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LBBW Research: Wirtschaften nachhaltige Unternehmen wirklich besser?

Das Research der LBBW ist der Frage nachgegangen, ob sich Nachhaltigkeit bei Unternehmen auch in höheren Margen zeigt und ob Investoren entsprechendes Exposure eingehen sollen. Die Antwort fällt zwiespältig aus.

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© Romolo Tavani / Fotolia

Nach einer Analyse der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) seien nachhaltige Unternehmen erfolgreicher und erzielten eine bis zu sechs Prozentpunkte höhere Marge. Vor allem Konsumgüterhersteller und Einzelhändler erwirtschaften höhere Gewinne. Praktisch keine Unterschiede zwischen nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen und ihren konventionellen Konkurrenten gibt es dagegen im B2B-Bereich, also wenn Unternehmen ihre
Produkte und Dienstleistungen an andere Unternehmen verkaufen.

Mehr als 1.500 Unternehmen analysiert
Für ihre Studie untersuchten die Analysten die Bilanzen von mehr als 1.500 Unternehmen, deren Entwicklung von der Münchener oekom research begleitet wird. Die Nachhaltigkeitsratingagentur ist seit 2016 Kooperationspartner der LBBW bei der Unternehmensanalyse. Die verglichenen Unternehmen gehören auf Basis der oekom Scores in ihren jeweiligen Branchen zu den bestgerateten 25 Prozent der Unternehmen oder zu deren
schlechtesten 25 Prozent. Die Finanzbranche blieb von dem Vergleich ausgenommen.

„Vor allem in den Regalen des Einzelhandels ist die Nachhaltigkeit sehr präsent. Die zunehmende Nachfrage nach regionalen oder mit einem Umweltsiegel versehenen Produkten treibt nicht nur das Angebot“, urteilten die Analysten Clemens Bundschuh, Martin Dresp und Pia Emunds. Die EBIT-Marge nachhaltiger Lebensmittelund  Getränkehersteller liegt dabei deutlich über den Margen der weniger nachhaltig agierenden Mitbewerber. „2016 betrug der
Margenvorsprung mehr als vier Prozentpunkte, wobei in den Vorjahren die EBIT-Margen zwischenzeitlich sogar mehr als sechs Prozentpunkte höher waren“, errechneten die Analysten. In den vergangenen fünf Jahren habe die EBITDA-Marge bei Konsumgütern
konstant um etwa zwei Prozentpunkte höher gelegen, wenn Unternehmen nachhaltig  wirtschafteten.

Kunden greifen für Nachhaltigkeit tiefer in die Tasche
Zwar wird die Gewinnmarge von mehreren Faktoren beeinflusst. Für die Analysten der Landesbank sei jedoch klar, dass die nachhaltig agierenden Konsumgüterunternehmen wegen ihres Engagements höhere Preise an die Kunden erfolgreich weitergeben können. Entsprechende Margenvorteile hätten sich für den gesamten Konsum- und Handelssektor gezeigt. Dazu gehören neben den Nahrungsmittel- und Getränkeherstellern beispielsweise auch Anbieter von Hygieneartikeln, Einzel- und Großhändler sowie Textilunternehmen.

Corporates achten mehr auf den Preis
Keinen eindeutigen Einfluss konnten die Analysten feststellen, wenn sich Unternehmen nicht an den Endverbraucher richten. Dies galt für Maschinenbauer, aber auch Automobilzulieferer, Chemie-, Pharma-, oder Bauunternehmen. Im Geschäft mit anderen Unternehmen seien die Qualität der Produkte, Verhandlungsmacht oder auch die langjährige Geschäftsbeziehung häufig ausschlaggebende Punkte bei der Auftragsvergabe bzw. Preisfindung, folgerten die Analysten.


Veranstaltungshinweis:

Institutionelle Investoren erwartet am 11. Institutional Money Kongress eine Expertendiskussion zum Thema Nachhaltigkeit, die aufgrund der vielen prominenten Diskutanten bereits im Vorfeld einer der Highlights dieser im deutschen Sprachraum einzigartigen Veranstaltung ist.

Ein Blick auf die Namen der Diskussionsteilnehmer respektive der dahinterstehenden Organisationen macht bereits jetzt Lust auf die am 28. Februar 2018 von 15:25 bis 16:15 Uhr angesetzte Podiumsdiskussion im Frankfurter Congress Center.

Unter der Moderation der ehemaligen ARD-Korrespondentin und Wirtschaftsexpertin Sissi Hajtmanek diskutiert als „Politikinsider“ Peer Steinbrück (Bild links), ehemaliger Bundesfinanzminister (2005-2009) sowie Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (2002-2005) und seit 2016 Vorstandsberater der ING-DiBa mit den nachfolgenden, vier bekannten Nachhaltigkeits-Experten:

Anja Mikus (Bild links) ist seit Juni 2017 CEO und CIO des „Fonds für kerntechnische Entsorgung“ und langjährige Star-Fondsmanagerin in Diensten von Allianz Global Investors, Union Investment und war zuletzt Investmentchefin und Partnerin der Fondsboutique Arabesque.
Markus Zeilinger (Bild rechts) ist CEO und Gründer der für ihren strengen SRI-Investmentansatz bekannten fair-finance Vorsorgekasse aus Wien.

Ann-GritLehmann (Bild links), ist Referentin für Finanzen bei der Stiftung EVZ (EVZ; „Erinnerung, Verantwortung, und Zukunft) und Dustin Neuneyer (Bild rechts), als Head of Continental Europe verantwortlich für das kontinentaleuropäische Netzwerk der Principles for Responsible Investments-Initiative (PRI).

Gemeinsam werden diese Experten im Gespräch herausarbeiten, worum es für institutionelle Investoren beim Thema „Nachhaltigkeit“ wirklich geht, wie sie Chancen nützen, Trends rechtzeitig erkennen und Scharlatane entlarven können sowie welche Untiefen es bei diesem doch vielfach komplexen Thema zu umschiffen gilt.

Eine Anmeldung zu diesem Kongress der Superlative ist über nachfolgenden Anmelde-Button möglich:

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