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Faros-Studie: Zahlen institutionelle Investoren zu hohe Gebühren?

Eine Umfrage unter 46 institutionellen Investoren aus Deutschland und Österreich über die bezahlten Gebühren hat überraschende Ergebnisse geliefert. Diese könnten Großanleger zu Neuverhandlungen motivieren.

Uwe Rieken, Faros Consulting
Uwe Rieken, Faros Consulting
© Faros

Viele institutionelle Investoren zahlen zu hohe Gebühren im Bereich Asset Servicing. Das ist in einem Satz zusammengefasst die wichtigste Erkenntnis einer von Faros durchgeführten Umfrage. Im Rahmen der zum zweiten Mal durchgeführten Benchmarkstudie befragte Investment Consultant Faros 46 institutionelle Investoren aus Deutschland und Österreich mit einem Gesamtanlagevolumen von 220 Milliarden Euro im Zeitraum von November 2020 bis April 2022 zu den von ihnen bezahlten Gebühren für die Verwahrung und Verwaltung ihrer Kapitalanlagen. Über die wichtigsten Eckpunkte der Studie r informiert Faros per Aussendung.

Institutionelle Teilnehmer können sich benchmarken
Durch die nun vorliegende ausgewertete Version der Studie erhalten teilenehmende Investoren anhand der mit Medianwerten dargestellten Preisspannen wertvolle Orientierung über die eigene preisliche Positionierung im Markt und können daraus Kostenoptimierungspotenziale ableiten. Die detaillierte Auswertung der Studie geht den teilnehmenden Investoren exklusiv zu. Darüber hinaus können interessierte Investoren sowie Verwahrstellen und Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGen) die Studie gegen eine Schutzgebühr erwerben, merkt Faros in eigener Sache an.

Hartumkämpfter Markt
„Seit einiger Zeit sind aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks Konzentrationsprozesse im Verwahrstellen- und KVG-Geschäft zu beobachten, einige Marktteilnehmer haben sich sogar komplett verabschiedet“, erläutert Studienleiterin Tamara Di Nanni, Senior Investment Consultant bei Faros. Gleichzeitig litten institutionelle Investoren nach wie vor unter einem hohen Kostendruck bei weiterhin niedrigen Renditen. „Vor diesem Hintergrund haben wir die Faros Benchmarkstudie zu den Kosten von Kapitalverwaltungsgesellschaften und Verwahrstellen ins Leben gerufen, um einen repräsentativen Marktdurchschnitt zu ermitteln.“

Überraschende Erkenntnisse
Zwei Ergebnisse stechen dabei laut Uwe Rieken, Gründer und Geschäftsführer von Faros, besonders heraus. „Während bei den Vergütungen der Asset Manager in unserer täglichen Beratungspraxis ein fortlaufender Verhandlungsprozess mit sinkenden Preisen zu beobachten ist, waren wir erstaunt, wie zementiert die Verwahrstellen-Gebühren der Anbieter sind.“

Im Vergleich zur ersten Studie im Jahr 2013 seien die Durchschnittszahlen kaum verändert und deuteten auf eine Konsolidierung der Fees hin. Erstaunlich sei dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Volumina deutlich angestiegen seien und die daraus ergebenen Skaleneffekte wohl nicht weitergegeben wurden. „Das derzeit herrschende Narrativ der Anbieter, dass es eine Abwärtsbewegung gibt, ist daher nicht sachgerecht“, ist Rieken überzeugt. In der Praxis sei vielmehr zu beobachten, dass sich der „Preiskampf“ in den Bereich der Zusatzservices und der Währungsabsicherungskosten verlagert habe.

 Überrascht hat den Investment Consultant auch, dass es bei den Master-KVG-Gebühren offenbar kaum einen Zusammenhang zwischen dem verwalteten Vermögen und der Höhe der Fees gebe. „Man würde vermuten, das hohe Volumina auch zu geringeren Gebühren führen, aber das lässt sich anhand der vorliegenden Daten nur in Teilen belegen“, erklärt Di Nanni. So zahlen etwa zwei an der Studie teilnehmende Anleger mit etwa 300 Millionen Euro Kapitalanlagevolumen gleich hohe Gebühren für ihre Master-KVG wie ein weiterer Teilnehmer mit zehn Milliarden Euro Anlagevolumen.

In einem weiteren Vergleich lagen die entsprechenden Gebühren bei einem Anleger mit einem Volumen von etwa 150 Millionen Euro und die eines Anlegers mit über 13 Milliarden Euro absolut identisch. In den von Faros begleiteten Ausschreibungen spiegele sich diese Beobachtung laut Di Nanni allerdings nicht wider. „Wir gehen davon aus, dass dies zum einen an den hohen Volumina der Teilnehmer liegt – 58% sind mit mehr als einer Milliarde Euro investiert. Zum anderen liegen wahrscheinlich auch einige ‚Alt-Verträge‘ vor, die durch die Investoren lange nicht neu verhandelt wurden“, vermutet die Senior-Expertin. (aa)

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