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Inwieweit geopolitische Risiken neue Investmentchancen schaffen

Die höhere Volatilität der jüngeren Vergangenheit bei US-Treasuries und damit auch bei vielen anderen Staatsanleihen könnte institutionellen Investoren eine neue Renditequelle verschaffen. Das ist einer Analyse von Barings zu entnehmen.

© studiostoks / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • In der Publikation "The New Role of Geopolitical Risk in Bond Investing" analysiert Barings, wie die jüngsten Entwicklungen an Markt für US-Treasuries zu einem neuen Korrelationsverhalten führen
  • Diese neue Korrelationen könnten Investoren ein neues Set-Up für Renten-Trades emöglichen

Höhere Volatilität bei US-Staatsanleihen
Die Volatilität der Zinsen beeinflusst derzeit die Anleihemärkte. Die Investment-Experten von Barings untersuchten, warum geopolitische Risiken seit 2025 zunehmend mit der Volatilität an den Anleihemärkten verknüpft sind, und erörtern die Folgen für Prämien, Positionierung und die sich daraus ergebenden Anlagechancen.

„Solange die Entwicklung letztlich in Richtung einer gesteuerten Deeskalation weist, könnte dieser verstärkte Zusammenhang zwischen geopolitischen Risiken und der Volatilität am Anleihemarkt nicht nur eine Risikoquelle, sondern auch eine Quelle für Anlagechancen sein“, schreiben Matteo Cominetta, Director und Head of Macroeconomic Research, und Manabu Tamaru, Head of Developed Markets Sovereign Fixed Income bei Barings, in ihrem aktuellen Kommentar zu den Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Risiken auf die Rentenmärkte.

Die wichtigsten Aussagen der Barings-Experten lauten:

  • Geopolitische Risiken sind zu einem wichtigeren Treiber der Volatilität an den Anleihemärkten geworden. In den vergangenen zwei Jahren hat sich ihr Zusammenhang deutlich verstärkt.
  • Neu ist nicht die Anzahl oder das Ausmaß geopolitischer Schocks, sondern ihre Beschaffenheit. Die jüngsten Schocks unterscheiden sich grundlegend von den früheren, „typischen“, denn:
    • Sie erhöhten die Unsicherheit über die Inflation in den USA und damit über die künftige Zinspolitik der Fed.
    • Sie hatten ihren Ursprung in den USA.
  • Während geopolitische Schocks traditionell eher zu einem Rückgang der Laufzeitprämie und der Renditen von US-Staatsanleihen führten, haben die jüngsten Schocks beides in die Höhe getrieben.
    Daraus ergibt sich ein neuartiger und verstärkter Effekt auf die Anleiherenditen. Dies erklärt aus Sicht der Experten, warum die langfristigen Anleiherenditen vergleichsweise hoch bleiben, obwohl die Märkte mit niedrigeren Leitzinsen und einer geringeren Zinsvolatilität rechnen.
  • Cominetta und Tamaru beschreiben das aktuelle Umfeld mit dem Begriff „vorhersehbare Volatilität“. Geopolitische Spannungen können wiederholt Marktschwankungen auslösen. Der Weg ist volatil, das Ziel einer Deeskalation bleibt jedoch weitgehend erkennbar.
  • Für Anleger ist Volatilität zunehmend nicht nur ein Risiko, sondern auch eine Chance. Durch Schlagzeilen ausgelöste Abverkäufe und Kursanstiege können attraktive Gelegenheiten eröffnen, besonders in einem Zinsumfeld, das sich insgesamt innerhalb einer bestimmten Bandbreite bewegt. Geopolitische Risiken sind nicht mehr lediglich eine Bedrohung, sondern werden zunehmend handelbar. (aa)

Geopolitische Risiken werden seit 2026 leichter handelbar

Die beiden Grafiken zeigen den Zusammenhang zwischen dem Geopolitical Risk Index (GPR) und dem MOVE-Index, einem weit verbreiteten Maß für die Volatilität am Anleihemarkt, im Zeitvergleich

Der Zusammenhang zwischen GPR und MOVE hat sich 2026 deutlich verstärkt, was laut Barings darauf hindeutet, dass die Märkte geopolitische Entwicklungen stärker als in der Vergangenheit in Volatilität am Anleihemarkt umsetzen – was wiederum mit der Theorie übereinstimmt, dass geopolitische Risiken, die ihren Ursprung in den USA haben und sich auf die US-Inflationserwartungen auswirken, einen stärkeren Einfluss auf die Renditen von US-Staatsanleihen haben sollten.

Quellen: Barings, Geopolitical Risk (GPR) Index (Caldara & Iacoviello); MOVE Index (Bank of America Merrill Lynch; Stand per Ende Mai 2026

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