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Google-Mutter macht sich mit Kurskosmetik schick für den Dow Jones

Der Internetriese Alphabet meldet überraschend gute Geschäftszahlen und kündigt einen Aktiensplit an. Damit hübscht sich das Haus für eine Aufnahme ins altehrwürdige US-Börsenbarometer Dow Jones auf. Garantiert ist die Mitgliedschaft damit aber noch nicht.

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© Daria Minaeva / stock.adobe.com

Die Geschäfte von Google laufen prächtig. So erfreute der Mutterkonzern Alphabet in seinem jüngsten Quartalsbericht die Anleger mit überraschend hohen Umsatz- und Gewinnzahlen. Eine weitere Ankündigung des Konglomerats lässt erst recht aufhorchen: Die Google-Mutter plant einen Aktiensplit, und was für einen: Für eine Alphabet-Aktie sollen die Alt-Anteilseigner 20 neue erhalten. Damit wäre das Papier, das zuletzt an der 3.000 US-Dollar-Marke kratzte, mit hernach rund 150 Dollar auch für Anleger mit schmalerem Budget erschwinglich, also einem breiteren Publikum zugänglich. So weit, so nachvollziehbar.

Mit dem Schritt wird aus Alphabet aber zugleich ein Anwärter für den US-Leitindex Dow Jones, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) mutmaßt. Das Gedankenspiel hat einen gewissen Charme und mit den nicht mehr zeitgemäßen Eigenarten des Traditionsbarometers zu tun.

Die 1896 erstmals berechnete Messlatte orientiert hinsichtlich Aufnahme und Gewichtung der Mitglieder nämlich am nominalen Aktienkurs der einzelnen Unternehmen und nicht, wie bei modernen Indizes, an der Marktkapitalisierung und dem Handelsumsatz. Soll heißen: Je höher der Kurs, desto mehr Gewicht nimmt ein Titel im Dow Jones ein. Umgekehrt flog das Gründungsmitglied General Electric 2018 aus dem Barometer, weil der Kurs von dessen Anteilschein zu niedrig war.

Bei Neuaufnahmen außen vor
Bei Alphabet behinderte jedoch ausgerechnet der hohe Kurs eine Index-Anwartschaft. Angesichts einer Notierung von fast 3.000 Dollar hätte das Haus mit seiner Dominanz im Dow andere Titel an die Wand gedrückt. Daher blieb die Google-Mutter bislang bei Neuaufnahmen außen vor. Ähnlich war es lange Zeit dem Computer- und Smartphone-Hersteller Apple ergangen. Der Tech-Riese stieg erst 2015 in den Dow Jones auf, ebenfalls nach einem Aktiensplit. Das Unternehmen hatte seine Papiere im Verhältnis sieben zu eins eingetauscht. Mit diesem Schritt sank der Kurs von den sperrigen 600 Dollar auf ein vertretbares Niveau für den Index-Eintritt.

Solcherlei Kurs-Kosmetik garantiert jedoch keinen Platz in der Indexauswahl. Denn nicht allein der Anteilspreis entscheidet über die Mitgliedschaft. Das letzte Wort hat ein Komitee, das sein Urteil über die Aufnahme (oder den Rausschmiss) in geheimer Abstimmung fällt. Dieses Gremium achtet dabei, so heißt es zumindest, unter anderem auf eine ausgewogene Branchenverteilung, entscheidet letztendlich aber nach eigenem Gusto, monieren Kritiker – und fordern deshalb seit Jahre eine umfassende Reform, allerdings vergebens.

Eigenheiten schaffen Wirrwarr
Die Eigenheiten des Dow Jones führten etwa dazu, dass 2020 Apple nach einem neuerlichen Aktiensplit das Index-Urgestein Exxon Mobil verdrängte. Denn mit dem Split wäre die Bedeutung der Apple-Aktie – und damit des US-Technologiesektors insgesamt – in dem Leitbarometer gesunken. Daher warfen die Index-Oberen den Ölkonzern und weitere "Old-Economy"-Konzerne aus dem Dow Jones und ersetzten sie durch Technologie-Unternehmen. Außen vor blieb damals neben der Google-Mutter auch der Online-Händler Amazon. Mit einem Aktienkurs von fast 3.000 US-Dollar macht die "FAZ" den Konzern als weiteren Kandidaten für einen Aktiensplit aus. (ert)

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