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DZ Bank: Umbau macht Dax nicht moderner

Auch nach seiner geplanten Erweiterung bleibt der deutsche Leitindex letztlich ein Industrie-Barometer, sagt ein Analyst der DZ Bank. Einzelne Großkonzerne haben ein zu hohes Gewicht, als dass zehn Neulinge die Ausrichtung des Dax ändern könnten.

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© Degimages / stock.adobe.com

Die Deutsche Börse will ihren wichtigsten Index um zehn Unternehmen erweitern. Stimmen alle zur Meinungsabgabe aufgerufenen Beteiligten zu, wird aus dem Dax 30 im kommenden Jahr der Dax 40. Dieser Schritt soll das angestaubte Börsenbarometer moderner und robuster machen. Ob das klappt, wird in Fachkreisen allerdings angezweifelt.

So dürfte sich wegen des hohen Gewichts einzelner Großkonzerne wie SAP, Linde und Siemens effektiv wenig ändern, sagt beispielsweise Michael Bissinger, Analyst der genossenschaftlichen DZ Bank. Auch die Sektor-Zusammensetzung würde durch den Umbau wohl weitgehend dieselbe bleiben. "Ein höheres Gewicht von beispielsweise Technologieaktien im Dax kann damit aller Voraussicht nach nicht erreicht werden. Der Anteil von Chemie-, Auto- und Industriekonzernen unter den großen deutschen börsennotierten Aktiengesellschaften ist dafür zu hoch", erklärt Bissinger.

Generell wären, wenn der Umbau planmäßig stattfindet, das größere Volumen, die etwas breitere Streuung und der dann leicht höhere Anteil an dynamisch wachsenden Unternehmen für den Dax von Vorteil, sagt der Analyst. Diese Faktoren sollte den deutschen Leitindex ein Stückweit aufwerten. "Die größeren Werte aus der zweiten Reihe könnten mehr Aufmerksamkeit erhalten", fügt Bissinger hinzu. Die Frischzellenkur für den Dax wäre allerdings zugleich ein Aderlass für den MDax. Dort würde sich die Anzahl der Unternehmen von 60 auf 50 verringern. Der Nebenwerteindex könnte damit für Generalisten an Relevanz verlieren, warnt der Experte.

Diese Unternehmen könnten in die Oberliga aufsteigen
Um die möglichen Dax-Aufsteiger herrscht derzeit noch munteres Rätselraten. Das "Handelsblatt" hat gemeinsam mit der Mainfirst Bank mehrere Unternehmen identifiziert, deren Aufstieg aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlich ist: der Aromenhersteller Symrise, der Rückversicherer Hannover Rück, der Online-Händler Zalando, der Energiekonzern Siemens Energy, der Labortechnik-Experte Sartorius, das Biotech-Unternehmen Qiagen, der Immobilienspezialist LEG Immobilien und der Chemiedistributor Brenntag, außerdem Siemens Healthineers und der Bahn-Zulieferer Knorr-Bremse. Auch der Kochboxversender Hellofresh und der Sportartikelhersteller Puma werden als Dax-Kandidaten gehandelt. (fp)

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