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Theorie

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CO2-Reduktion ohne Sektorwetten: Assenagon weiß, wie es geht

CO2-Emissionsdaten werden stärker publiziert. Eine signifikante Reduktion der CO2-Intensität lässt sich mit geringen relativen Risiken als Nachhaltigkeitskriterium integrieren, wobei ein ganzheitlicher Ansatz Sektorrisiken vermeidet und Nachhaltigkeitsvorreiter über alle Branchen hinweg selektiert.

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Daniel Jakubowski, Aktienmanager bei Assenaon Asset Management
© Assenagon Asset Management

Nachhaltigkeit ist ein vielschichtiges Thema, das die Themen Umwelt (E), Soziales (S) und Unternehmensführung (G) vereinigt. Neben dem ESG-Score, der auf Ausmaß und Management von Nachhaltigkeitsrisiken abstellt, gibt es weitere Kennzahlen, die sich direkt aus Unternehmenspublika­tionen entnehmen lassen. Ein weit verbreitetes Kriterium ist die CO2-Intensität, die Treibhausgas-Emissionen (umgerechnet in CO2-Äquivalente) im Verhältnis zum Umsatz misst, um eine Ver­gleichbarkeit zwischen Unternehmen unterschiedlicher Größe zu gewährleisten, weiß man bei Assenagon Asset Management.

CO2-Intensität als Nachhaltigkeitskriterium
Der Umsatz als Maß für die Unternehmensgröße steht dabei in direktem Verhältnis zur Produktionstätigkeit. Anders als der auch verwendete Enterprise Value (Unternehmenswert) unterliegt der Umsatz keinen Marktschwankungen. Eine Normierung anhand des Enterprise Values hätte zudem zur Folge, dass ein Unternehmen alleine durch positives Sentiment und höhere Wachstumserwar­tungen grüner erscheint aufgrund der folglich höheren Bewer­tung.

Scope 1 bis Scope 3
Bei CO2-Emissionen wird zwischen verschiedenen "Scopes" unter­schieden. Scope 1 umfasst direkte Emissionen, die das Unterneh­men im regulären Geschäftsbetrieb verursacht. Scope 2 bezieht sich hingegen auf die Emissionen aus der vom Unternehmen genutzten Energie. Scope 3 betrachtet wiederrum die gesamte Wertschöpfungskette nach oben ("Upstream") und unten ("Down­stream"). Upstream: Welche Emissionen wurden im Rahmen der Schöpfung/Herstellung aller verwendeter Inputmaterialien verur­sacht? Downstream: Welche Emissionen entstehen aus der Nut­zung der eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen?

Gegenwärtig wird bei der CO2-Intensität typischerweise auf Scope 1 und 2 abgestellt
Dies geschieht deshalb, weil sich die Datenlage bei Scope 3 deutlich schwieriger gestaltet und Schätzungen erfordert. Als Beispiel sei auf Automobilhersteller verwiesen, deren Scope 3-Emissionen letztlich vom Fahrverhalten der Kunden abhängt. Auf Portfolioebene besteht zudem das Problem von Doppelzäh­lungen. Beispielsweise würde Continental die Emissionen aus der Herstellung von Reifen unter Scope 1 klassifizieren, zusätzlich werden diese bei Volkswagen unter Upstream Scope 3 berück­sichtigt. In den Analysen fokussiert sich Assenagon Asset Management aus diesem Grund aktuell auf Scope 1 und 2.

Fallbeispiel anhand des globalen Aktienmarktes
Die folgende Grafik stellt die Wertentwicklung bei Reduktion der CO2-Intensität relativ zum globalen Aktienmarkt bei Kontrolle aller Faktor-, Sektor- und Länderrisiken dar. Ohne ganzheitliche Sichtweise weisen entsprechende Strategien typischerweise ein Übergewicht in per se CO2-armen Branchen auf, wie beispielsweise Technologie, Finanzen oder Gesundheit. Letztlich verfehlt dies – abgesehen von den Sektorrisiken – jedoch das Ziel, in je­dem Sektor die nachhaltigen Vorreiter zu selektieren, um einen strukturellen Wandel branchenübergreifend voranzutreiben.

Relative Performance versus Globaler Aktienmarkt (Juni 2009 – April 2022)

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Tracking Error-Problem gelöst
Wie die folgende Tabelle illustriert, lässt sich eine Reduktion der CO2-Intensität bei Kontrolle aller Faktor-, Sektor- und Länderrisiken sehr effi­zient mit einem äußerst geringen Tracking Error erzielen. Bei­spielsweise geht eine signifikante Reduktion um 40 Prozent mit einem Tracking Error von nur 0,25 Prozent einher. Auch der rela­tive Drawdown fällt mit 0,7 Prozent gering aus.

Rendite-Risiko-Kennzahlen bei Verbesserung der CO2-Intensität

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Rechtsschiefe Häufigkeitsverteilung der CO2-Intensität
Relativ zur Verbesserung des ESG-Scores lässt sich eine Reduktion der CO2-Intensität mit deutlich geringerem Tracking Error realisie­ren. Dies liege darin begründet, dass ESG-Scores auf 0 bis 10 nor­miert werden, wohingegen die CO2-Intensität nach oben hin un­beschränkt sei, so die Assenagon-Experten. Darüber hinaus sei deren Verteilung über den glo­balen Aktienmarkt nicht gleichmäßiger Natur, wie die Grafik "Häufigkeitsverteilung der CO2-Intensität" zeige. Dieser habe eine Intensität von zirka 150 Tonnen CO2 pro Million US-Dollar Umsatz, wobei mehr als 80 Prozent des Indexgewichts einen Wert von weniger als 100 aufweisen würden. Somit werde klar, dass eine Minderheit von Unternehmen für einen Großteil der Emissio­nen verantwortlich sei. Die kleine Tabelle im Anschluss zeigt das Extremum dieser Ver­teilung anhand der fünf Unternehmen, die am meisten zur CO2-Intensität des globalen Aktienmarktes beisteuern. Bei einem kombinierten Indexgewicht von 1,7 Prozent liegt der CO2-Anteil bei knapp 19 Prozent.

Häufigkeitsverteilung der CO2-Intensität (in t CO2/Million US-Dollar Umsatz)

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Ausschluss der Aktien mit höchsten CO2-Anteil bringt strukturelles Ungleichgewicht
Die Häufigkeitsverteilung der CO2-Intensität mag auf den ersten Blick zu einem einfachen Ausschluss der Aktien mit dem höchsten CO2-Anteil verleiten. Dies führt jedoch sowohl zu ausgeprägten Einzeltitelrisiken als auch zu einem strukturellen Untergewicht in den Sektoren Versorger, Energie und Grundstoffe. Im aktuellen in­flationsgetriebenen Umfeld konnte Exxon Mobil den globalen Ak­tienmarkt allein in 2022 bisher um mehr als 80 Prozent übertref­fen, mit einem entsprechenden deutlich negativen Performance-Beitrag für eine Strategie mit simplen Ausschluss.

Die fünf Aktien mit dem höchsten CO2-Anteil

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Welche Schlüsse Assenagon daraus für sein Equity Framework zieht
"Eine ganzheitliche Integration mittels Über- und Untergewichtun­gen innerhalb jedes Sektors ist der einfachen Anwendung einer Ausschlussliste an emissionsstarken Unternehmen vorzuziehen. Vorteil eines solchen integrativen An­satzes ist es, das Sektor-, Länder- und Faktorprofil des Marktes wiederzuspiegeln und damit eine hohe Marktpartizipation sicher­zustellen", fasst Daniel Jakubowski, Aktienmanager bei Assenagon Asset Management, die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Was bedeutet das für den Investor?
Die Reduktion der CO2-Intensität ist ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsintegration. Daten zu CO2-Emissionen werden dabei zunehmend direkt von Unternehmen veröffentlicht. Aufgrund der von Ausreißern getriebenen Häufig­keitsverteilung lässt sich eine signifikante Reduktion mit gerin­gem relativen Risiko erzielen. (kb)

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