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Deuten Gold- und Silberoptionen auf eine Kurskorrektur hin?

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Gold- und Silberoptionen weisen derzeit ungewöhnlich positive Schiefewerte auf – was oftmals als Vorzeichen für eine bevorstehende Kurskorrektur gewertet werden kann. Starke Zinssenkungen und ein schwächerer Dollar könnten den Ausblick jedoch ändern.

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Faros-Investorentag: Die Highlights der Infrastrukturdiskussion Teil 2

Vier bekannte Infrastrukturinvestoren diskutierten am Investorentag des Consulters Faros in Wien zum Thema Infrastruktur und gewährten dabei tiefe Einblicke in ihre Denk- und Herangehensweise bei diesem derzeit angesagten Investmentthema. Was noch alles gesagt wurde, finden Sie hier im Teil 2.

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Bekannte Infrastrukturinvestoren von Adressen wie der Ampega, GEA Pensionskasse, Uniqa oder Faros Fiduciary Management, diskutierten am Investorentag von Faros.
© Maximilian Rosenberger

Dr. Thomas Mann, Geschäftsführer von Ampega Asset Management, dem Vermögensverwalter des Talanx-Konzerns, Andreas Siegert, Vorstand der GEA-Pensionskasse, Dimitar Lambrev, Senior Portfoliomanager bei der österreichischen Uniqa Insurance Group und Martin Dürr, Senior Advisor bei Faros Fiduciary Management diskutierten am Investorentag von Faros Pension & Asset Advisory in Wien ausführlich über Infrastrukturinvestments aus dem Blickwinkel institutioneller Investoren.

Teil 1 dieser über einstündigen Diskussion können Sie HIER nachlesen, Teil 2, wo über ESG, Renditen und Investmentart diskutiert wurde, finden Sie nachfolgend.

Welche bekannten Vortragenden noch alle am Faros-Investorentag Gehaltvolles zu Gehör brachten, können Sie nachfolgender Fotogalerie entnehmen.

Nachhaltige Infrastruktur?
Auf die Frage, in wieweit ESG-Überlegungen auch bei Infrastrukturinvestments eine Rolle spielen, waren die Antworten von allen vier Diskutanten tendenziell bejahend. „Der ESG-Trend ist nicht mehr wegzudiskutieren“, bestätigte Mann. Falls man ESG ernst nähme, habe dies große Auswirkungen auf die Assetklasse und die Anlagestrategie. Denn „klassische“ Infrastruktur, wie beispielsweise eine Autobahn, sei oftmals „eine dreckige Investition“. Aus diesem Grund könnten Investoren irgendwann ESG-Probleme drohen. Daher sollten Anleger laut Mann auch ESG in ihren Überlegungen mitberücksichtigen und im Zweifel lieber über Fonds allokieren, um zukünftig drohende ESG-Probleme zu reduzieren. Siegert erinnerte, dass einmal eingegangenes Infrastruktur-Exposure nur schwer wieder rückgängig gemacht werden könne und daher auch aus ESG-Überlegungen heraus Diversifikation geboten sei. Dürr zufolge sei auch bei Infrastruktur ESG eine Notwendigkeit, da ansonsten eine zusätzliche „Risikoquelle“ entstünde und Investoren zukünftig von der Regulatorik oder auch der Öffentlichkeit unter Druck kommen könnten.

Lambrev berichtete, dass sein Haus bereits an einer ESG-Strategie im Bereich Infrastruktur arbeite und diesbezüglich schon sehr weit sei. In Kürze soll eine „Checkliste“ implementiert werden. „ESG wird eine sehr bedeutende Rolle in unserem Investmentprozess spielen“ kündigte Lambrev an, um anzufügen: „Früher war ESG eine Option, heute ist es eine Notwendigkeit.“

Gelistet oder nicht gelistet?
Ein weiterer Diskussionspunkt war, ob Investoren lieber auf gelistete Infrastruktur (also Infrastrukturaktien) oder auf nicht börsengelistete Infrastruktur setzen sollten. Lambrev bevorzugt „unlisted Infrastructure“, weil diese weniger mit dem breiten Aktienmarkt korreliert. Uniqa setzt daher auf Spezialfonds, die von handverlesenen Managern mit hoher Expertise verantwortet werden.

Auch Mann hält wenig von Börsengelisteten Infrastrukturpapieren. Das hat regulatorische Gründe: Aus dem Blickwinkel eines HGB-Investors schlagen Kursverluste bei Infrastrukturaktien auf die (HGB)-Bilanz durch und würden in einem Zweitrundeneffekt den Aktienkurs der börsennotierten Talanx mitbeeinflussen. Das will sich Mann mit seinem Team ersparen und setzt lieber auf „Off-Market“-Exposure.

Siegert wollte sich bei der Diskussion nicht festlegen. Denn beide Spielarten böten Vor- und Nachteile: „Liquidität ist ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte“.

Auch Dürr hält beiden Varianten für brauchbar und betonte die Möglichkeit, bei gelisteter Infrastruktur bei tief gefallenen Aktienkurse nachkaufen zu können. Er erinnerte daran, dass am Ende des Tages immer die Eigenkapitalentwicklung eines jeden Zielobjekts eingepreist werde und daher beide Wege zum Renditeziel führen.

Alles eine Frage der Rendite
Gegen Ende der Diskussion wurde vor dem Hintergrund fallender Infrastrukturrenditen erörtert, wie viel Rendite Infrastruktur Investoren aktuell mindestens bieten müsse. „Bei zwei Prozent Rendite krümmt bei uns keiner den Finger“, erklärte Mann und nannte als Zielgröße eine Mindestrendite von sechs Prozent. Entscheidend für alle Rendite-Betrachtung sei auch, wie hoch der Hebel eines Infrastrukturfondsmanagers sei und wie die „Rendite“ überhaupt gemessen werde. „Investoren müssen den Mut haben, nicht zu kaufen“, erklärte Mann und fügte an, dass (Nicht-)Investoren dann aber auch mit den Konsequenzen einer nicht eingegangenen, möglicherweise doch noch rentablen Investition, leben müssten. Der Ampega-Vorstand erinnerte auch daran, dass Infrastruktur als Anlageklasse erst seit rund zehn Jahren eine nennenswerte Gewichtung in institutionellen Portefeuilles habe, aber noch keinem stärkeren Stresstest bzw. einer starken Kurskorrektur ausgesetzt wurde. Dieser „Elchtest“ stünde noch aus…

Siegert meinte, dass aber in allen (Fixed Income-)Anlagesegmenten die Renditen extrem niedrig seien und daher selbst im historischen Vergleich nunmehr niedrigere Infrastrukturrenditen für unter Anlagedruck stehende Großanleger durchaus interessant sein könnten.

Mann erinnerte die Runde an Kriterien wie das „Bauchgefühl“ bzw. „gesunder Hausverstand“, die gute Investoren bei Anlageentscheidungen haben müssen und dass diese in Kombination mit einem „gesunden Pragmatismus“ gerade bei Infrastrukturinvestments notwendig seien.

Das Schlusswort hatte Faros-Mann Dürr, der auf die steigende Komplexität und die immer höheren, fachlichen Anforderungen bei Infrastrukturinvestments hinwies und als Conclusio Investoren empfahl, einen guten Consulter zu beauftragen. (aa)

 

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