Institutionelle erhöhen Alternative Investments auf über 32 Prozent
Großanleger aus der DACH-Region allokieren laut BAI mittlerweile 32,3 Prozent ihres Portfolios in Alternative Investments. Dabei steht vor allem Infrastruktur hoch in der Investorengunst. Zum Leidwesen vieler wird Deutschland als Investitionsland mittlerweile jedoch kritisch beäugt.

Eckpunkte:
- Der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI) hat die Umfrage „Investor Survey 2026“ veröffentlicht
- Die befragten Investoren haben ihre Portfoliogewichtung an Alternativen Investments von 30,3 auf 32, Prozent erhöht
- Infrastruktur-Investments sind am beliebtesten
- Deutschland verliert in der Investorengunst im Vergleich zu anderen europäischen Ländern
Steigende Gewichtung
Institutionelle Investoren in der DACH-Region setzen weiter auf Alternative Investments. Im Durchschnitt entfallen inzwischen 32,3 Prozent ihres Portfolios auf alternative Anlageklassen, nach 30,3 Prozent im Vorjahr. Das zeigt der Investor Survey 2026 des Bundesverbands Alternative Investments e.V. (BAI). An der Umfrage beteiligten sich im Juli und August 2026 insgesamt 105 institutionelle Investoren mit einem verwalteten Vermögen von rund 2,9 Billionen Euro.
Infrastruktur: Gefragt, aber nicht in Deutschland
Infrastruktur ist die derzeit gefragteste alternative Anlageklasse. 84 Prozent der Befragten sind in Infrastruktur (Equity) investiert, fast jeder zweite von ihnen will seine Quote weiter erhöhen. Den Standort Deutschland sehen die Investoren jedoch kritisch: In keinem der acht abgefragten Sektoren wird das Investitionsumfeld im Inland besser bewertet als im Ausland. Am schwächsten schneiden im Inland Glasfasernetze, Photovoltaik und Windkraft ab.
„Institutionelle Investoren wollen mehr in Infrastruktur investieren, aber der Standort Deutschland profitiert davon nur eingeschränkt. Ausgerechnet die Bereiche, die für Energiewende und Digitalisierung zentral sind, gelten im eigenen Land als am wenigsten attraktiv. Die Umfrage zeigt deutlich, dass neue Gesetze allein dieses Bild nicht drehen werden. Entscheidend ist, dass die bereitgestellten Mittel in konkrete, investierbare Projekte fließen“, sagt Dr. Philipp Bunnenberg, Head of Alternative Markets beim BAI und Autor der Studie.
Private Debt und Private Equity legen zu
Private Debt ist neben Infrastruktur der größte Profiteur der Umschichtungen. Jeder zweite Investor in dieser Anlageklasse will seine Quote erhöhen, obwohl sich die Stimmung gegenüber dem Marktumfeld im Vergleich zum Vorjahres-Survey deutlich eingetrübt hat. Bereits investierte Anleger bewerten den Markt dabei klar positiver als Außenstehende.
Private Equity legt trotz schwächerer Renditeeinschätzung ebenfalls zu: Die durchschnittliche PE-Quote steigt auf 7,3 Prozent im Portfolio.
Immobilien bleiben unter Druck, Hedgefonds feiern Comeback
Immobilien sind die einzige Anlageklasse, aus der mehr Investoren Kapital abziehen als aufstocken wollen. Die Abzugspläne fallen allerdings weniger stark aus als im Vorjahr, was auf eine Bodenbildung hindeutet.
Ein Comeback erleben Hedge Funds: Der Anteil investierter Anleger steigt von 15 auf 21 Prozent.
Europa gewinnt, Nordamerika spaltet
Regional ist Europa der klare Gewinner: Sieben von zehn Investoren wollen ihre Private-Markets-Allokation dort in den kommenden zwölf Monaten erhöhen, nur 15 Prozent planen eine Reduzierung. Den Heimatmarkt DACH wollen dagegen nur drei von zehn Investoren ausbauen.
Nordamerika teilt die Anleger in zwei gleich große Lager: 40 Prozent wollen aufstocken, ebenso viele reduzieren. (aa)

