performance noch düsterer aus: in diesem Zeitraum verlor der Index ca. 50 Prozent an Wert.

Verschiedene Anlageklassen bieten Flexibilität und Sicherheit
Zu einer aktiv gemanagten Momentum-Anlagestrategie gehört Willert zufolge auch ein umfassendes Risikomanagement. Eine flexible Aktienquote gewährleistet die Anpassung des Portfolios an das aktuelle Marktrisiko. Deutet sich ein breiter Marktcrash an, kann die Aktienquote bis auf null Prozent heruntergefahren und in sicherere Anlageklassen wie Fixed Income oder Cash umdisponiert werden.

Flaggschifffonds brachte Geld in Sicherheit
So hat das ARTS-Handelssystem beim Mischfonds C-Quadrat ARTS Total Return Global AMI die Aktienquote gegenwärtig auf 21,8 Prozent reduziert (Stand 31.7.22). Den größten Anteil im Fonds machen aktuell Anleihefonds mit 61 Prozent aus, welche sich primär aus europäischen und US-amerikanischen Staatsanleihen zusammensetzen, gefolgt von Geldmarktfonds mit einem Anteil von 17,5 Prozent. Per Ende Juni lag die Aktienquote sogar unter zehn Prozent, bei 6,7 Prozent. Diese defensive Ausrichtung wird Willert zufolge so lange beibehalten, bis sich die Marktindikatoren wieder verbessern.

Auf Einzeltitelebene ermöglichen zusätzlich Stop Loss-Orders, dass aus einer Aktie oder Fonds ausgestiegen wird, wenn ein bestimmter Kurswert unterschritten wird. Die am besten laufenden Aktieninvestments der vergangenen sechs Monate umfassen Fonds mit Fokus auf Energiewerte und Länder mit einer hohen Quote an Energieexporten wie Saudi-Arabien oder Kuwait.

Emotionen aus Anlageprozess ausschließen
Der Momentum-Effekt ist eine Marktanomalie, deren Ursache in der Wissenschaft heiß diskutiert wird. Erste Studien in den 1990er befassten sich mit Ansätzen aus der Behavioral Finance, die den Momentum-Effekt auf Unter- oder Überreaktionsmuster der Anleger zurückführten. Paradoxerweise können aber durch das Befolgen des Trendfolgeansatzes Emotionen und menschliche kognitive Verzerrungen ausgeschlossen werden. Ein quantitativer Handelsansatz nach mathematischen Regeln führt dazu, dass Anleger in schwierigen Marktphasen nicht in Panik verfallen oder in Bullenmärkten zu gierig sind. Fehleinschätzungen wie Selbstüberschätzung oder der Home Bias-Effekt können ebenso vermieden werden, betont Willert.

Momentum-Strategie eignet sich in jeder Börsenphase
Die Momentum-Anlagestrategie und die Anlage mittels eines technischen Handelssystems bieten Willert zufolge einen bewährten Ansatz, um rational zu investieren und von den temporär stärksten Aktien und Fonds zu profitieren. Schwächt sich ein Trend ab, steigt das technische Handelssystem aus dem Investment aus. Eine flexible Aktienquote reduziert ebenso das Risiko in schwierigen Marktphasen, wie das konsequente Befolgen von Stop Loss-Limits. Ein breites Anlageuniversum mit verschiedenen Ländern und Branchen, das vom Computer ausgewertet wird, ermöglicht auch die Anlage in exotische Länder und Nischen-Branchen auf Basis des stärksten Momentums. "Der Anleger kann sich entspannt zurücklehnen und das technische System die Märkte beobachten und Anlageentscheidungen treffen lassen", erklärt Willert abschließend. (aa)

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