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DPAM: Volatilitätsparadoxon kann Rezessionen tiefer und länger machen

Negative Renditen sollen Investitionen und den Konsum über den Kanal der Kreditvergabe anregen, so die Theorie. Doch es könnte auch ganz anders kommen, meint DPAM.

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„Von negativen Renditen über negative Zinskurven bis hin zu negativen Zinssätzen für Baufinanzierungen: Für mich ist es immer noch unnatürlich, all das zu sehen", sagt Frederiek van Holle (Bild), Head of Quant Solutions bei  DPAM, zur Zentralbankpolitik im aktuellen Umfeld. Und das Spiel geht weiter....
© DPAM

Normalerweise sind die Zinsaufwendungen des einen das Einkommen von jemand anderem, der dieses wiederum (teilweise) ausgibt, was zu einem Einkommen für wieder jemand anderen führt. Doch dieser Geldmultiplikator-Effekt werde untergraben, so van Holle, wenn die Renditen noch tiefer in den negativen Bereich fallen. Das werde die Bürger dazu veranlassen, lieber Bargeld zu halten. Wenn immer mehr Menschen anfingen, Bargeld unter ihrer Matratze zu horten, werde sich der Prozess der Geldvermehrung verlangsamen, und die positiven Auswirkungen negativer Renditen würden geringer.

Gibt es Grenzen für diese unerforschten geldpolitischen Maßnahmen?
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Die Märkte glauben auch heute noch, dass die Zentralbanken in der Lage sind, das stark verflochtene und komplexe Finanz- und Wirtschaftssystem zu managen", sagt van Holle. "Ich denke, das System ist anfälliger geworden. In einem Umfeld geringer Volatilität (obwohl die Volatilität in den letzten Wochen zugenommen hat), niedriger Kreditkosten und mäßig glaubwürdiger Zentralbanken könnte die Reaktion des Finanzsystems auf Schocks nicht-linear ausfallen."

Volatilitätsparadoxon wird möglich
Wenn das System der niedrigen Volatilität zu mehr Leverage führt (was der Fall ist, wenn die niedrigen Zinsen die Kreditvergabe anregen), werden die Volatilitätsspitzen in Krisenzeiten extremer werden, gibt der Experte von Degroof Petercam Asset Management (DPAM) zu bedenken. "Dieser auch als „Volatilitätsparadoxon“ bezeichnete Effekt kann dazu führen, dass Rezessionen in ihrer Ausprägung tiefer und länger sind." 

Konterkarierte Zentralbankpolitik 
Selbst wenn man davon ausgehe, dass die Zentralbanken weiterhin die Kontrolle hätten, zeigte die weitere Eskalation des Handelskrieges in der vergangenen Woche, dass externe Ereignisse durchaus einen Einfluss auf die Politik der Zentralbanken hätten. Ihre Impulse würden durch die negativen Auswirkungen des anhaltenden Handelskrieges konterkariert. Nach den angekündigten erhöhten Einfuhrzöllen von US-Präsident Trump vor zwei Wochen schlug China prompt zurück, indem es seine Währung die wichtige Marke von sieben Yuan pro US-Dollar durchbrechen ließ. Trump beschuldigte China sofort, ein Währungsmanipulator zu sein. Und das Spiel geht weiter.... (kb)

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