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Das verrät eine Analyse der „Equity Payback Period“

Eine Studie der Capital Group geht der Frage nach, ob am ersten Blick relativ hohe Aktienbewertungen ein Investment rechtfertigen. Dabei wurde die Zeit gemessen, die Unternehmen benötigen, um ihren Marktwert durch tatsächlich erzielte Gewinne „zurückzuverdienen“.

Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group: "In den vergangenen zehn Jahren hat ein starkes Gewinnwachstum höhere Marktbewertungen immer wieder gerechtfertigt." 
Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group: "In den vergangenen zehn Jahren hat ein starkes Gewinnwachstum höhere Marktbewertungen immer wieder gerechtfertigt." © Capital Group

Eckpunkte:

  • Weltweit haben Unternehmen ihren Börsenwert von 2014 in Höhe von 35 Billionen US-Dollar bis heute zurückverdient
  • Die Analyse anhand der Equity Payback Period bestätigt damit, dass Investoren auf lange Sicht Aktien kaufen und halten sollen

Wirtschaft beweist ihre Stärke
Weltweit haben Unternehmen inzwischen ausreichend hohe Gewinne erzielt, um ihren gesamten Börsenwert vom Jahresbeginn 2014 zu übertreffen. Dies verdeutlicht, dass ein starkes Gewinnwachstum die steigenden Aktienbewertungen der vergangenen Dekade wiederholt gerechtfertigt hat. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Werteradar“, die im Rahmen der Capital Group Global Equity Study erstellt wurde.

Die Studie ordnet Börsenwerte globaler Unternehmen anhand der Zeit ein, die die Unternehmen benötigen, um ihren Marktwert durch tatsächlich erzielte Gewinne „zurückzuverdienen“. Sie greift damit eine zentrale Frage für Anleger auf: Werden die heutigen Bewertungen durch die Gewinne gerechtfertigt, die Unternehmen künftig erzielen dürften?

Die weltweit 1.600 größten börsennotierten Unternehmen hatten zu Beginn des Jahres 2014 einen gemeinsamen Börsenwert von 35,3 Billionen US-Dollar. Zwischen 2014 und 2025 erwirtschafteten sie kumulierte Gewinne von 36,7 Billionen US-Dollar und verdienten damit ihren gesamten Börsenwert von 2014 innerhalb von weniger als zwölf Jahren zurück.

Einstieg bei einem KGV von fast 16 war im Nachhinein richtig
Zu Beginn des Jahres 2014 wurden laut Capital Group globale Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,9 gehandelt. Unter der Annahme unveränderter Gewinne hätten Anleger bis 2029 – also fast 16 Jahre – warten müssen, bis die kumulierten Gewinne den damaligen Börsenwert erreicht hätten. Tatsächlich verkürzte das starke Gewinnwachstum diesen Zeitraum jedoch um rund vier Jahre. Die Unternehmen erzielten ihre Gewinne schneller, als ihre damaligen Bewertungen es erwarten ließen.

Capital Group Index zeigt Stärke
Dasselbe Muster zeigt sich auch über andere Zeiträume hinweg. So benötigten die Unternehmen im hauseigenen „Capital Group Index“ 13 Jahre, um ihren Börsenwert von 2010 in Höhe von 24,9 Billionen US-Dollar durch entsprechende Gewinne zurückzuverdienen. In jüngerer Zeit haben diese Unternehmen bereits 45 Prozent ihres Börsenwerts von Anfang 2020 (54,7 Billionen US-Dollar) – also vor Ausbruch der Pandemie – erwirtschaftet. Dies deutet darauf hin, dass sich erneut eine Equity Payback Period, also ein Rückverdienungszeitraum, von zwölf bis 13 Jahren abzeichnet. Zudem hat bereits jedes siebte Unternehmen seinen gesamten Börsenwert von 2020 zurückverdient.

Starkes Gewinnwachstum rechtfertigte höhere Bewertungen
„Der Wert eines Unternehmens hängt nicht nur davon ab, welches Bewertungsniveau Investoren zu zahlen bereit sind, sondern auch davon, ob das künftige Gewinnwachstum diese Bewertung rechtfertigen kann. In den vergangenen zehn Jahren hat ein starkes Gewinnwachstum höhere Marktbewertungen immer wieder gerechtfertigt“, kommentiert Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group. „Heute werden globale Aktien mit einem Börsenwert von 113,8 Billionen US-Dollar beziehungsweise rund dem 21-Fachen der für 2026 erwarteten Gewinne bewertet. Damit ist die Hürde für Investoren höher geworden. Bei höheren Ausgangsbewertungen muss das Gewinnwachstum einen größeren Beitrag leisten – Unternehmen, die liefern, können jedoch auch anspruchsvolle Bewertungen rechtfertigen.“

Aktives Management gefragt
Für aktive Investoren wie Capital Group gehe es nicht darum, hohe Bewertungen grundsätzlich zu meiden. Vielmehr konzentrieren sich Dryer zufolge die eigenen Portfoliomanager und Analysten auf Unternehmen, deren Wachstum nachhaltig ist und vom Markt noch unterschätzt wird.

„In einem Markt, in dem die Ergebnisse zunehmend von der tatsächlichen Gewinnentwicklung abhängen, kann aktives Management Mehrwert schaffen, indem es Unternehmen identifiziert, die die Gewinnerwartungen erfüllen, und solche, die dahinter zurückbleiben. Aktive Manager spielen eine entscheidende Rolle bei der Preisfindung, Bewertungsdisziplin und der Bereitstellung langfristigen Kapitals über verschiedene Marktzyklen hinweg. Diese Funktion ist für gesunde Kapitalmärkte unerlässlich – für Investoren, Emittenten und alle Marktteilnehmer“, betont Dryer abschließend. (aa)

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