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Faktor- und Assetklassen-Diversifikation: Worauf es zukünftig ankommt

Scott Welch, Chief Investment Officer – Model Portfolios bei WisdomTree, beschäftigt sich in einem Blog-Eintrag mit der Frage, ob die klassische Asset Allokation zwecks Erreichung der Portfoliodiversifikation noch ausreicht oder ob es künftig klüger wäre, nach Faktoren zu diversifizieren.

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NIcht alle Eier in einem Korb zu legen, ist heute und norgen wichtiger denn je. 
© Vladislav Nosik / Fotolia

Die meisten institutonellen Investoren werfen regelmäßig einen Blick auf das Assetklassen Mapping, wo die jährlichen Performances der einzelnen Assetklassen kalenderjahrweise in färbigen Quadraten, sortiert nach dem Jahresertrag, abgetragen werden. Ein typische Beispiel ist jenes von J.P. Morgan in der quartalsweisen Publikation "Guide to the Markets", wo die historischen Performance bis einschließlich 2019 wie folgt als Patchwork dargestellt sind: 

Assetklassen-Renditen von 2005 bis 2019

Ziel dieser Darstellung ist es zu zeigen, wie schwierig es ist zu prognostizieren, welche Assetklasse in einem beliebigen Folgejahr die Nase vorne haben wird. Des Weiteren wird damit die Wichtigkeit einer Asset Allocation vor Augen geführt, die anhand eines Modellportfolios mit den oben in der Fußnote beschriebenen Gewichtungen in Form der weißen Quadrate und dem schwarzen Linienzug mit aufgenommen wird.

Robust genug?
Scott Welch, CIO – Model Portfolios bei WisdomTree, fragt sich nun, ob eine Diversifikation nach Assetklassen ausreichend dafür ist, robuste Portfolios zu bilden. Bei WisdomTree glaubt man, dass es möglich ist, bessere Portfolios zu bauen, wenn man dabei auch die Diversifikation nach Risikofaktoren miteinbezieht. Zwar könnte man die hinter den Assetklassen stehenden Wertpapiere als Bündel spezifischer Risikofaktoren ansehen, doch liefert diese vermeintliche Diversifkation in Krisenzeiten wie eben jetzt nicht die gewünschten Effekte, weil die verschiedenen Assetklassen doch ähnliche oder vergleichbare Risikofaktoren aufweisen. Man denke dabei nur an US-Large Caps, Schwellenländer-Aktien und High Yield-Anleihen: Sie weisen nämlich hoch korrelierte Risikofaktor-Profile auf und sind alle von Aktienrisiko-Faktor entscheidend geprägt. In disruptiven Marktphasen tendieren sie dazu, gemeinsam zu fallen. 

Patchwork-Grafik zu Risikofaktoren

Die alte Beta-Rallye kommt wohl nicht mehr zurück
Dabei zeige sich, so Scott Welch, dass Risikofaktoren in ihrer relativen Performance genauso fluktuierten wie Assetklassen, aber eine breitere Faktordiversifikation habe das Potential dazu, eine konsistentere Performance zu erzielen. Er ist der Ansicht, dass Asset Allocation-Modelle in der Zukunft an Bedeutung gewinnen werden, speziell im Gefolge der Corona-Pandemie: "Eine zehn Jahre andauernde Beta-Rallye wird es - trotz unseres Optimismus, was die Beherrschung der Corona-Krise angeht - so wahrscheinlich nicht mehr geben. Wir kommen jetzt in eine Phase eines neuen, volatileren, manche würden sagen, eines normalen Marktregimes."

Offene Architektur
Deswegen werden WisdomTrees Modellportfolios sowohl im Hinblick auf Assetklassen als auch Risikofaktoren diversifiziert. Alle Modelle werden als offene Architektur geführt und nicht mit WisdomTree-ETPs bestückt. Das diversifizierte Risikofaktor-Exposure soll das volle Potential im Hinblick auf den Erhalt robusterer, konsistenterer Portfolios optimieren. Dabei ist Risikofaktor-Diversifikation ein sehr anspruchsvolles Unterfangen im Vergleich zur Diversifikation über Assetklassen hinweg. Durch die rasante Entwickung faktorbasierter Produktlösungen - und hier nimmt sich WisdomTree nicht aus - sollte es aber möglich sein, in einem zu erwartenden volatileren Marktumfeld konkrete Umsetzungsschritte zu setzen. (kb)

 

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