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DVFA: Schlechte M&A-Kommunikation kann Take-Overs um 20% verteuern

In einer über vier Teile angelegten Umfrage haben der Berufsverband der Investment Professionals (DVFA) und SMS Strategic Management Solutions ein umfassendes Bild über M&A-Transaktionen gezeichnet. Nun wird die Kommunikation in den Fokus genommen.

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„Eine schnelle, ehrliche, kompetente und glaubwürdige Kommunikation kann einen echten Mehrwert generieren. Ein Kommunikationsleitfaden M&A würde die Arbeit der Kapitalmarktexperten sinnvoll unterstützen, wie auch die Mehrheit der Befragten meint“, kommentiert Christoph Schlienkamp, stellvertretender Vorsitzender des DVFA e.V., die Untersuchung.
© DVFA

90 Prozent aller Investment Professionals geben an, dass die Kapitalmarktkommunikation im Rahmen einer M&A-Transaktion eine hohe (46 Prozent) beziehungsweise sehr hohe (44 Prozent) Bedeutung hat. So ist es aus Sicht der Investoren und Analysten selbstverständlich von besonderem Interesse, vom Emittenten im Rahmen der Veröffentlichung von M&A-Details jeweils eine saubere Darstellung der Auswirkungen auf die Equity Story, das Rating und die erwarteten Synergien zu bekommen. Es geht damit letztlich um die Vermittlung des "Added Value“ und des “Competitive Advantage“, und damit darum, die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Transaktion besser einschätzen zu können.

Schlechtes Zeugnis für M&A-relevante Kommunikation
Besonders wichtig sind den DVFA Investment Professionals Informationen über Wachstums- und Ertragsaussichten sowie über die strategische Ausrichtung. Als weitere wichtige Aspekte wurden Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle, die Darstellung der Transaktionsfinanzierung und Informationen über zu erwartende Synergien und technologische Aspekte genannt. Gleichzeitig sieht die überwiegende Mehrheit der Investment-Professionals in allen Kommunikationsbereichen deutlichen Verbesserungsbedarf. Mehr noch: gerade in den Kommunikationsbereichen, die von den Analysten als besonders wichtig eingeschätzt werden scheinen die Mängel in der Kommunikation besonders groß zu sein. Dieses Ergebnis wirft nicht zuletzt erhebliche Fragen dahingehend auf, ob die Emittenten zum einen über ausreichende Kenntnisse hinsichtlich der Informationsbedürfnisse des Kapitalmarktes verfügen und zum anderen, ob die wertbestimmenden Faktoren von M&A-Transaktionen von ihnen richtig eingeschätzt werden.

Verbesserungen bei den Kommunikationsinhalten erforderlich

Quelle: DVFA, SMS

Investor Relations und Bewertung
Die alte Erkenntnis, dass die Qualität der Investor Relations-Arbeit einen erheblichen Einfluss auf die Börsenbewertung hat, trifft uneingeschränkt auch auf die Kapitalmarktkommunikation im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen zu.

Um wie viel macht eine schlechte Kapitalmarktkommunikation M&A-Deals teurer?
Erstmals wurde in diesem Zusammenhang auch ein Thema abgefragt, das für M&A-Transaktionen von besonderer Bedeutung ist, nämlich die Höhe des Bewertungsabschlags, den eine mangelhafte Kapitalmarktkommunikation verursachen kann: deutlich mehr als der Hälfte der befragten Investment Professionals sehen diesen bei über zehn Prozent. Immerhin elf Prozent der Studienteilnehmer gehen sogar von einem Bewertungsabschlag von über 20 Prozent aus. Dies bedeutet, dass sich Unternehmensübernahmen, die über Kapitalerhöhungen oder eigene Aktien als Akquisitionswährung finanziert werden, nach Auffassung einer deutlichen Mehrheit der befragten Kapitalmarktteilnehmer bei schlechter M&A-Kommunikation um bis zu 20 Prozent verteuern. Die Bedeutung der M&A-Kommunikation darf daher keineswegs unterschätzt werden.

Kurze Reaktionszeit für Investment Professionals bei M&A-Transaktionen
In direktem Zusammenhang mit der Bewertung einer Transaktion steht die ebenfalls erstmals erhobene Reaktionszeit, die den Analysten bis zur Abgabe einer Einschätzung der Transaktion zur Verfügung steht. Nahezu die Hälfte der Befragten gab an, nur bis zu drei Stunden Zeit für die Einschätzung einer M&A-Transaktion zur Verfügung zu haben. 28 Prozent stehen zwischen drei und sechs Stunden zur Verfügung, nur 24 Prozent der Befragten haben dafür einen Tag oder länger Zeit. Die extrem kurzfristigen Reaktionsanforderungen unterstreichen zusätzlich die Forderung nach hochwertiger Kapitalmarktkommunikation im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen.

Michael Müller, Geschäftsführer SMS Strategic Management Solutions, hebt hervor: „Die Untersuchung zeigte deutlich den Zusammenhang zwischen der Qualität der Kapitalmarktkommunikation und der Unternehmensbewertung. Gerade im Zusammenhang mit M&A-Transaktionen ist dies von herausragender Bedeutung und bestimmt oftmals den wirtschaftlichen „Preis“, den die Aktionäre für einen Zukauf zu entrichten haben.“ (kb)

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