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Inflation: Nicht Pandemien, Kriege sind die wahren Preistreiber

Viele Investoren fürchten, dass die Coronakrise über steigende Preise zu höheren Zinsen und sinkenden Wertpapierkursen führen könnte. Eine Studie zeigt nun: Seuchen haben der Menschheit in der Vergangenheit zwar geschadet – aber nicht durch Inflation.

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Kriege treiben die Inflation, Seuchen tun es nicht. Das ist das Ergebnis einer Studie des Investmenthauses Goldman Sachs, die dem "Handelsblatt" vorliegt. Die Autoren haben sich dafür die verlustreichsten zwölf Kriege und zwölf Seuchen seit dem Jahr 1300 angeschaut und berechnet, wie sich diese Ereignisse auf die Preise ausgewirkt haben. Dabei zeigte sich: Ihren Höhepunkt mit etwa acht Prozent erreichte die Teuerungsrate im Mittel rund ein bis zwei Jahre nach großen Kriegen. Nach Seuchen sank sie dagegen sogar etwas unter null.

Als Gründe nennen die Ökonomen, dass Kriege meist hohe Ausgaben mit sich bringen, etwa für Rüstung und Söldner oder auch im Nachhinein für den Wiederaufbau. Zugleich zerstören Kriege auch viel physisches Kapital. Bei Seuchen steigen zwar die Staatsausgaben. Sie ersetzen aber in der Regel nur das, was an privater Nachfrage ausfällt. Zudem zerstören sie meist kein physisches Kapital. 

Kein Inflationsdruck in Europa 
Die Ergebnisse der Goldman-Sachs-Studie decken sich mit dem, was auch Ökonomen wie Olivier Blanchard und Larry Summers sagen. Für die USA fürchten sie laut "Handelsblatt" in der Tat eine steigende Inflation infolge der Coronakrise, weil die geplanten Regierungsausgaben dort höher sind, als zur Behebung der Unterauslastung der Wirtschaft eigentlich nötig wäre. In der Eurozone reichen die Mehrausgaben dagegen nicht einmal, um diese Lücke zu schließen – deshalb drohe dort auch keine Inflation. (fp)

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