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Der Dow Jones 10-Jahreszyklus: Mythos oder mehr?

Für den traditionellen Investor ist das Kalenderjahr und damit die Jahressaisonalität der wichtigste Zyklus. Es gibt aber auch Zyklen anderer Längen. Neben dem vierjährigen US-Wahlzyklus etwa gibt es noch einen längeren kalendarischen Zyklus, nämlich den Zehn-Jahres-Zyklus.

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Dimitri Speck, Mitgründer und Geschäftsführer der auf Saisonalität spezialisierten Investment-Boutique Seasonax Capital sowie Head Analyst.
© Seasonax

Bei diesem längsten kalendarischen Zyklus, der Dekade im Dow Jones, gibt es in der Tat Interssantes zu beobachten. Der folgende Chart zeigt dazu den Verlauf des Dow Jones abhängig von der Dekade ab 1897. Dieser Dekadenzyklus-Chart weist somit den durchschnittlichen 10-Jahres-Verlauf des Index über mehr als 120 Jahre aus. Im linken Bereich des Charts über der „0“ den mittleren Verlauf aller Jahre, die mit der Ziffer „0“ enden (wie 2000, 2010 oder 2020). Dann folgt der saisonale Verlauf der Jahre, die auf „1“ enden (wie 2001 oder 2011) und so fort, bis sich der Dekadenverlauf ergibt.

Dow Jones, Zehn-Jahres-Zyklus, ermittelt über 124 Jahre
Ab dem Jahr „5“ geht es steil nach oben. Zufall oder nicht?

Quelle: Seasonax

Wie sofort ersichtlich, scheint der Aktienmarkt einem 10-Jahres-Zyklus zu folgen. In der ersten Hälfte der Dekade – also in den Jahren die auf „0“ enden bis zu denen mit der letzten Ziffer „4“ – stiegen die Aktien im Mittel kaum, in der zweiten hingegen deutlich. Sehr fest verliefen Aktien des Dow Jones im Mittel in den Jahren, die mit der Ziffer „5“ endeten. Ihr durchschnittlicher Gewinn betrug 26,8 Prozent. Das entspricht mehr als einem Drittel des ganzen mittleren  Dekadengewinns. In 7er-Jahren hingegen gab es oft Einbrüche. 

Bis Mitte der „2er“ Jahre eher problematischer Verlauf 
Eine Schwächephase gab es typischerweise auch bis Mitte der Jahre, die auf die Ziffer „2“ enden – so wie 2022. Droht so gesehen im Dow Jones eine Schwächephase?

Ein Mythos – oder ist am Zehn-Jahres-Zyklus etwas dran?
Dazu müsste es einen Grund für die Trends des Dekadenzyklus geben. Sonst wäre der Verlauf nur Zufall. Allerdings ist der Grund unklar. Möglicherweise triggert die Kenntnis des Kalenders ökonomische oder geldpolitische Entscheidungen – man nimmt sich ja auch oft zu Neujahr etwas vor. Dazu gibt es durchaus Hinweise. So fanden umfassende Marktänderungen oft gemeinsam mit dem Dekadenwechsel statt.Beispiele dazu sind das Hoch beim Goldpreis gegen Ende der 1970er-Jahre, oder das der Nasdaq Ende der 1990er-Jahre. Der japanische Nikkei 225 drehte seinen langjährigen Trend sogar auf den Tag genau zum Ende der Dekade am letzten Handelstag des Jahres 1989!

Jahressaisonalität lässt sich leicht nutzen
Dimitri Speck, Head  Analyst und Gründer von Seasonax, sagt dazu: "Ich selbst bin, was den Zehn-Jahres-Zyklus angeht, ehrlich gesagt gespalten. Vielleicht hat er ja einen Einfluss auf die Märkte, was für eine schwierige Phase bis Mitte 2022 im Dow Jones sprechen würde. Ich vermute aber, dass der Einfluss des Zehn-Jahres-Zyklus, sofern es ihn denn überhaupt gibt, auf jeden Fall kleiner ist als der von Zyklen kürzerer Länge. Denn bei der Jahres-Saisonalität liegen oft sehr solide Gründe vor, die die Trends untermauern. Diese reichen vom Wetter über wiederkehrende Ereignisse wie Messen oder Buchhaltungsstichtage bis hin zu Quartalsberichten."

Wer die beinahe unbegrenzte Zahl an Möglichkeiten zur Saisonalität analysieren will. der kann dies via www.seasonax.com tun. (kb)

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