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DAX Pensionswerke: Ausfinanzierungsgrad erreicht strategische Wegmarke

Die deutschen Pensionswerke haben im ersten Halbjahr eine neue Schwelle überschritten: Der Ausfinanzierungsgrad der DAX-Unternehmen stieg Ende Juni auf 90,8 Prozent und liegt erstmals über der 90-Prozent-Marke. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Auswertungen und schafft neue Möglichkeiten.

Johannes Heiniz, Leiter General Consulting Retirement bei WTW: „Ein Ausfinanzierungsgrad von über 90 Prozent verändert die Spielregeln im Pensionsmanagement. Viele Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit, ihre Pensionsrisiken systematisch zu reduzieren und den erreichten Finanzierungsstatus strategisch abzusichern. Das ist eine Chance, die es aktiv zu nutzen gilt."
Johannes Heiniz, Leiter General Consulting Retirement bei WTW: „Ein Ausfinanzierungsgrad von über 90 Prozent verändert die Spielregeln im Pensionsmanagement. Viele Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit, ihre Pensionsrisiken systematisch zu reduzieren und den erreichten Finanzierungsstatus strategisch abzusichern. Das ist eine Chance, die es aktiv zu nutzen gilt."© WTW

Eckpunkte:

  • Der Ausfinanzierungsgrad der DAX-Unternehmen stieg zur Jahresmitte auf 90,8 Prozent
  • Auch die MDAX-Unternehmen verbesserten sich deutlich auf 73,2 Prozent
  • Hoher Ausfinanzierungsgrad eröffnet Unternehmen neue strategische Optionen: Weitergehendes De-Risking und Pension Buy-outs rücken in greifbare Nähe

Rekord-Niveau
Gute Nachrichten von den deutschen Pensionswerken: Diese haben im ersten Halbjahr 2026 eine neue Schwelle überschritten: Der Ausfinanzierungsgrad der DAX-Unternehmen stieg zur Jahresmitte auf 90,8 Prozent. Dieser liegt damit erstmals über der 90-Prozent-Marke. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Auswertungen (87 Prozent Ende 2025). Auch die MDAX-Unternehmen verbesserten sich deutlich auf 73,2 Prozent (69,6 Prozent Ende 2025). Treiber waren ein leichter Anstieg des internationalen Rechnungszinses um zehn Basispunkte auf 4,20 Prozent sowie eine insgesamt positive Entwicklung der Kapitalmärkte. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Modellberechnung „German Pension Finance Watch" der Unternehmensberatung WTW (ehemals Willis Tower Watson).

„Trotz der zwischenzeitlich hohen Volatilität an den Kapitalmärkten haben sich die deutschen Pensionswerke im ersten Halbjahr 2026 bemerkenswert robust entwickelt. Getragen von den Kapitalmärkten und dem weiterhin erhöhten Zinsniveau erreichten die Ausfinanzierungsgrade vieler Pensionspläne zum Halbjahr erneut sehr hohe Werte", erklärt Hanne Borst, Leiterin Retirement Deutschland bei WTW, anlässlich der Veröffentlichung diese erfreulichen Zahlen.

Trotz aller geopolitischer Belastungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erwiesen sich die Kapitalmärkte insgesamt als widerstandsfähig. Die Planvermögen der DAX-Unternehmen legten im ersten Halbjahr um 3,5 Prozent auf 264,9 Milliarden Euro zu, die MDAX-Planvermögen stiegen um 4,7 Prozent auf 47,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig sanken die Pensionsverpflichtungen der DAX-Unternehmen seit Jahresbeginn um rund 1,0 Prozent auf 291,6 Milliarden Euro, die der MDAX-Unternehmen auf 64,4 Milliarden Euro.

90 Prozent als strategische Wegmarke
Der Durchbruch der 90-Prozent-Marke ist mehr als ein statistischer Rekord. Er markiert für viele Unternehmen den Übergang in eine neue strategische Phase des Pensionsmanagements. Solange der Ausfinanzierungsgrad deutlich unter diesem Niveau lag, stand die Frage im Vordergrund, wie Pensionsverpflichtungen gesichert und Risiken begrenzt werden können.

Heute stellt sich laut dem Consulter WTW eine andere Frage: Wie lässt sich der erreichte Status dauerhaft sichern und strategisch nutzen? Konkret rücken damit WTW zufolge Pension Buy-outs, bei denen Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Mitarbeitern vollständig auf externe Anbieter übertragen werden, sowie weitere De-Risking-Maßnahmen in greifbare Nähe. Daneben gewinnen Liability- und/oder Cashflow Driven Investmentstrategien an Bedeutung, die darauf ausgerichtet sind, den hohen Ausfinanzierungsgrad dauerhaft zu stabilisieren.

„Ein Ausfinanzierungsgrad von über 90 Prozent verändert die Spielregeln im Pensionsmanagement. Viele Unternehmen haben jetzt die Möglichkeit, ihre Pensionsrisiken systematisch zu reduzieren und den erreichten Finanzierungsstatus strategisch abzusichern. Das ist eine Chance, die es aktiv zu nutzen gilt", erklärt Johannes Heiniz, Leiter General Consulting Retirement bei WTW. (aa)

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