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Theorie

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Bringen bestimmte Branchen wirklich Stabilität ins Portfolio?

Bei fallenden Märkten bringen defensive Aktien Stabilität ins Portfolio, bei steigenden lohnt es sich auf High-Beta-Titel zu setzen. Stimmen diese Faustformeln auch für ganze Branchen? Sven Lehmann, Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend, hat nachgerechnet.

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Fondsmanager Sven Lehmann 
© HQ Trust

Im Rahmen seiner Analyse hat der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend untersucht, wie sich insgesamt 20 Branchen seit dem Jahr 1974 bei stark fallenden, leicht fallenden, leicht steigenden sowie stark steigenden Märkten verhalten haben. Die prozentuale Aufteilung der Marktphasen ist dabei die folgende: stark fallende Märkte sind in 20,5 Prozent der Fälle zu beobachten, leicht fallende in 26,2 Prozent, leicht steigende in 22,0 Prozent sowie stark steigende Märkte in 31,2 Prozent der Fälle.

Erkenntnisse
„Bei stark fallenden Märkten haben sich die bekannten defensiven Branchen Versorger, Nahrungsmittel, Körperpflege und Gesundheit tatsächlich als vergleichsweise stabil erwiesen und im Mittel besser abgeschnitten als der Markt“, sagt Lehmann. „Wichtig ist, wie oft diese Situation eintrat: Die Sektoren Versorger und Nahrungsmittel haben Anlegern in mehr als 70 Prozent der Fälle eine Outperformance geliefert. Solche Häufigkeiten sieht man selten.“ 

Versorger- und Nahrungsmittelaktien bringen bei fallenden Märkten oft Outperformance
Die folgende Grafik zeigt die relative Entwicklung der Industrien des Datastream World Index in Abhängigkeit der monatlichen Veränderung des globalen Aktienmarktes (Datastream World Index)

Die Berechnungen führte Sven Lehmann mit Hilfe des Z-Scores durch. Der Z-Score (oder Z-Wert) ist ein gängiges statistisches Maß, das es ermöglicht, einen Stichprobenwert aus einem Datensatz zu entnehmen und zu berechnen, wie viel Standardabweichungen er über oder unter dem Mittelwert liegt. 

Quellen: Refinitiv Datastream, HQ Trust

Was geschieht in steigenden Märkten?
„Bei stark steigenden Märkten lieferten Technologietitel, Finanzdienstleister und Rohstoffaktien Investoren eine Outperformance“, analysiert Lehmann. "Bei den Finanzdienstleistern war das in mehr als 70 Prozent der Monate der Fall, bei Technologie immerhin noch in 65,5 Prozent.“

Besonderheiten
Bei nahezu allen Branchen gebe es eine klare Tendenz, ob diese in steigenden oder fallenden Phasen besser als der Markt abschneiden, stellt Lehmann fest. Ausnahmen bildeten die Medienaktien, die in beiden Extremphasen hinter dem Markt zurückbleiben würden, sowie die Immobilienwerte, die in beiden Phasen den Markt schlügen. „Allerdings bewegen sich die Anzahl der Monate, in denen das der Fall war, nahe der 50-Prozent-Marke. Die statistische Aussagekraft ist demnach stark eingeschränkt“, gibt Lehmann zu bedenken. (kb)

 

 

 

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