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Geduld ist nun einmal Voraussetzung für langfristigen Anlageerfolg!

Wer kenn sie nicht, die berühmte Ansage von Charlie Munger, dem Partner des legendären Starinvestors Warren Buffett, dass sie beide das meiste Geld mit dem Hintern verdient hätten. Sie blieben einfach Jahrzehnte auf ihren Positionen wie Coca-Cola oder Gilette sitzen. Auch anderen ging es ähnlich.

Investmentlegende Peter E. Huber will es nach wie vor wissen und managt weiterhin erfolgreich Fondsportfolios bei Taunus Trust.
Investmentlegende Peter E. Huber will es nach wie vor wissen und managt weiterhin erfolgreich Fondsportfolios bei Taunus Trust.© martinjoppen.de / FONDS professionell

Peter E. Huber, Fondsmanager bei Taunus Trust und Urgestein des Value Investing in Deutschland, startet vorweg mit einer kleinen Anekdote: "Es ist lange her, als ich das Mandat für das Management eines Aktienfonds verlor, weil sich der Initiator mit der Luxemburger Depotbank überworfen hatte. Jahre später staunte ich nicht schlecht. Der Fonds zierte die vorderen Plätze der Performance-Vergleiche. Als ich den Initiator das nächste Mal traf, gratulierte ich ihm zu meinem Nachfolger. Es gibt keinen, teilte er mir mit. Der Fonds sei eingefroren worden und hätte seit meinem Abgang keine Transaktionen mehr getätigt."

Mit Sitzfleisch zum Erfolg
Und vor ungefähr elf Jahren wurde in einem Podcast eine Studie von Fidelity erwähnt, so Peter E. Huber weiter, wonach über die letzte Dekade die Kunden die besten Anlageergebnisse erzielten, die bereits gestorben waren oder keine Umschichtungen vorgenommen hatten. Diese Studie hat es nie gegeben, aber Fidelity teilte mit, dass diese Ergebnisse durchaus plausibel seien.

Studien bestätigen, wie wichtig Geduld für die Langfristperformance ist
So untersuchten zum Beispiel Brad Barber und Terrance Odean („Trading is Hazardous to Your Wealth“) die Anlageergebnisse von 78.000 Kunden eines großen Discount-Brokers. Das Resultat: Die Kunden mit den wenigsten Umschichtungen erzielten jährlich sieben Prozent mehr Rendite als die eifrigsten Trader. Vor diesem Hintergrund erstaunt es doch sehr, dass der Anlagehorizont der Investoren immer kürzer wird. So beträgt heute die durchschnittliche Haltedauer an der New York Stock Exchange ungefähr zehn Monate. Vor fünfzig Jahren waren es fünf Jahre. Die Erkenntnis trägt: „Hin und her macht Taschen leer“.

Antizyklische Chancen im Energie- und Rohstoffbereich
Angesichts der weltweiten Exportoffensive der Chinesen sollte man sich Bereiche genauer ansehen, die davon nicht betroffen seien, so Peter E. Huber weiter. Hier fällt sein Blick auf Energie- und Rohstoffaktien, die seit längerem von den Investoren gemieden werden (Vormarsch der erneuerbaren Energien, ESG-Regeln).

Energieaktien sind derzeit die Stiefkinder der Börse
Fondsmanager haben diesen Sektor gemäß einer Umfrage der Bank of America extrem untergewichtet. "Die Skepsis des Marktes bietet aber Chancen", ist Huber überzeugt. "Denn selbst die Stromerzeugung aus Kohle ist seit Beginn des Jahrhunderts weltweit von 6.000 auf 10.600 Terawattstunden gestiegen. Dieser Anstieg geht ungebremst weiter. Emissionsrechte, die bei uns wegen der zunehmenden Deindustrialisierung aufgrund der Clean Energy Politik der EU-Kommission nicht mehr benötigt werden, werden anderswo verbraucht. In unserem Fonds meiden wir aber aus ethischen Gründen Investments in Kohle, da sie die Umwelt mit Abstand am stärksten belasten."

Interessanter als Kohle sind Öl- und Gasaktien
Hier finden an der Börse derzeit nur die negativen Faktoren Beachtung: „Sinkende Preise wegen eines Überangebots. Möglicher erneuter Markteintritt Russlands nach einer Beendigung des Ukraine-Konflikts. Zunehmende Substitution durch erneuerbare Energien“. Dabei gebe es Schätzungen, dass der Ölbedarf bis 2030 um 25 Prozent und bei Gas sogar um 40 Prozent gegenüber 2015 steigen werde, so Peter E. Huber. Gleichzeitig seien die inflationsbereinigten Ausgaben für die Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen 2024 auf den tiefsten Stand seit Erfassung der Daten im Jahr 1956 gefallen. Denn der Trend zu erneuerbaren Energien verderbe bereits seit Jahren die Investitionslaune, während alte Vorkommen sich langsam erschöpften.

Einstelliges KGV
Viele globale Öl- und Gasaktien würden derzeit mit einem einstelligen Kurs/Gewinn-Verhältnis gehandelt und wiesen eine Dividendenrendite von über fünf Prozent aus. Sie erfüllten damit die 3U-Kriterien von Taunus Invest: Sie sind unbeliebt, unterbewertet und in den Depots untergewichtet. Vielleicht folgen sie dem Anstieg von Gold und Kupfer.

Gewichtsschwund im S&P 500
Das Gewicht von Energie- und Rohstoffaktien ist im S&P 500-Index seit 1990 von über 20 Prozent auf vier Prozent gefallen. Peter E. Huber dazu: "Während für Energieaktien in 2026 ein globales Gewinnwachstum von fünf Prozent erwartet wird, sind es bei Rohstoffaktien knapp zwanzig Prozent. Entsprechend sind Rohstoffaktien dieses Jahr bereits ganz gut gelaufen, insbesondere Gold- und Silberminen. Nachholbedarf haben Titel von Rohstoffunternehmen, die auf eine breite Palette von Industriemetallen (ohne Kohle) setzen. Viele dieser Rohstoffe werden auch für die Entwicklung neuer Technologien wie E-Mobilität, Windmühlen, Solarpanele und anderes mehr benötigt."

(kb)

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