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HQ Trust: Emerging Markets können Portfolio-Vola senken!

Der MSCI World gilt bei vielen Anlegern als Inbegriff eines breit gestreuten Welt-Portfolios. Dennoch fehle darin ein wichtiger Teil der globalen Aktienmärkte: Schwellenländer. Darauf weist Pascal Kielkopf von HQ Trust in einer aktuellen Analyse hin und untersucht, wie hoch diese gewichtet gehören.

Unterm Strich lohnt es sich für Investoren, Schwellenländeraktien dem Portfolio beizumischen. 
Unterm Strich lohnt es sich für Investoren, Schwellenländeraktien dem Portfolio beizumischen. © Tadamichi /Adobe Stock

Eckpunkte:

  • Beimischung von EM in ein Weltportfolio kann Volatilität senken
  • Untersuchung der Entwicklung des MSCI World und des MSCI Emerging Markets von 1987 bis Juli 2026
  • Emerging Markets zwar mit höherer Vola, aber im Gesamtportfolio sinkt die Volatilität

Viele Anleger befürchten, dass ein zusätzliches Engagement in den Schwellenländern vor allem die Schwankungen erhöht. Pascal Kielkopf, Kapitalmarktstratege vom Family Office HQ Trust fragt: Stimmt das überhaupt? Seine Analyse zeigt das Gegenteil: Die Hinzunahme von Emerging Markets erhöht die Volatilität eines Weltportfolios nicht, sondern kann sie sogar senken.

Dezember 1987 bis Juli 2026
Für die Untersuchung analysierte der Kapitalmarktstratege die Entwicklung des MSCI World und des MSCI Emerging Markets im Zeitraum vom Dezember 1987 bis Juli 2026. Zunächst verglich Pascal Kielkopf die historische Entwicklung der Volatilität beider Indizes. Anschließend berechnete er, wie sich die Schwankung des Portfolios verändert hätte, wenn ein Investor Schwellenländer-Aktien beimischt. Für diese Simulation erhöhte der Kapitalmarktstratege deren Anteil schrittweise von 0 bis 100 Prozent.

Griechenland ab 2027 neu eingestuft
Die Einstufung, ob ein Land als Industrie- oder Schwellenland klassifiziert wird, hänge dabei vor allem von der Zugänglichkeit des jeweiligen Aktienmarkts ab, so Kielkopf. Deshalb könnten Länder auch auf- oder absteigen. Griechenland werde von MSCI ab 2027 zum Beispiel wieder als Industrieland eingestuft.

Schwellenländeraktien schwanken stärker, aber...
Im Ergebnis sei zwar richtig, dass Aktien aus Schwellenländern stärker schwankten als diese aus Industrieländern: „Im Mittel kommen erstere seit dem Jahr 1987 auf eine Volatilität von 20,8 Prozent. In den Industrieländern liegt dieser Wert mit 16,5 Prozent deutlich niedriger.“

... nicht während der Pandemie
Allerdings sei die Volatilität der Emerging Markets nicht immer höher gewesen: „Rund um die Corona-Pandemie oder Anfang 2025 schwankten die Aktien aus den USA und Europa stärker.“ Zudem hätten sich die Werte in den vergangenen Jahren stark angeglichen, so der Experte. „Viele Länder aus den Emerging Markets stehen längst an der Schwelle zum Industrieland.“

Positiver Beitrag für Diversifikation
Für das Gesamtportfolio würden dagegen andere Regeln gelten: „Entscheidend für das Risiko eines Portfolios ist nicht die Volatilität der einzelnen Bausteine, sondern wie sie zusammenwirken. Genau hier können Emerging Markets einen positiven Beitrag leisten. Eine Beimischung von Emerging Markets-Aktien hätte die Volatilität eines Welt-Portfolios sogar leicht reduziert", so Kielkopf.

Der Grund laut Kielkopf: „MSCI World und MSCI Emerging Markets bewegen sich nicht im Gleichschritt. Dieser Diversifikationseffekt gleicht die höhere Einzelvolatilität der Schwellenländer aus.“ Erst bei sehr hohen Emerging-Markets-Quoten von deutlich über 50 Prozent steige die Volatilität des Gesamtportfolios spürbar an.

Rund elf Prozent EM-Beimischung reduziert die Vola am stärksten

Nicht nur auf Einzelmärkte und Schwankungen schauen
Was Investoren aus Sicht von Kielkopf beachten sollten: „Der MSCI World ist kein Weltindex. Er enthält ausschließlich Aktien aus den Industrieländern und lässt die Schwellenländer komplett außen vor“, so Kielkopf. Eine gezielte Beimischung von Schwellenländern könne die Diversifikation eines Portfolios sinnvoll verbessern. „Investoren sollten nicht nur auf die Schwankungen einzelner Märkte schauen. Entscheidend ist, welchen Beitrag eine Anlage für das Gesamtrisiko des Portfolios leistet."

Wichtig sei zudem die breite Streuung innerhalb der Schwellenländer selbst, rät Pascal Kielkopf von HQ Trust. „Einzelne Länderwetten bergen naturgemäß andere Risiken als ein diversifiziertes Engagement über viele Volkswirtschaften hinweg.“ (de)

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