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Theorie

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Bürgerunruhen: Risiken in Deutschland steigen

Nicht nur in Nordafrika, sondern auch in Europa nimmt das Risiko zu, dass "Wutbürger" auf die Straßen gehen, um ihren Unmut kund zu tun oder gar eine Veränderung auf politischer Ebene herbei zu führen.

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Risiko Bürgerkrieg Welt Grafik
Je heller die Fläche, desto unzufriedener sind die Bürger mit ihren Regierenden und desto wahrscheinlich werden Unruhen.
© Bloomberg

Einer Studie zufolge ist das Risiko von Bürgerunruhen weltweit gestiegen. Sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer haben mit zunehmender Inflation und Umbrüchen zu kämpfen, die durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine noch verschärft wurden. In drei der reichsten Länder Westeuropas wächst das Potenzial von Unruhen besonders stark. Von den 198 im Civil Unrest Index erfassten Ländern wiesen 101 im dritten Quartal 2022 ein steigendes Risiko auf, so eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Verisk Maplecroft. Das sei der stärkste Anstieg seit der Erstellung der Rangliste im Jahr 2016, berichtet Bloomberg unter Verweis auf die Studie.

Der Index wird aus einer Reihe von Umfragen abgeleitet, in denen Faktoren wie Inflation, Mechanismen zur Konfliktbewältigung und die Auswirkungen von Unruhen bewertet werden.

Vele Bürger wollen nicht hungern und "Frieren für den Frieden"
Das Potenzial für Unruhen steigt in ganz Europa, das sich aufgrund der Folgen des Krieges in der Ukraine auf einen langen Winter mit Unterbrechungen der Energieversorgung einstellt. In den Entwicklungsländern sind es Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln und die Sorge vor einer globalen Nahrungsmittelkrise, die Unruhen wahrscheinlicher machen. Die Bedrohung wird in den kommenden Monaten zunehmen, sagen die Forscher.

Vor allem in den Industrieländern könnte es zu Bürgerunruhen in Form von Demonstrationen und Streiks kommen, die das Potenzial haben, das soziale Gefüge der Länder zu zerreißen. In Westeuropa sind die Schweiz, die Niederlande und Deutschland die drei Staaten, in denen der Bürgerunruhen-Index die größte Verschlechterung prognostiziert. Dabei hat Deutschland bereits einen höheren Unruhe-Score erreicht als seine Nachbarn im Westen und Süden.

Aufstände, Plünderungen und Umsturzversuche
“Das sind bedeutende Ereignisse, die das tägliche Leben beeinträchtigen können”, sagte Jimena Blanco, Chefanalystin von Verisk Maplecroft, in einem Interview. In den Schwellenländern könnte es im schlimmsten Fall zu “Aufständen, Plünderungen und sogar zu Umsturzversuchen” kommen, sagte sie.

Die Inflation wird weltweit wahrscheinlich noch monatelang erhöht bleiben und auch danach nicht auf das Niveau vor den beiden Schocks der Covid-19-Pandemie und des Krieges in der Ukraine zurückgehen - auch wenn die Verbraucherpreisinflation in der zweiten Jahreshälfte etwas nachlassen dürfte.

Im Dezember 2020 habe Verisk bereits vor einer neuen Ära der Bürgerunruhen gewarnt und prognostiziert, dass das Risiko bis August 2022 in 75 Ländern steigen würde. Die Realität sei mit einem Anstieg in 120 Ländern “weitaus schlimmer”, und das Schlimmste stehe zweifelsohne noch bevor. Wegen Inflationsraten von über sechs Prozent in mehr als 80 Prozent der Länder der Welt habe fast die Hälfte der Länder auf dem Index ein “hohes” oder “extremes” Risiko.

Das wachsende Potenzial für Unruhen lässt sich dem Bericht zufolge nur mit einer “deutlichen Senkung” der Lebensmittel- und Energiepreise in den Griff bekommen. Aber auch das Wetter spiele eine Rolle, vor allem in Europa, wo eine kalte Heizperiode die Energieknappheit auf dem Kontinent noch verschärfen würde.

Investoren werden ihre Gelder abziehen
“Die explosivsten Bürgerunruhen werden wahrscheinlich dort auftreten, wo die Spielräume für abweichende Meinungen geringer werden und wo die Möglichkeiten, die Bevölkerung vor dem Anstieg der Lebenshaltungskosten zu schützen, begrenzt sind”, heißt es in dem Bericht. “Gerade dort werden sich die Investoren wahrscheinlich zuerst aus dem Staub machen, so dass die anfälligsten Regierungen noch weniger in der Lage sind, Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko von Bürgerunruhen zu verringern.” (aa)

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