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Eyb & Wallwitz über die "unnütze Suche" nach neuen "Nifty Fifty"

Internetaktien wie die von Facebook, Amazon oder Netflix könnten sich zu den neuen "Nifty Fifty" entwickeln, meine viele Beobachter. Eine solche Kategorisierung dürfte bald aber nicht mehr nötig sein, glaubt der Vermögensverwalter Georg von Wallwitz.

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Georg von Wallwitz
© Eyb und Wallwitz

Wenn die Weltwirtschaft sich gut entwickle, dürfte es nicht mehr nötig sein, sich nach neuen "Nifty Fifty" – also krisenresistenten Aktien mit stabilen Geschäftsmodellen, die zwar teuer geworden, aber immer noch im Wachstum sind – umzusehen. Dieser Ansicht vertritt Georg Graf von Wallwitz, Geschäftsführer von Eyb & Wallwitz. 

"Die Wirtschaft in Brasilien und Russland hat sich stabilisiert, die USA wachsen wohl mit 2,6 Prozent pro Jahr und auch die malade Eurozone bringt es wohl auf 1,7 Prozent", erklärt von Wallwitz. Zudem verstehen die Regierungen allmählich, dass Sparen und ein ausgeglichener Haushalt in den vergangenen Jahren ein wenig überwertet wurde. "Das könnte die Weltwirtschaft von ihrem größten Bremsklotz befreien und sie in diesem Sommer wohl wieder mit etwa vier Prozent wachsen lassen", erwartet der Vermögensverwalter.

Flotte Fünfziger
Im Jahr 1972 schuf die US-amerikanische Maklerfirma Kidder Peabody den Begriff der "Nifty Fifty", zu deutsch etwa: flotte Fünfziger. Darunter fiel eine Auswahl an prominenten Wachstumsaktien, die nach einem starken Aufschwung an der Börse sehr teuer geworden und trotzdem noch einen Blick wert waren – damals unter anderem die Titel von Microsoft, SAP und Disney. Aber auch später krachend gescheiterten Konzernen wie Eastman Kodak, Xerox oder Texas Instruments haftete einst dieser Nifty-Fifty-Nimbus der "Unzerstörbarkeit" an.

Auch der heutige, seit dem Jahr 2009 anhaltende Aufschwung an den Börsen werde von Wachstumsaktien mit sehr guter Kursentwicklung getragen, sagt von Wallwitz: "Die Helden des Internets, Facebook, Google, Amazon, Apple und Netflix, machen einen guten Teil der Wertentwicklung aus."

Alles eine Frage des Geschäftsmodells und dicker "Schutzwälle"
Wie es mit den heutigen Helden des Internets allerdings weitergeht, sei zumindest fraglich. "Apples iPhones langweilen vielleicht bald, und statt bei Netflix schauen die Leute vielleicht bald bei Amazon oder Apple ihre Filme."

Lediglich das Geschäftsmodell von Amazon sei aus heutiger Sicht schwer auszuhebeln. Ohnehin werde sich ein Portfolio in Wachstumstitel nur dann zufriedenstellend entwickeln, wenn es breit diversifiziert ist und Investoren einen langen Atem mitbringen.

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