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Invesco: Factor Investing könnte Asset Management dauerhaft verändern

Institutionelle Investoren mit einem besseren Verständnis für aktive, passive und vor allem faktorbasierte Anlagestrategien belohnen sich selbst durch bessere Anlageergebnisse. Das liegt u.a. an der Optimierung von Chancen und Risiken.

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Stephen Quance, Director of Factor Investing bei Invesco: "Im Kern ist Factor Investing eine bahnbrechende Weiterentwicklung fundamentaler Investmentkonzepte wie Marktpreisbildung, Risiko und Rendite, die das Assetmanagement dauerhaft verändern könnte."

Invesco weist in einer aktuellen Publikation auf die steigende Bedeutung von Factor Investing hin. Einerseits etablieren sich Faktorstrategien zunehmend als dritte Säule des Investierens neben traditionellen Alphastrategien und marktkapitalisierungsgewichteten Indexportfolios. Andererseits kontrollieren aber die meisten Investoren die Faktorrisiken ihres Portfolios nicht und verfolgen auch keine Faktorstrategien.

Damit könnten sie sich eine bedeutende Chance entgehen lassen, ihre Anlageergebnisse insgesamt zu optimieren, meint Stephen Quance, Director of Factor Investing bei Invesco. „Im Kern ist Factor Investing eine bahnbrechende Weiterentwicklung fundamentaler Investmentkonzepte wie Marktpreisbildung, Risiko und Rendite, die das Assetmanagement dauerhaft verändern könnte“, schreibt er in der Ausgabe 2/2018 der Invesco-Publikation Risk & Reward.

Breite Vielfalt ist Fluch und Segen zugleich
Laut Quance sei die häufig zögerliche Haltung zu Faktorstrategien als Investmentansatz mit Mehrwert zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass die Auswahl für Investoren größer denn je zuvor ist. Zugleich sorgen uneinheitlich und mitunter falsch angewendete Begrifflichkeiten für Verwirrung. Vor diesem Hintergrund plädiert Quance für einen ganzheitlichen Ansatz, um die Vor- und Nachteile aktiver, passiver und faktorbasierter Anlagestrategien zu verstehen und bessere Anlageentscheidungen zu treffen.

Wie Invesco-Experte betont, spielt jede der drei Säulen des Investierens im Investment-Ökosystem eine wichtige Rolle und kann daher unter den richtigen Umständen attraktiv sein. Oft jedoch würden sie missverstanden, so dass einige Anleger mögliche Handlungsoptionen nicht erkennen oder – noch schlimmer – falsch anwenden würden.

Invesco sorgt für mehr Durchblick
Mit seinem Ansatz will Quance die verschiedenen Investmentoptionen klarer abgrenzen und den vom Investmentjargon verwirrten Investoren bessere Einblicke in die wirklichen Performancetreiber geben. Als erstes sollten sich Investorenseiner Ansicht nach auf die steuerbaren Elemente einer Anlage konzentrieren: die Asset-Allokation, die Aktiv-/Passiv-Entscheidung und die Gebühren, die den Vorteilen des jeweiligen Ansatzes gegenübergestellt werden sollten. „Wenn man die relevanten Stellschrauben bestimmt hat, kann man sich darauf konzentrieren, bestmögliche Entscheidungen zu treffen“, erläutert er. Ob eine Strategie aktiv oder passiv sei, ließe sich dabei nur aus dem jeweiligen Kontext heraus entscheiden.

Beispielsweise sei ein Fonds, der den S&P 500 Index abbildet, nur gegenüber dieser speziellen Benchmark passiv, nicht aber im Vergleich zu einem globalen Anlageuniversum.

Gute Managerauswahl gefragt
Indes sollten sich Anleger, die ihr Geld aktiven Managern anvertrauen, darüber im Klaren sein, dass es bei Alphastrategien immer Gewinner und Verlierer gebe. Wenn ein Manager ein positives Alpha erwirtschafte, müsse es einen Manager mit negativem Alpha geben, da beide Teil des Marktes sind, dessen Alpha gleich null ist. Investoren, die verstehen, welche Rolle aktive Manager spielen und wo das Alpha herkommt, könnten auch ihren Manager besser auswählen und beurteilen, so Quance. Erwarten sollten Investoren von ihrem aktiven Manager dabei vor allem, dass er mit Können, Erfahrung, Wissen oder einem anderen Vorteil Mehrwert schafft.

Systematische Herangehensweise
Factor Investing wiederum ist ein systematischer, wissenschaftlich fundierter Ansatz, der auf rendite- und risikorelevante Eigenschaften eines Assets – sogenannte Faktoren – abzielt, und so ein besseres Verständnis der Märkte und Asset-Allokation ermöglicht. Ein Portfolio kann auf einen bestimmten Investmentfaktor wie Bewertung (Value), Momentum, Qualität (Quality) oder Größe (Size) ausgerichtet werden. Daneben betrachten Investoren auch Makro-Faktoren, um die konjunkturellen Einflüsse auf ihre Portfolios zu beurteilen.

Da Faktorrisiken helfen, die Rendite eines Wertpapiers zu erklären, haben alle Investoren grundsätzlich gewisse Faktorrisiken in ihren Portfolios. Wenn sie aber keinen expliziten faktorbasierten Ansatz verfolgen, können ihre Portfolios ein ganz anderes Risiko-Ertrags-Profil aufweisen als beabsichtigt. Durch eine gezielte Faktorstrategie können Investoren ihre Faktorrisiken direkt steuern. „Es ist ein disziplinierter Prozess, von dem in erster Linie die profitieren dürften, die sich die Zeit nehmen, um zu verstehen, worauf sie sich hier einlassen“, so Quance.

Mit Blick auf die Einordnung von Faktoren in das Aktiv-/Passiv-Rahmengerüst merkt der Invesco-Experte an, dass die Faktorperformance zu einem gewissen Grad der Marktperformance ähnelt. So wie niemand sagen könne, ob europäische Aktien heute steigen oder fallen, könne auch keiner den Fortbestand einer Bewertungs- oder Größenprämie garantieren. Wie bei aktiven Anlagestrategien könnten Investoren die Vermögensaufteilung anpassen und die Gewichtung eines oder mehrerer Faktoren erhöhen oder verringern. Wichtig dafür sei ein fundiertes Verständnis der Risiko-Ertrags-Chancen von Faktorstrategien.

Faktor Investing kann Win-Win sein
Im Gegensatz zu aktivem Investieren sei Factor Investing aber nicht unbedingt ein Nullsummenspiel. Der Grund: Beim traditionellen aktiven Investieren haben alle das gleiche Ziel, nämlich den Index zu schlagen. Factor Investing dagegen kann Lösungen für die Anforderungen und Wünsche unterschiedlicher Investoren bieten.

Noch wählen die Investoren vor allem passive Lösungen mit Indexfonds (ETF), die einen Ein- oder Mehrfaktorenindex abbilden, an Stelle einer aktiveren Umsetzung, die mit speziellen Faktoren, komplexen Faktordefinitionen, der laufenden Überarbeitung der Faktorallokation und/oder neuen Techniken arbeitet. Mit einem derart aktiven Faktoransatz, so Quance, könnten aktive Faktorstrategien problemlos auf die Ziele und Risikotoleranz des einzelnen Anlegers ausgerichtet werden und mit der sich ständig verändernden Welt Schritt halten.

Redaktioneller Hinweis: In der letzten Institutional Money-Printausgabe 2/2018 gab es auf den Seiten 184ff einen Beitrag über den Einsatz von Faktor Investing bei professionellen Marktteilnehmern. Falls Sie Printausgabe gerade nicht zur Hand haben, können Sie die Story online auch im E-Magazin lesen: Überzeugungstäter“. (aa)

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