Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

Theorie

| Märkte
twitterlinkedInXING

Halloweeneffekt: Wie gefährlich ist die Aktien-Anlage ab Mai wirklich?

Ist es möglich, mit Saisonalität Erträge zu erzielen? Schließlich ist es eine relativ einfache Methode. Hunderttausende Analysten und Computerprogramme sind auf der Suche nach Anomalien, um an der Börse Gewinne zu machen. Kann man mit Hilfe des Kalenders den Markt schlagen?

speck_dimitri_klein_quer_neu.jpg
Dimitri Speck, Gründer und Head Analyst von Seasonax
© Seasonax

Dimitri Speck, Gründer und Head Analyst von Seasonax, einer auf Saisonalität in all ihren Ausprägungen spezialisierten Investment-Boutique, zeigt anhand eines einfachen Beispiels,  des „Halloween-Effekts“, wie stabil saisonale Zusammenhänge sein können. 

„Sell in May and go away!“
Das ist der wohl bekannteste saisonale Börsenspruch, vermutlich sogar einer der ältesten Börsensprüche überhaupt. Er ist auch unter der Bezeichnung „Halloween-Effekt“ bekannt.

Dow Jones, während des Sommers (blau) und des Winters (rot) seit 1960
Praktisch die gesamte Performance wurde in diesen sechzig Jahren während der saisonal guten Monate (im Winterhalbjahr) erzielt. Während der saisonal schlechten Monate (Sommerhalbjahr) konnte man hingegen dem Markt genauso gut fernbleiben.

Quelle: Seasonax

„Sell in May“ – da ist was Wahres dran
Ein saisonaler Zusammenhang kann offensichtlich recht lange stabil sein. Natürlich gibt es Ausnahmejahre, und außerdem kann sich der saisonale Verlauf ändern. Aber kein Zusammenhang an den Börsen ist immer gültig. Letztlich kann es darum gehen, mit Wahrscheinlichkeiten zu operieren – und hier leistet die Saisonalität einen wichtigen Beitrag.

Der Spruch „Sell in May and go away!“ ist übrigens bereits seit mindestens den 1930er Jahren bekannt und damit viele Jahrzehnte alt. Dennoch gibt es das Phänomen bis heute – trotz aller Analysten und Computerprogramme. Er gilt auch international. Das zeigt das nächste Beispiel.

Funktioniert der Halloween international?
Saisonale Verläufe können sich aber im Laufe der Jahre ändern. Deswegen ist eine präzise Analyse sehr wichtig. Der nächste Chart zeigt den saisonalen Verlauf des MSCI World-Aktienindex. Die saisonalen Trends des Index sind so auf einen Blick erkennbar.

MSCI World saisonaler Verlauf, ermittelt über 20 Jahre

Quelle: seasonax

Wie man erkennen kann, geht es ziemlich genau ab Anfang Mai saisonal mit dem MSCI World nach unten. Danach folgt die Schwächephase, die das Sprichwort „Sell in May and go away“ meint. Sie endet fast, aber nicht ganz genau nach einem halben Jahr. Saisonal gesehen ist die
Wahrscheinlichkeit einer Schwäche an den Aktienmärkten in den kommenden Monaten somit erhöht. 

Auch beim deutschen DAX gilt „Sell in May“
Wie sieht es nun bei einzelnen nicht-amerikanischen Aktienmärkten wie beispielsweise dem deutschen DAX aus? In den vergangenen 61 Jahren fiel der DAX im Sommerhalbjahr zwischen dem 1. Mai und dem 31. Oktober im Mittel um 0,67 Prozent. Insgesamt stieg der
DAX in diesen 61 Jahre jedoch durchschnittlich um gut sechs Prozent – die Gewinne bei deutschen Aktien traten im Mittel also ausschließlich im Winterhalbjahr auf.

DAX, Ertrag in Prozent zwischen 1.5. und 31.10. kalenderjahrweise
Das Balkendiagramm zeigt für alle Jahre seit 1960 bis 2020 den Ertrag für den DAX zwischen dem vom 1. Mai und dem 31. Oktober. In Grün sieht man die Jahre, in denen es zu Kursanstiegen kam, in Rot sind die Verlustjahre abgetragen. Dimitri Speck dazu: "Die Farbe Rot dominiert nicht. Nur in 28 der 61 Fälle fiel der DAX während seiner saisonal schwachen Phase. Die Kursrückgänge im Sommerhalbjahr sind also nicht häufiger als die Anstiege, sie sind aber insgesamt stärker." Bemerkenswert: In der Spitze kam es zu Verlusten bis zu 36,5 Prozent im Sommer-Halbjahr.

Quelle: seasonax

Die Sell-in-May-Schwächephase beginnt langsam 
Die saisonale Schwächephase für die Aktienmärkte beginnt langsam – das bedeutet erhöhte Vorsicht. Dabei beginnt die Schwächephase bei dem einen Index früher, bei dem anderen
später. Die Details kann jeder selbst auf www.seasonax.com untersuchen. Noch vielschichtiger ist das Bild bei den einzelnen Aktien. Es gibt sogar Einzelaktien, die ihre Schwächephase zu ganz anderen Jahreszeiten haben. 

Fazit
Es ist grundsätzlich gefährlicher, ab Mai im Vergleich zum Zeitraum ab November Aktien zu halten. Bei vielen einzelnen Aktien sieht das aber anders aus – sie bieten auch ab Mai hohe Chancen, die es mittels Seasonax-Tool zu entdecken gilt. (kb)

 

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren