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Aviva Investors-Umfrage: Wie halten es Großanleger mit Nachhaltigkeit?

Die Anfang dieser Woche veröffentlichte Aviva Investors Real Assets Studie 2021 zeigt, dass der Anteil der Institutionellen mit Netto-Null-Ziel 2050 steigt. Vor allem die Pensionsfonds erhöhen diesbezüglich die Schlagzahl. Aber auch andere Nachhaltigkeitsziele werden verfolgt und intensiviert.

Daniel McHugh, Chief Investment Officer, Real Assets bei Aviva Investors
Daniel McHugh, Aviva Investors
© Aviva Investors

Global agierende institutionelle Investoren haben in den letzten zwölf Monaten ihre Ambitionen zur Umsetzung von Netto-Null-Verpflichtungen in ihren Portfolios deutlich erhöht, wobei sie sich zunehmend der Herausforderungen bei der Erreichung dieser Ziele bewusst sind. Das zeigt die jüngste Ausgabe der Aviva Investors Real Assets Study, eine jährliche Umfrage von Aviva Investors, der global tätigen Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva. Die Umfrageergebnisse basieren auf den Antworten von über 1.100 Entscheidungsträgern bei globalen Versicherern und Pensionsfonds, deren kulminiertes verwaltetes Vermögen mehr als zwei Billionen Euro beträgt.

Starke Steigerung bei Pensionsfonds
Die jüngste Studie ergab, dass 52 Prozent der Versicherer und 50 Prozent der Pensionsfonds sich verpflichtet haben, in ihren Portfolios vor 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, was einem Anstieg von insgesamt zwölf Prozent in den letzten zwölf Monaten entspricht. Unter denjenigen, die sich bis 2050 zu Netto-Null verpflichtet haben, liegen die europäischen Versicherer (53 Prozent) vor ihren nordamerikanischen und asiatischen Kollegen (beide 51 Prozent), wohingegen die nordamerikanischen Pensionsfonds (60 Prozent) deutlich vor den europäischen (47 Prozent) und asiatischen (41 Prozent) liegen. 67 Prozent aller begutachteten Pensionsfonds haben sich aktuell in irgendeiner Form zu Netto-Null-Zielen bekannt, im Vergleich zu nur 47 Prozent im Vorjahr.

Entscheidende Faktoren
Für 55 Prozent der Pensionsfonds ist die Fähigkeit von Asset Managern, ESG-Kriterien in den Anlageprozess zu integrieren, ein entscheidender Faktor – dieses Ergebnis spiegelt den Wunsch nach mehr Transparenz bei der Integration von ESG-Kriterien in Real-Asset-Strategien wider. Bei den Versicherern gaben 50 Prozent an, dass für sie die Expertise in der Quantifizierung von ESG-Risiken und -Auswirkungen am wichtigsten ist.

Generell ist der Appetit institutioneller Anleger auf Real Assets nach wie vor groß: 82 Prozent der Versicherer und 77 Prozent der Pensionsfonds weltweit gaben an, dass sie ihre Allokationen in den nächsten zwölf Monaten erhöhen oder beibehalten wollen.

"Unsere jüngste Studie zeigt, wie schnell sich die Anlageklasse Real Assets bei Klima- und ESG-Themen weiterentwickelt und wie wichtig die Berücksichtigung dieser Themen für Anlageentscheidungen ist. In diesem Zuge haben wir einen grundlegenden Wandel festgestellt – hin zur Messung und Quantifizierung dieser Faktoren und weg von Lippenbekenntnissen in Form von Versprechungen und Angleichungen an politische Vorgaben. Das liegt zum Teil am besseren Verständnis über alle relevanten Faktoren, aber auch an den Endsparern, die für potenzielle Greenwashing-Praktiken stärker sensibilisiert sind“, sagt Daniel McHugh, Chief Investment Officer, Real Assets bei Aviva Investors.

Wichtige Key Performance Indicators
Auf die Frage, welche klimabezogenen Leistungsindikatoren (KPIs) für ihr Unternehmen am wichtigsten sind, nannten Versicherer (35 Prozent) und Pensionsfonds (37 Prozent) an erster Stelle das "physische Klimarisiko", gefolgt vom "Kohlenstoff-Fußabdruck" (32 Prozent der Versicherer und 36 Prozent der Pensionsfonds). Die Befragten äußerten sich außerdem zu den Herausforderungen beim Erreichen ihrer Ziele: Über 80 Prozent der Befragten (87 Prozent der Versicherer und 85 Prozent der Pensionsfonds) bewerteten die Umweltbelastungen, die mit Investitionen in neuen Infrastrukturen einhergehen, als sehr oder leicht entmutigend.

Die Auswirkungen von Covid-19
Der Einfluss von Covid-19 auf die Einstellung der Anleger bleibt erheblich groß. Ähnlich wie in der Studie von 2020 waren die Befragten auch 2021 der Ansicht, dass der längerfristige Trend zum Homeoffice die größten Chancen für Investitionen in Sachwerte bieten wird (43 Prozent der Versicherer und 41 Prozent der Pensionsfonds). Dahinter folgten knapp der wachsende Bedarf an Rechenzentrumsinfrastruktur (41 Prozent der Versicherer, 39 Prozent der Pensionsfonds), Veränderungen bei Reisen und Pendeln (40 Prozent der Versicherer und 41 Prozent der Pensionsfonds) sowie Wachstum und Veränderungen im Logistiksektor (jeweils 40 Prozent der Versicherer und Pensionsfonds).

Soziales wird immer wichtiger
Die Studie zeigt auch, dass der Fokus der Investoren weiterhin auf sozialer Verantwortung liegt, mit Beschäftigung und Qualifikation (37 Prozent der Versicherer und 36 Prozent der Pensionsfonds) als wichtigster ESG-Faktor bei Investitionen in Real Assets; wobei Gesundheit und Wohlbefinden (35 Prozent der Versicherer, 41 Prozent der Pensionsfonds) sowie Naturkapital und Biodiversität (36 Prozent der Versicherer, 34 Prozent der Pensionsfonds) ebenfalls als wichtig eingestuft werden.

Weitere Highlights der Real-Assets-Studie 2021

  • Regulierung ist für Versicherer weiterhin das größte Hindernis bei der Allokation von Real Assets (38 Prozent), während sich Pensionsfonds vorwiegend um die Liquidität sorgen (37 Prozent).
  • 46 Prozent der Befragten gaben an, dass Transparenz bei Berichterstattung und Zielvorgaben für Umweltfaktoren sehr ermutigend sind, wenn es um eine umweltfreundlichere Aufstellung geht – was die Verlagerung weg von Prozessen hin zur Qualität der Berichterstattung an Investoren widerspiegelt.
  • Für die Versicherer (51 Prozent) sind Immobilienaktien die Anlageform, in der sie ihre Investitionen am ehesten aufstocken würden, während für die Pensionsfonds Immobilien-Long-Income (49 Prozent) und Immobilien-Debt (49 Prozent) die Top-Positionen sind. (aa)

 

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