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Das Verfehlen von ESG–Erwartungen wird zum "Deal–Breaker"

Professionelle Anleger sehen verantwortungsvolles Anlegen als treuhänderische Pflicht und unerlässlich zur Erreichung finanzieller Ziele. Das ESG–Thema wird damit immer wichtiger für die Managerauswahl. Und der Druck wächst, Fonds in Richtung Artikel 8 beziehungsweise 9 umzupositionieren.

Michaela Collet Jackson, Columbia Threadneedle Investments
Michaela Collet Jackson, Vertriebschefin für die EMEA–Region bei Columbia Threadneedle Investments: "Eine eindeutige Botschaft an die Branche."
© Columbia Threadneedle Investments

Ein schwaches Abschneiden in Bezug auf verantwortungsvolles Anlegen wird von professionellen Anlegern künftig immer weniger toleriert werden. Jedenfalls legt eine Umfrage von Columbia Threadneedle unter 110 großen Investoren nahe, dass nachhaltiges Investieren inzwischen einen wesentlichen Bestandteil (85 Prozent) bei der Auswahl von Asset Managern darstellt. Das britische Fondshaus hat 38 institutionelle Investoren und 72 Großanleger wie große Vertriebseinheiten, Fondsselektoren und Vermögensverwalter aus dem Vereinigten Königreich und Singapur sowie 13 kontinentaleuropäischen Ländern zu deren Anforderungen und Prioritäten in Bezug auf Verantwortung beim Investieren befragt.

Die Mehrheit (72 Prozent) der Umfrageteilnehmer gab sogar an, dass die Nicht–Erfüllung entsprechender Erwartungen einen "Deal–Breaker" bei der Suche nach Geldverwaltern darstellt, die ihnen dabei helfen sollen, ihre Anlageziele zu erreichen. Laut der Umfrage stimmen 86 Prozent der Investoren zu, dass verantwortungsvolles Investieren eine treuhänderische Anforderung darstellt.

Mehr als nur eine gezielte Anlagestrategie
Die Mehrheit der Befragten (77 Prozent) ist gar der Ansicht, dass die Übernahme von Verantwortung entscheidend zur Erreichung finanzieller Ergebnisse in Portfolios beiträgt. Mit 91 Prozent sind sich beinahe alle Befragten einig, dass damit ein Mehrwert geschaffen wird und die Möglichkeit eröffnet, den sich wandelnden Präferenzen ihrer eigenen Kunden nachzukommen.

Die große Mehrheit der Investoren ist überdies der Meinung, dass der kritische Dialog als Aktionär (Stichwort "Engagement") zu besseren Governance– und Nachhaltigkeitsergebnissen in den Portfolios führt (91 Prozent). Aus thematischer Sicht liegt dabei das Hauptaugenmerk der Investoren auf Aspekten wie der globalen Wasserversorgung (86 Prozent), dem Klimawandel (83 Prozent) und der Biodiversität (77 Prozent).

ESG–Berichte auf Fondsebene sorgen für die größte Glaubwürdigkeit
Mit Blick auf die Erwartungen und die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Produktanbietern im Bereich des verantwortungsvollen Anlegens wird eine breite Palette an Faktoren als bedeutsam erachtet. Ganz oben auf der Liste stehen Fondsberichte (85 Prozent), die eine Reihe von Kennzahlen mit Bezug zu den Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung umfassen.

Ebenso wichtig sind eine ausgewiesene Erfolgsbilanz in Bezug auf wirksamen Dialog mit Unternehmen und Stimmrechtsvertretung (76 Prozent), ein Unterzeichner wesentlicher freiwilliger Kodizes und Branchenstandards zu sein (73 Prozent) und die Fähigkeit zu haben, CO2–Emissionen auf Portfolioebene zu reduzieren (73 Prozent).

Investoren sind bereit, sich von Artikel–6–Fonds zu trennen
Offenkundig spielt bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit eines Geldverwalters auch die Tatsache eine Rolle, ob dieser gezielte Nachhaltigkeits–Strategien verwaltet. In Regionen, in denen die EU–Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation, SFDR) Anwendung findet, betrifft dies vor allem das Angebot an Artikel–8– und Artikel–9–Fonds. Das wird laut den Umfrageteilnehmern nicht ohne Veränderungen in Bezug auf deren Anlageallokationen bleiben. "Unsere Umfrage verdeutlicht, wie wichtig verantwortungsvolles Anlegen geworden ist, um die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen", erklärt dazu Michaela Collet Jackson, Vertriebsleiterin für die EMEA–Region bei Columbia Threadneedle Investments. "Es hat sich gezeigt, dass professionelle Investoren künftig Asset Manager, die ihre Erwartungen in Bezug auf verantwortungsvolles Anlegen nicht erfüllen – sei es im Hinblick auf das Produktangebot, den Anlageansatz oder das Kundenreporting –, meiden oder sich gar von diesen trennen werden." Das sende eine eindeutige Botschaft an die Branche.

Konkret plant nur noch ein Drittel der Befragten, bis Ende 2022 noch Anlagen in Artikel–6–Fonds zu halten. Beinahe drei Viertel der Investoren würden sich deshalb für eine Umwandlung ihrer bestehenden Artikel–6–Fonds in Artikel–8– oder Artikel–9–Fonds aussprechen. Fast jeder Zweite würde sogar in Erwägung ziehen, sich von Fonds zu trennen, sollten die Asset Manager sie nicht umwandeln. Dagegen würden sich nur acht Prozent der Befragten gegen eine solche Umwandlung aussprechen, während 19 Prozent keine Meinung dazu äußerten. Dementsprechend besteht unter Investoren eine besonders starke Nachfrage nach Artikel–8–konformen Aktien– (86 Prozent) und Anleihenfonds (81 Prozent), wohingegen das Interesse an vergleichbaren Multi–Asset– (70 Prozent) oder ausschlussbasierten Produkten (52 Prozent) geringer ausfällt. Im Hinblick auf Artikel–9–Fonds ergibt sich ein ähnliches Bild.

Gekehrt wird auch vor der eigenen Haustür
Die Integration verantwortungsvoller Anlagen erachten professionelle Investoren auch für ihre eigene Organisation immer öfter als Priorität. Ein Drittel der Befragten hatte die Umsetzung verantwortungsvoller Anlagen in ihrem eigenen Unternehmen bereits weit vorangetrieben und gab an, bereits ein Integrationsniveau von 75 bis 100 Prozent erreicht zu haben. Die Mehrheit (80 Prozent) der Umfrageteilnehmer rechnet damit, die Integration bis Ende 2022 abgeschlossen zu haben. (hh)

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