Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Theorie

| Theorie
twitterlinkedInXING

HQ Trust: Warum sich Aktiensplits auf lange Sicht doch nicht rechnen

Die Ankündigung von Apple und Tesla, ihre Aktien zu splitten, um optisch niedrigere Kurse zu erhalten, hat das Thema Aktiensplits wieder en vogue gemacht. Von Interesse ist die Frage, ob Aktiensplits zu einer höheren Performance führen oder nicht. HQ Trust gibt darauf eine Antwort.

Senior Analyst Maximilian Kunz von HQ Trust
Maximilian Kunz, HQ Trust
© HQ Trust

Im Rahmen einer Untersuchung wollte Senior Analyst Maximilian Kunz von HQ Trust herausfinden, ob sich Aktiensplits positiv auf die Performance einer Aktie auswirken. Um dem auf den Grund zu gehen, hat Kunz insgesamt knapp 7.500 Aktiensplits seit dem Jahr 1981 untersucht. Diese Zahl umfasst sowohl normale Aktiensplits als auch Reverse Aktiensplits.

Am Tag des Splits ist die Kursfantasie perdü
Bei seiner Analyse berechnete Kunz die relative Entwicklung einer Aktie gegenüber dem Durchschnitt aller Aktien aus demselben Land, für den Zeitraum von einem Jahr vor dem Aktiensplit und einem Jahr danach. „Besonders interessant ist die Beobachtung, dass der Aktiensplit den Höhepunkt der relativen Performance markiert", erklärt Kunz, um anzufügen: „Zwar können Aktien im Zeitraum zwischen der Ankündigung und dem Split selbst, im Mittel eine deutliche Outperformance generieren. Doch im Anschluss an das Ereignis beginnt eine Phase relativ systematischer Underperformance.“

Laut Kunzs Untersuchung konnten im Mittel weder Aktien, die einen Reverse Split durchgeführt haben, ihre zukünftige Kursentwicklung aufpäppeln, noch konnte sich die Outperformance der Unternehmen fortsetzen, die sich für einen normalen Split entschieden haben.

Insgesamt hätten nur 34 Prozent der Aktien, die einen normalen Aktiensplit durchführten, eine Outperformance gegenüber den Vergleichsaktien im Jahr nach dem Split erzielen können. Bei den Reverse Splits liegt dieser Anteil bei 36 Prozent. Die Analyse zeigt regionale Unterschiede: Während US-Unternehmen im Zeitraum vor dem Split die geringste Outperformance vorweisen, ist die Underperformance im Jahr nach dem Split dort am stärksten ausgeprägt.

„Anleger sollten nicht vergessen, dass bei einem Aktiensplit die fundamentalen Eigenschaften eines Unternehmens und der Aktie unberührt bleiben", erinnert Kunz. „Investoren sollten sich daher von einem Aktiensplit nicht blenden lassen, sondern ihre Entscheidungen weiterhin von den fundamentalen Eigenschaften einer Aktie und den Wachstumserwartungen an das Unternehmen abhängig machen.“

Hintergrund zur Studie
Das untersuchte Universum umfasst alle Aktien, die seit 1998 zu irgendeinem Zeitpunkt im MSCI AC World enthalten waren. Bei der Analyse ausgeschlossen wurden Aktien, welche zum Zeitpunkt des Splits unter einem Kurs von zwei US-Dollar notierten.

Um die Daten von Aktien aus insgesamt 21 entwickelten Ländern belastbar vergleichen zu können, wurde die relative Performance gegen eine gleichgewichtete Benchmark aus allen Aktien des Landes in diesem Zeitraum ermittelt. Durch dieses Vorgehen weist der Vergleichsmarkt einen Small-Cap-Bias auf. Das bedeutet, dass Aktien mit kleinerer Marktkapitalisierung einen stärkeren Effekt auf die Entwicklung des Marktes haben als in einer üblichen Benchmark, die marktkapitalisierungsgewichtet ist. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren