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HQ Trust: Trotz donnernder Kanonen ins fallende Messer greifen?

Die Investmentboutique HQ Trust geht in einer Analyse der Frage nach, ob man trotz hoher Volatilität die gefallenen Kurse zum Einstieg nutzen soll oder ob eine andere Herangehensweise empfehlenswerter ist.

Sven Lehmann, HQ Trust
Sven Lehmann, HQ Trust
© HQ Trust

Der Kursrutsch bei Aktien in den letzten Tagen und Wochen lockt manch unterinvestierten Anleger zum Einstieg. Schließlich sagt eine der bekanntesten Börsenweisheiten, dass Anleger bei donnernden Kanonen Aktien kaufen sollen. Eine andere Regel sagt allerdings, dass Investoren fallende Messer meiden sollen. Das Coronavirus sorgt für eine Situation, in der beides der Fall ist: donnernde Kanonen und fallende Messer. Sollen Anleger in solchen Fällen mit Blick auf die Historie einsteigen oder nicht?

Börsenweisheiten auf dem Prüfstand
Sven Lehmann von HQ Trust hat nachgerechnet. Der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend hat sich beim DAX Volatilität und Momentum seit dem Jahr 1970 angeschaut – und diese Werte jeweils in fünf gleich große Quintile eingeteilt. Seine Berechnungen hat er für die vergangenen 20 Handelstage (ein Börsenmonat) sowie 260 Handelstage (ein Börsenjahr) durchgeführt.

Lehmanns Erkenntnisse auf kurzfristige Sicht (nächste 20 Handelstage):

  • Bei donnernden Kanonen – also einer hohen Volatilität – lohnt es sich grundsätzlich zu investieren. Im Mittel konnten Anleger auf Sicht der kommenden 20 Handelstage einen Mehrertrag von 24 Basispunkten erzielen.  
  • Ins fallende Messer zu greifen, war beim DAX dagegen wenig ratsam: Dies führte kurzfristig zu einer Underperformance.
  • Wenn das Risiko hoch und das Momentum schlecht ist, sollten Anleger besser abwarten. Im Schnitt lag die Minderrendite auf kurze Sicht bei 26 Basispunkten.
  • Das beste Ergebnis liefert die Kombination aus höchstem Momentum und niedrigsten Risiko. Dies trat aber nur in 2,2 Prozent aller Beobachtungszeitpunkte auf. Dafür war der Mehrertrag beachtlich: 115 Basispunkte.

Lehmanns Erkenntnisse auf langfristige Sicht (nächste 260 Handelstage):

  • Auf längere Sicht war das fallende Messer mit stark fallendem Momentum für Anleger kein guter Einstiegszeitpunkt: Der Minderertrag lag im Schnitt bei 224 Basispunkten.
  • Deutlich besser sah es in der Historie aus, wenn die Volatilität niedrig und das Momentum positiv war: In diesen Fällen konnten Anleger im Schnitt eine Überrendite von mehr als 300 Basispunkten erzielen.
  • In der aktuellen Situation mit sehr hohem Risiko liefert das fallende Messer auf Jahressicht im Schnitt einen kleinen Mehrertrag von 32 Basispunkten.
  • Auffällig ist, dass die ruhigeren Zeiten (Quintile 1 - 3 vom Risiko) im Mittel einen Mehrertrag liefern. Ist aber das Momentum schlecht, sind die Erträge unterdurchschnittlich. (aa)

 

 

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