BlackRock: Warum 40/40/20 besser sein könnte als 60/40
Private Equity kann nach Berechnungen von BlackRock die Renditeaussichten klassischer Mischportfolios deutlich verbessern. Statt 60 Prozent börsennotierter Aktien und 40 Prozent Anleihen modelliert der Vermögensverwalter ein 40/40/20-Portfolio mit 20 Prozent Private Equity.
Eckpunkte:
- 20 Prozent Private Equity ersetzen einen Teil der börsennotierten Aktien
- Erwartete Rendite steigt in BlackRocks Modell über zehn Jahre um 30 Prozent
- 85 Prozent der größeren Unternehmen weltweit sind nicht börsennotiert
Das klassische 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen bekommt Konkurrenz. BlackRock hat in seinem aktuellen Ausblick "Investment Directions – Autumn 2026" berechnet, wie sich eine größere Private-Equity-Allokation auf ein solches Mischportfolio auswirken könnte. Das Ergebnis spricht aus Sicht des Asset Managers dafür, einen Teil der börsennotierten Aktien durch Private Equity zu ersetzen.
Konkret modelliert BlackRock eine Private-Equity-Quote von 20 Prozent, die vollständig aus der Aktienallokation finanziert wird. Aus 60 Prozent Public Equity und 40 Prozent Anleihen wird damit vereinfacht ein 40/40/20-Portfolio: 40 Prozent börsennotierte Aktien, 40 Prozent Anleihen und 20 Prozent Private Equity.
30 Prozent mehr erwartete Rendite
Nach der Modellrechnung fällt der Effekt erheblich aus. "Eine 20-prozentige Private-Equity-Allokation könnte die erwartete Rendite eines traditionellen 60/40-Portfolios über zehn Jahre um 30 Prozent erhöhen", schreibt BlackRock. Gleichzeitig würde das Gesamtrisiko laut dem Asset Manager lediglich moderat steigen. Die Sharpe Ratio, die Rendite und Risiko ins Verhältnis setzt, verbessert sich in der Berechnung um 18 Prozent.
Ein Grund für die Beimischung ist das deutlich größere Anlageuniversum jenseits der Börse. Von den Unternehmen weltweit mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar sind dem Report zufolge 85 Prozent in privater Hand und lediglich 15 Prozent börsennotiert. Für Investoren eröffnet Private Equity damit Zugang zu Unternehmen, in dem ein erheblicher Teil der Wertschöpfung bereits vor einem möglichen Börsengang stattfinden kann.
Die Korrelation von Private Equity mit globalen börsennotierten Aktien beziffert der Vermögensverwalter auf 0,71. Sie liegt damit zwar relativ hoch, aber deutlich unter eins. Ein größerer Teil der Rendite werde dadurch von unternehmensspezifischen Faktoren bestimmt, was zusätzliche Diversifikation ermöglichen könne.
Keine Renditeprognose
Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass ein 40/40/20-Portfolio künftig tatsächlich 30 Prozent mehr Rendite erzielen wird als ein 60/40-Portfolio. Es handelt sich um eine Modellrechnung auf Basis von BlackRocks langfristigen Kapitalmarktannahmen. Der Asset Manager weist ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse weder eine Empfehlung für eine bestimmte Anlageklasse noch eine Zusage oder Schätzung der zukünftigen Wertentwicklung darstellen.
Die Berechnung zeigt vielmehr, welchen Effekt BlackRock unter seinen gegenwärtigen Annahmen von einer Verschiebung innerhalb der Aktienallokation erwartet: Private Equity soll Public Equity teilweise ergänzen beziehungsweise ersetzen, während die 40-prozentige Anleihenquote unangetastet bleibt. (dv)
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