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Bantleon: Jetzt wie Warren Buffett auf Value und Arbitrage setzen

Auch in Krisen wie dieser bleibt sich das Orakel von Omaha treu: Warren Buffett langt erneut in seinem Lieblingssektor zu – der Versicherungsbranche. Berkshire Hathaway kauft Alleghany, ein Value-Aktien-Pick par excellence.

Oliver Scharping, Portfolio Manager für globale Aktien bei Bantleon
Oliver Scharping, Bantleon
© Bantleon

Berkshire Hathaway investierte vor einigen Wochen knapp 14 Milliarden US-Dollar in die Übernahme des Versicherers Alleghany – zugegeben, das ist nur ein Bruchteil seiner über die Jahre angesammelten Barmittel. Der Deal ist nicht gerade der Elefant, von dem die Großwildjäger bei Berkshire Hathaway geträumt haben. Vielmehr ist es ein Elefantenbaby, erinnert Oliver Scharping, Portfolio Manager für alternative Aktienstrategien bei Bantleon in einem aktuellen Kommentar. Interessanterweise ähnelt Scharping zufolge das US-Unternehmen aber der Holding von Warren Buffett selbst. So vereint auch Alleghany Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäft mit ausgewählten Kapitalbeteiligungen und ist daher im Markt auch als Mini-Berkshire bekannt.

Value-Perle aufgesammelt
Trotz andauernder Ukraine-Krise zögerte das Berkshire-Team nicht und hat hier inmitten der Phase höchster Marktunsicherheit zugeschlagen. Der Zukauf zum 1,3-fachen Buchwert hat Value fett auf der Brust stehen, weshalb Alleghany in Buffetts Beuteschema so gut passt wie schon lange kein Kauf mehr. Zudem ist nicht nur der gebotene Preis sehr attraktiv, auch makroökonomische Faktoren – wie die eingeläutete Zinswende – spielen Buffett in die Hände. Sind Versicherungsunternehmen doch ein klassischer Value-Sektor. Man kann hier also getrost sagen, dass trotz Charlie Mungers Einfluss die Value-Anlagephilosophie immer noch ein Steckenpferd von Berkshire bleibt.

Aktivismus bei Activision-Aktie
Aber dieser Deal reicht Buffett & Co. nicht. Gleichzeitig engagiert sich sein Team auch im großen Stil an der größten laufenden M&A-Übernahme im Markt: der 70 Milliarden-US-Dollar-Akquisition des Gaming-Unternehmens Activision Blizzard durch den Softwareriesen Microsoft. Mit dem Abschluss dieses Deals würde Microsoft zum drittgrößten Videospielhersteller der Welt aufsteigen, hinter Tencent und Sony. Microsoft würde Franchises wie Warcraft, Diablo und Call of Duty übernehmen. Die Activision-Aktie stand zuletzt bei 79 US-Dollar (19. April 2022), Microsoft bietet aber 95 US-Dollar. Der Spread von 16 US-Dollar, also die erwartete Kompensation beziehungsweise Rendite für Investoren in diese Übernahme, ist mit rund 20 Prozent sehr hoch.

Warren Buffett sichert sich 20 Prozent Rendite
Buffetts Team war nur wenige Wochen vor der sich anbahnenden Übernahme, also Pre-Event, eingestiegen. Die Führung des Investments unterlag dabei seinen beiden Investmentmanagern Todd Combs und Ted Weschler, beide erfolgreiche ehemalige Hedgefondsmanager. Wie es aussieht, hält das Berkshire-Team nun auch während der Übernahme an der Position fest. Es lässt sich mutmaßen, dass der Grund dahinter der ehemalige Arbitrageur Buffett selbst ist, der sich die 20 Prozent Rendite nicht entgehen lassen will. Videospiele sind zwar nicht seine Spielwiese, aber Merger Arbitrage schon.

Und damit ist das Orakel von Omaha keineswegs allein: Merger Arbitrage ist bei Generalisten wieder in Mode. Erst kürzlich outete sich auch Bond-Guru Bill Gross überraschend als Merger-Arbitrage-Bulle. Scheinbar hat auch die Anleihenkoryphäe in die Übernahme von Activision Blizzard investiert – zumindest lässt sein jüngster Anlegerbrief darauf schließen. Die Altmeister setzen also in der Krise auf Altbewährtes.

Weitreichendes Value-Comeback steht bevor
Welche Schlüsse können Investoren daraus ziehen? Zunächst einmal liegt laut Scharping auf der Hand: Value Investing ist alles andere als tot. Klar, der Value-Stil hat in den vergangenen Jahren zeitweise schlechter abgeschnitten als Growth, aber spätestens das Platzen der Hyperwachstumsblase und die zunehmend vernehmbare Rückkehr des aktiven Investierens haben den Weg für ein weitreichendes Value-Comeback in dieser Dekade geebnet. Gleichzeitig zeigt sich, dass M&A- und Sondersituationen – sei es wie Buffett bei Activision Pre-Event oder wie Gross Post-Event – diejenigen Marktnischen sind, in denen sich die Großmeister tummeln.

Investitionen über Event-Driven-Aktienfonds sinnvoll
Wenn Anleger an eine Fortsetzung der Value-Rallye glauben und auch von Sondersituationen rund um Übernahmen & Co. profitieren wollen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten: Wer direkt beim Großmeister aus Nebraska anlegen will, der sollte auf jeden Fall das restliche nicht-börsennotierte Geschäft von Berkshire Hathaway verstehen und einen Einstiegszeitpunkt entsprechend bedacht wählen. Ebenfalls sehr gut beraten und definitiv breiter diversifiziert sind Anleger mit speziellen Value-lastigen Event-Driven-Aktienfonds, deren Manager die nötige Erfahrung im Handel mit M&A- und Sondersituationen haben.

Sondersituationen bei Bantleon
"Bantleon bewirtschaftet Sondersituationen im Publikumsfonds Bantleon Event Driven Equities, der im Juni 2019 aufgelegt und Anfang 2022 mit einem "€uro FundAward" sowie Ende 2021 mit einem "Worldwide Finance Award" ausgezeichnet wurde. Hinzu kommen Spezialfondsstrategien. Der alternative, Value-lastige Aktienfonds hat das Ziel einer überdurchschnittlichen, weitestgehend marktunabhängigen Rendite und investiert dazu in verschiedene unternehmensspezifische Event-Kategorien", merkt Scharping abschließend in eigener Sache an. (aa)

 

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