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HQ Trust-Analyse: Ob sich ein Kauf von Dax-Aufsteigern rechnet

Der Aufstieg der Aktie von Delivery Hero in Deutschlands wichtigsten Aktienindex sorgt bei Investoren für weitere Kursfantasie. In wie weit aus historischer Sicht ein Engagement von Unternehmen nach ihrer Dax-Aufnahme lukrativ ist, untersuchte HQ Trust.

Marcel Müller von HQ Trust
Marcel Müller, HQ Trust
© HQ Trust

Im deutschen Leitindex Dax gibt es ein neues Mitglied. Das Unternehmen Delivery Hero ersetzt die insolvente Wirecard. Lohnt sich der Kauf eines Aufsteigers noch – oder hat die Aktie schon ihr ganzes Pulver verschossen? Und sollten sich Anleger aus historischer Sicht besser von den Absteigern trennen? Marcel Müller von HQ Trust hat nachgerechnet.

Im Rahmen seiner Analyse hat der Leiter des Portfoliomanagements beim Multi Family Office HQ Trust die Performance aller Auf- und Absteiger des Dax im relativen Vergleich ermittelt. Betrachtet wurden nur Indexveränderungen, die aufgrund regulärer Austauschkriterien wie der Marktkapitalisierung stattgefunden haben. Müller berechnete, wie sich deren Aktien in Jahr vor und nach dem Wechsel entwickelt haben. Um den Effekt vor und nach der Indexveränderung messen zu können, stellte er den Tag der Veränderung mit einer relativen Performance von Null dar.

Relative Entwicklung der in den DAX aufgenommenen Titel im Zeitraum um den Aufnahmetag

Anmerkung: Die Grafik können Sie als Attachment (pdf) am Ende der Nachricht in größerer Auflösung betrachten.

Der Markt preist vieles vorab ein
Im Mittel haben die Aufsteiger im Vorfeld des Wechsels ihr Pulver bereits verschossen. Im Jahr vor dem Wechsel machen die Aufsteiger-Aktien im Schnitt fast 25 Prozent auf den DAX gut. Auffällig sei dass der Hochpunkt in der relativen Performance dieser Titel rund einen Monat vor dem Aufstieg liegt. Offensichtlich ist hier bereits auf einen Wechsel spekuliert worden.

Nach der Aufnahme in den Index beginnt eine recht deutliche Underperformance der Aufsteiger: Auf Jahressicht liegen die Titel im Schnitt rund 14 Prozentpunkte hinter dem Index. Nur in 8 von 25 Fällen konnten die Neulinge im Index im ersten Jahr ein besseres Ergebnis als der DAX erzielen.

Die Absteiger bleiben im Schnitt vor und nach dem Stichtag hinter dem DAX zurück: Im Jahr vor dem Austausch liegen sie im Mittel 16 Prozent hinter dem Börsenbarometer, im Jahr danach um weitere zwölf Prozent.

„Allerdings fällt auf, dass die Entwicklung der Unternehmen sowohl vor als auch nach dem Aufstieg sehr unterschiedlich ist. Beispielhaft zeigen das Continental und MLP. Der Autozulieferer hat ein Jahr nach seiner Dax-Aufnahme knapp 55 Prozent besser performt als der Index, der Finanzdienstleister liegt knapp 65 Prozent hinter dem DAX", erklärt Müller abschließend. (aa)


Anhang:

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