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Europäische ETF-Studie: Rekorde und Überraschungen

Ein Bericht von Lyxor ETF Research gibt einen ausführlichen Überblick über die ETF-Flows europäischer Produktanbieter. Zusätzlich werden auch aktive Fonds analysiert. Dabei ergeben sich einige handfeste Überraschungen.

Vincent Denoiseux, Leiter des Bereichs ETF Resarch and Solutions bei Lyxor Asset Management
Vincent Denoiseux, Lyxor Asset Management
© Lyxor Asset Management

Lyxor ETF Research veröffentlichte diese Woche seinen Bericht "Money Monitor 2019", eine eingehende Analyse der Zuflüsse in ETFs von Anbietern mit Sitz in Europa. Der Bericht berücksichtigt erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds. Die neue Publikation basiert auf der Untersuchung von 47.000 Fonds und ETFs und bietet damit laut der Gesellschaft einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Trends und Treiber in der europäischen Vermögensverwaltungsbranche.

Neuer Rekord bei den Zuflüssen
Zum ersten Mal erreichten europäische ETFs 2019 einen Zufluss von 100,8 Milliarden Euro, was einen Rekord markiert. Damit erhöhte sich das Gesamtvermögen auf 870 Milliarden Euro und verzeichnete ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist das Ergebnis eines beschleunigten Wachstums in Europa in den vergangenen fünf Jahren (+20 Prozent) im Vergleich zum Wachstum des weiter vorangeschrittenen US-Marktes (+19 Prozent).

ETFs machen damit nun sieben Prozent des gesamten europäischen Fondsvermögens aus (2018: sechs Prozent). Dabei entfallen 69 Prozent auf Aktien-ETFs, 27 Prozent auf festverzinsliche Wertpapiere, 27 Prozent auf Rohstoffe und die restlichen drei Prozent auf andere Anlageklassen.

Das Jahr der Anleihen
2019 war ohne Zweifel das Jahr der Anleihen mit Zuflüssen von rund 54 Milliarden Euro. Damit stieg das Gesamtvermögen auf 234 Milliarden Euro gegenüber 152 Milliarden Euro im Jahr 2018. Die europäischen Anleger wandten sich höheren Renditechancen zu (Unternehmensanleihen, US-Staatsanleihen, Anleihen aus Schwellenländern, Hochzinsanleihen). Dabei war für sie die geografische Diversifizierung, vor allem außerhalb Europas, entscheidend.

Nachdem es mehrere Jahre gedauert hat, bis das Segment der festverzinslichen ETFs in Schwung gekommen ist, ist der in den letzten fünf Jahren beobachtete Trend mit durchschnittlichen jährlichen Zuflüssen von 26 Milliarden Euro solide und widerstandsfähig.

Aktien: Ein gemischtes Jahr
Für Aktien war 2019 ein Jahr der Kontraste: Die europäischen Aktienmärkte trugen die Hauptlast der zunehmenden makroökonomischen Unsicherheiten. In der ersten Jahreshälfte drohte der "no deal"-Brexit, doch in der zweiten Jahreshälfte kam es aufgrund der nachlassenden Handelsspannungen zu einer deutlichen Erholung. ETFs profitierten hiervon und sammelten 46 Milliarden Euro ein, während aktive Aktienfonds Abflüsse in Höhe von 43 Milliarden Euro verzeichneten. 

Überraschung bei UK-Aktien-Fonds
Britische Aktien waren ein interessantes Beispiel für die Rotation von Fonds hinein in ETFs. Im Zusammenhang mit dem Brexit beobachteten wir Ende 2019 sehr starke Zuflüsse in britische Aktien-ETFs. Diese summierten sich allein in den letzten vier Monaten des Jahres auf insgesamt 7,1 Milliarden Euro. Diese Ströme wurden bei aktiven Fonds nicht beobachtet.

Rekordzuflüsse für ESG- und Smart Beta ETFs
Regulatorische Veränderungen und ein wachsender Bedarf an nachhaltigen Anlageinstrumenten über das gesamte Anlegerspektrum hinweg haben einen Boom im ESG-Segment ausgelöst. Dieses erzielte im vergangenen Jahr ein Rekord-Neuinvestitionsvolumen von 16,5 Milliarden Euro. Damit erhöhte sich das verwaltete Gesamtvermögen auf 30,5 Milliarden Euro.

Auch Smart Beta ETFs verzeichneten mit kumulierten Zuflüssen von 9,4 Milliarden Euro im letzten Jahr ein Rekordwachstum. Die Gelder flossen hauptsächlich in die Strategien Income Generation, Value und Minimum Volatility/Minimum Variance.

Vincent Denoiseux, Leiter des Bereichs ETF Resarch and Solutions bei Lyxor Asset Management, erklärte anlässlich der Studienveröffentlichung: "Der Marktanteil der ETFs ist in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Das unterstreicht die zunehmende Akzeptanz bei den europäischen Anlegern. Mit dem aktuellen Money Monitor 2019, der erstmals auch die Zuflüsse in aktive Fonds beinhaltet, ermöglichen wir den Anlegern, sich ein noch detaillierteres Bild von den Trends in der Branche sowie von der Verteilung der Zuflüsse in aktives und passives Management zu machen.“ (aa)

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